Elektrischer Reporter – Web-Kampagne: Wähler-generierter Wahlkampf
Beim elektrischen Reporter geht es in der aktuellen Folge um Wahlkämpfe im Internet. Der Blick geht natürlich sehr stark in Richtung Amerika, speziell Barack Obamas Netzkampagne.
(via Robin)
In Baden Württemberg finden am 7.6. parallel zur Europawahl auch Kommunalwahlen statt. Nun hat die Stuttgarter SPD heute offiziell ihren Wahlkampf gestartet. Alles unter dem Claim “Wir sind besser.”. Um 11 Uhr fand heute morgen eine Pressekonferenz im Rathaus statt, wo die Kampagne das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zeitgleich ist die dazugehörige Kampagnenseite unter dem gleichen Titel online gegangen: www.wir-sind-besser.de. Die Farbgebung orientiert sich stark an dem neuen Bundeslayout, dass spd.de schon vorgibt. Himmelblau mit rotem Würfel.
Bisher ja alles ganz nett. Aber die eigentlichen Stärken der Seite erkennt man erst auf den zweiten Blick. Es gibt eine eigene Gruppe auf flickr die in die Seite mit einbezogen wird, es wird getwittert, und man hat die Möglichkeit auf einer Unterstützerseite sein persönliches Bekenntnis zur Sozialdemokratie in Stuttgart abzugeben. Zu den Bildern auf flickr sei noch angemerkt, dass diese unter einer Creative Commons Lizenz hochgeladen wurden. Das ist, soweit ich das beurteilen kann, ein Novum. Die Artikel lassen sich bequem per RSS abonnieren und, aufgemerkt, auch kommentieren! Ich habe mich jetzt zwar nur ein wenig oberflächlich mit der Seite beschäftigt, aber der erste Eindruck ist wirklich mehr als gut. Für den Kommunalwahlkampf im Internet ist das wirklich ein sehr ordentlicher Start. Man darf gespannt sein, was sich die anderen Parteien für das Internet einfallen lassen.
Bei den bloggenden Genossen der NRWSPD sind 2 kurze Reportagen online, die ich Euch nicht vorenthalten will. Das Thema ist Wahlkampf 2.0, oder wie auch immer man die Benutzung neuer Kommunikationsformen im Internet auch nennen mag. In beiden Videos kommt auch unter anderem Markus Beckedahl von netzpolitik.org zur Sprache und erklärt warum das Internet von den politischen Parteien in Deutschland endlich ernst genommen werden soll. Aber seht selbst:
Am Samstag vormittag gab es, zumindest für Deutschland soweit ich das beurteilen kann, eine kleine Premiere im Internet. Ein Blogger führt mit einem Spitzenkandidaten einer politischen Partei über Twitter ein Interview. Der genaue Wortlaut ist schon in diversen Blogs veröffentlicht worden, und darf dort nachgelesen werden. Aber ich wäre ja kein Blogger wenn ich den Inhalt nicht auch bei mir bereitstellen würde und meinen Senf dazu abgebe, nichwahr.
Nun, für die Leser die davon nichts mitbekommen. Deutschlands A-Super-Duper-Uber-Blogger Robert Basic (basicthinking.de/blog/) hat mit Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) ein Interview mittels Twitter geführt. Einfach so, zwischendurch, während TSG im McDrive vorbeischaute. So einfach ist das. Der genaue Wortlaut des Gesprächs lautete wie folgt:
Das Interview
[...]
@TSG Fertig zum twitterinterinterview mit @robgreen. Sind im auto.@robgreen @tsghessen Hallo, freut mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben für ein Interview auf Twitter.
@robgreen @tsghessen eine kleine Bitte vorab: Auf Fragen weder mit einem Ja noch einem Nein auch nicht einem Vielleicht antworten;)@tsghessen legen wir los? Sind im drivethrough mcdonalds
@robgreen @tsghessen bereit?
@robgreen @tsghessen and you use the force luke, hashtag =#tsg@robgreen @tsghessen 1. Viele kennen Twitter nicht, wie würden Sie Twitter einem Mitmenschen erklären?
@robgreen @tsghessen gehen wir zur zweiten Frage, wenn die erste zu schwer ist@tsghessen Die komprimierteste kommunikationsform aller zeiten.
@robgreen @tsghessen, cool next question
@robgreen @tsghessen 2. Wer ist Schäfer-Gümbel in 140 Zeichen, als Mensch und Politiker?
@TSG @RobGreen Mix aus bayrischer lebensfreude und preussischen tugenden.
@robgreen @tsghessen 3. Wie kam es, dass Sie Twitter nutzen? Von PR-Beratern gewzungen worden oder rief Obama an?
@tsghessen Keine agentur. Mein obama heisst @oliverbarracuda der gehoert zur familie.
@robgreen @tsghessen use the force luke, hashtag = #tsg ;)
@robgreen @tsghessen 4. Wäre TSG der beste MP von Hessen, den wir je hatten oder nur Mittelmaß?
@TSG @RobGreen Auf jeden fall besser als der geschaeftsfuehrende. Georg august zinn war der ueberragende mp in hessen. Empfehlung: Googlen
@robgreen @tsghessen 5. Was stört sie an Politikern an meisten? Machtgeilheit? Volksferne? Was ist es?
@TSG @RobGreen inhaltsleeres geschwaetz und fehlende ziele.
@robgreen @tsghessen 6. Werden Sie auch nach der Wahl weiter twittern oder wars das mit der volksnahen Sendung?
@TSG @RobGreen auch als MP in hessen moechte weiter twittern. ich muss halt nur sehen, in welchem umfang das geht.
@robgreen @tsghessen 7. Warum soll man sie wählen? Knapp und knackig, in 140 Zeichen:) Und bitte kein Koch-Vergleich jetzt
@TSG @RobGreen weil es um die chancen und talente von “ottilie” geht. http://tinyurl.com/a4a6a8
@robgreen @tsghessen was ist Ottilie?
@TSG @RobGreen Es ist das maedchen, dass ich jeden abend in meinen reden erwaehne. Ich erklaere an ihrem beispiel unsere bildungspolitik.
@robgreen @tsghessen abschließende Frage: Welche Fragen haben Sie an uns Twitter-Nutzer, nicht nur die in Hessen? Was interessiert Sie?
@robgreen @tsghessen (kleiner Dialoghinweis für after the interview;)@TSG @RobGreen wenn wir twitterinterviews jetzt haeufiger machen, wie koennen wir sie verbessern?
@robgreen @tsghessen und für mich als Wähler stört in den Tweets der häufige Koch-Bezug… you not him… ;)
@robgreen @tsghessen danke sehr für das Interview und wünschte mir, dass sie uns auf Twitter weiterhin erhalten bleiben. Auch so ein Test…@TSG @RobGreen Ich bleib twitter erhalten. Das kann ich zusagen. Was ist ihr neues projekt, wenn Sie das blog verkauft haben?
@robgreen @tsghessen, die Fragen der anderen an Sie zwischendurch würde ich mir wünschen, dass sie beantwortet werden könnten, wäre KLASSE!!!
@robgreen @tsghessen später natürlich:) Wünsche ein angenehes Wochenende!
@robgreen @tsghessen es wird einen PrivatBlogger geben und einen Fachblogger (so wie bei Poliitkern…den Privatmensch und den Publich Mensch:)@TSG @RobGreen Danke fuer das interview. Danke fuers mitlesen. Werde mir jetzt die reaktionen ansehen. Schoenes wochenede
@robgreen @tsghessen wünsche ich Ihnen auch und ich bin stolz auf mich, Sie nicht geduzt zu haben. Gewinne die Wahl = Wunsch, kein Befehl;)
@TSG @RobGreen danke. auf bald.
[Ende: 13:19 Uhr]
(Quelle: basicthinking.de/blog/)
Wenn mir jemand vor 2 Jahren noch erzählt hätte, dass jemand wie TSG kurz vor einer wichtigen Wahl, einen solchen ersten Dialogorientierten Wahlkampf zu führen. Ich hätte ihn für bekloppt gehalten. Aber Thorsten Schäfer-Gümbel ist nur der Wegbereiter in Sachen Wahlkampf im Internet. Ich habe bei der SPD wirklich ein gutes Gefühl für den kommenden Wahlkampf, dass einige Dinge zum ersten Mal in Deutschland als wichtig erachtet werden. Twitter ist hier wirklich das Beste Beispiel. Ein Kommunikationskanal mit WTF-Effekt wird von deutschen Politikern entdeckt. Auf langfristige Sicht werden Trends im Internet zunehmend wichtiger für die Politik. Obama ist ja hierbei immer das große Vorbild. Man sollte aber bedenken, dass sein Onlinewahlkampf immerhin auch 2 Jahre lang in Arbeit war, beziehungsweise sich in dem Zeitraum zu dem entwickelt hat, was er am 4. November 2008 war.
Ob TSG nun von diesem Auftreten im Internet, quasi als Politpionier im deutschen Internet, auch selbst profitieren wird vermag ich nicht zu prophezeien. Wohl aber ist er Wegbereiter und Speerspitze einer ganzen Reihe an Politikern, die sich schon heute selbstbewusst, modern, und zeitgemäß im Internet präsentieren. Und zwar parteiübergreifend. Obwohl die SPD zur Zeit online ein kleines bischen die Nase vorn hat. Unter anderem auch der Relaunch der Seite der Bundes SPD.
Um aber nun die Verknüpfung zu dem Interview wieder herzustellen: Es war inhaltlich okay, und eigentlich kam nicht so viel rüber. Da ist noch viel Luft nach oben. Lobenswert sei an dieser Stelle angemerkt, dass Schäfer-Gümbel im Interview erwähnt hat, er würde Twitter auch nach der Wahl weiternutzen wollen. Das alles begreife ich mehr als Symbol für das wohin sich die Politik in Zukunft bewegt. Mehr Dialog mit den Bürgern, stärkere Vernetzung, und noch transparenteres Handeln. Das wird die Zukunft darstellen. Wer das nicht glauben mag, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
Andere Artikel zum Thema:
TSG will Twitter weiter nutzen bei Christian Soeder
Blogger interviewt hessischen SPD-Spitzenkandidaten live auf Twitter bei Dirk Baranek
Die gestrige Monitor Sendung, mit dem Titel “Kreuz gemacht und abgehakt – Demokratie ohne Demokraten?”, behandelte die Thematik um Politik und Demokratie im Internet. Sollte man gesehen haben. Alternativ zum Stream auf der Monitor Webseite gibts die Folge auch per Podcast.
Heute ging die erste Videoantwort von Thorsten Schäfer-Gümbel bei Youtube online, in der der Spitzenkandidat der HessenSPD auf die Fragen eingeht, die nach der ersten Videobotschaft eingegangen sind. Der Wahlkampf der Genossen in Hessen ist da nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns nächstes Jahr erwarten wird. Ich finde das auf jeden Fall gut, und es ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung bezüglich Online-Wahlkampf.
Die anderen Videos von TSG finden sich im eigenen Youtube Kanal der HessenSPD.
So, oder so ähnlich kann es aussehen, wenn man den Miniplakat Generator der Hessen-Jusos mit eigenen Fotos füttert. Auf die Aktion bin ich via Twitter bei Christian gestoßen. Mit diesen Bildchen kann man dann im Prinzip machen was man will. Als Profilbild macht sich das eigentlich ganz gut finde ich. Das ist gut, das ist neu, das ist witzig, weiter so, Genossen!
Zum Miniplakate selber machen geht es hier entlang. Nicht über Los, und keine 4000€. Ihr kennt das ja.
Gestern traf sich der Kreisverband Stuttgart der Jungsozialisten zur Jahreshauptversammlung um den neuen Vorstand zu wählen, und das neue Arbeitsprogramm zu beschließen. Da unser bisheriger Sprecher Igor sein Amt niedergelegt hat, und Rebekka sich ebenfalls aus dem Kreisvorstand zurückzieht, galt es die beiden freien Stellen neu zu wählen. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Anne, und Nicolas, die nahezu einstimmig gewählt worden sind. Gleichzeitig gilt mein persönlicher Dank aber auch Rebekka und Igor, die mir den Einstieg bei den Jusos mehr als erleichtert haben. Und das ist er, unser neuer Kreisvorstand (komisches Handyfoto von der Seite, aber hey, immerhin schon online!):

In Stuttgart gibt es 2009 auf jeden Fall genug zu tun für uns Jusos, und das wollen wir auch anpacken. Da spielt der Wahlkampf schon fast nur noch eine untergeordnete Rolle in dem was hier vor Ort bewegen möchten. Das fängt schon im Kleinen bei den AGn vor Ort in den einzelnen Stadtteilen an und endet in wahrscheinlich in scheinbar uferlosen Diskussionen über die missliche Lage des Reissackes der letzte Woche in Lampukistan in Schieflage geraten ist. Es wird eine Menge Spass, eine Menge Arbeit, und es ist ein gutes Gefühl dabei zu sein! Packen wirs an. Glück Auf!
Woche Nummer 1 nach Kurt Beck. Ein paar Tage Schonfrist hat es gegeben, aber spätestens seit heute ist klar: der Wahlkampf hat begonnen! Letzte Woche wurde klar, daß die beiden Altkanzler der SPD, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, für 2009 in den Wahlkampf ziehen. Mit Frank-Walter Steinmeier hat man auf jeden Fall einen Spitzenkandidaten der mindestens auf Augenhöhe mit der, hoffentlich nicht mehr lange, amtierenden Angel Merkel.
Und seit heute, ja spätestens heute, befindet sich die älteste deutsche Partei im Wahlkampf. Und so wie es aussieht mit allem und jedem. Die Bild am Sonntag hat ein Interview mit Helmut Schmidt geführt, in dessen Zuge Schmidt Lafontaine mit “Adolf Nazi” vergleicht, und auch noch einen Bezug zum demokratischen Präsidentschaftsbewerber Barack Obama herstellt. Die Online Ausgabe des Spiegel zitiert, und schreibt folgendes:
“Wir sehen jetzt in Amerika, wie ein junger Mann, Barack Obama, allein mit Charisma zu einer nationalen Figur wird. Dabei darf man nicht vergessen, dass Charisma für sich genommen noch keinen guten Politiker ausmacht”, so Schmidt und begeht sodann einen Tabubruch: Auch “Adolf Nazi” sei ein charismatischer Redner gewesen. “Oskar Lafontaine ist es auch”.
(Quelle)
Wenn es einen deutschen Politiker gibt dem ich wirklich, und das meine ich auch so, verliebt an den Lippen hänge, dann ist das Helmut Schmidt. Der Vergleich selbst mag gefährlich, nicht massenkompatibel, und alles andere als medientauglich sein, erfährt aber seine Berechtigung durch eine einzige Sache. Es ist Wahlkampf, und es gilt die große Koalition mit der CDU durch eine starke Rote Regierung, in Koalition mit wem auch immer, abzulösen!
Mittlerweile kann man auch schon die ersten Stellungnahmen der Linkspartei im Netz finden. Ich nenne es aber lieber “Hühnergegacker”.
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