Unter dem Titel “Weshalb meine Schuhgröße im Netz steht”, hat Sascha Lobo im Tagesspiegel einen wirklich sehr guten Artikel veröffentlicht. Es geht um das Verhalten der Nutzer in der schönen neuen Netzwelt. Warum sich Menschen in sozialen Netzwerken anmelden, Blogs schreiben, twittern, das Internet als Kommunikationskanal nutzen und warum man so viele detaillierte persönliche Profile findet. Ein kurzer Ausriss:
Inzwischen hat sich die Internetgesellschaft, die Webciety, so weit entwickelt, dass man mehr braucht als ein abgenutztes Ironiesymbol, um seine Absichten, seine Meinung, seine Gedanken und damit seine Persönlichkeit auszudrücken. Zumal die Persönlichkeit auch eine tages- und minutenaktuelle Seite in sich trägt, etwa die momentane Stimmung oder die allgemeine emotionale Verfassung. Der stetige Strom der verschiedensten Inhalte, die ins Netz gestellt werden, erfüllt diese Funktion. Sie zeigen der Außenwelt, in welchen Kontext man den Verfasser stellen muss. Das Design des eigenen Weblogs oder der Profilseite entspricht der Kleidung, mit der man vergleichbare soziale Signale sendet. Ein Microblog wie Twitter (eine Art Internet-SMS an alle) oder die Statusmeldung im Social Network entspricht der Mimik und Gestik. Das Profilbildchen entspricht der Frisur (und wird interessanterweise häufig mit ähnlicher Frequenz verändert).
(Quelle: Tagesspiegel.de)
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