Das studiVZ, bzw. meinVZ für Nichtstudenten, hat sich in der Vergangenheit in Sachen Politik nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Das hat sich zum Glück jedoch geändert. Den Parteien bietet man nun seit geraumer Zeit eine weitere Plattform für den Wahlkampf zur Bundestagswahl in diesem Jahr. Verifizierte Politiker-, und Parteienprofile mit denen man sich vernetzen kann waren da bisher nur der Anfang. Im Prinzip sind das digitale Plakatwände für die Parteien. Aber dennoch begrüße ich die Politisierung des studiVZ. Mittlerweile kann man sein eigenes Profil auch mit einer kleinen zusätzlichen Grafik ausstatten, mit der Aufschrift “Meine Stimme zählt!”, und gleichzeitig der entsprechenden Gruppe beitreten. Ein zusätzlicher Raum für parteiübergreifende Diskussionen, persönliche Bekenntnisse und das Signal an alle, dass man politisch etwas bewegen kann. Das ist eine gute Sache.
Und will uns alle gruscheln. Gruselig. Ich krich Entenpelle.
(via, Online Campaigning Blog)
Angeblich. Es ist mittlerweile eine offizielle Stellungnahme zu der studiVZ Sache eingetrudelt. Es war wohl alles nur ein Versehen und man bedauert den ganzen Vorfall. Dass ein schaler Nachgeschmack bleibt wird sich dadurch aber nicht aus der Welt schaffen lassen. In der Gruppe selbst hat sich Malte Cherdron, COO von studiVZ, zu Wort gemeldet um die Geschichte klarzustellen (via basicthinking).
Nils,
die Löschung der Gruppe war unser Fehler. Wir können da nur vielmals um Entschuldigung bitten. Wie das genau geschehen konnte, klären wir gerade noch. Wir tun alles dafür, dass sich so etwas nicht wiederholt.
In einigen Blogs ist der Verdacht geäußert worden, wir hätten etwas gegen die SPD. Das ist natürlich Unsinn. Politische Diskussionen gehören gerade in einem Wahljahr selbstverständlich zu einem sozialen Netzwerk dazu, und wir heißen euch und alle anderen demokratischen Parteien dabei herzlich willkommen.
Das alles hilft dir jetzt natürlich nur bedingt, weil die Gruppe nun mal gelöscht wurde. Ich würde mich freuen, wenn wir dazu kurz telefonieren könnten. Du erreichst mich unter xxxxxxx oder xxxxxxxxx.
Noch einmal: Diese Panne tut uns sehr leid, und wir entschuldigen uns ganz ausdrücklich dafür.
Viele Grüße
Malte–
Malte Cherdron
COO
studiVZ Ltd.
Ein weiteres Statement hat Christian Soeder per E-Mail erhalten und im SPD BaWü Blog ins Netz gestellt.
Im studiVZ gab es für längere Zeit eine ziemlich große und auch sehr aktive SPD-Gruppe. Diese wurde zu Anfang dieses Monats gelöscht (Mehr dazu im SPD2.0 Blog). Von wem die Löschung veranlasst wurde ist bis heute nicht bekannt. Kurz nachdem also die erste Gruppe verschwunden ist, wurde natürlich eine neue eingerichtet. Zur Verwunderung vieler ist auch diese Gruppe nun nicht mehr existent. Im Prinzip gibt es nur drei Möglichkeiten eine Gruppe zu löschen. Entweder der Gruppenbesitzer tut dies von sich aus, oder eben von den Betreibern. Die dritte Möglichkeit ist die, dass der Account des Erstellers gehackt wurde.
Bei beiden Löschungen ist dies aber nicht vom Gründer der Gruppe ausgegangen. Also bleibt nur eine Möglichkeit übrig: die Gruppe wurde von den studiVZ Betreibern entfernt. Aus welchen Gründen allerdings wissen wohl nur die Admins selbst. Eine offizielle Stellungnahme zu der Sache ist bis dato noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Das sollten sie allerdings schleunigst tun, andernfalls muss sich Holtzbrinck den Vorwurf der aktiven Zensur gefallen lassen. Seltsam auch, wie Jens Vogel im vorwärts Blog anmerkt, dass andere politische Gruppen bisher unangetastet blieben. Gut auch, dass sich Jörg Tauss in dieser Sache zu Wort gemeldet hat und sich um die Geschichte kümmert.
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