Warum ich darüber schreibe? Nun, ich war und bin an der Sache selbst beteiligt und habe gerade sehr viel Spass daran dabei mit zu helfen die Jusos in Stuttgart ins Netz zu bringen. Vor über einem Jahr hatte ich im Rahmen meiner “Netzschau” beleuchtet was die Jugendorganisationen der verschiedenen Parteien in Stuttgart so im Netz treiben. Den eigenen Verein habe ich da nicht außen vor gelassen, und ebenso beleuchtet wie z.B. die JuLis, die Grüne Jugend oder auch die JU. Seitdem hat sich viel getan. Im letzten Jahr haben wir uns auf Twitter und Facebook konzentriert und fahren damit bisher sehr erfolgreich. Die Baustellen waren also schon da, und doch fehlten die Straßen um dieses Neubaugebiet komplett zu erschließen. Das neue Kernstück unseres Online Auftritts ist jusos-stuttgart.de. Was vorher eine ziemlich leblose statische HTML Wüste war bildet jetzt den Knotenpunkt an dem unser Output zusammenläuft.
Worauf ich aber am meisten Stolz bin, ist unser Blog. Dort schreibe ich auch ab und an, aber eben nicht alleine. Weg von langweiligen Pressemitteilungen die sowieso nur in seltenen Fällen abgedruckt werden und trockener zu lesen sind als Knäckebrot in der Sahara, hin zu ehrlichen und authentischen Beiträgen von Leuten die bei den Jusos und in der SPD Politik machen. Das bringt eine ordentliche Bandbreite und Vielfalt an Themen auf unsere Webseite, die bisher nur auf unseren Versammlungen zu spüren war. Die Resonanz auf die neue Seite war bisher ausgesprochen gut. Seit der Vorstellung sind zwar noch keine drei Tage vergangen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Frequenz der Veröffentlichungen momentan noch sehr hoch ist. Es wird gebloggt und kommentiert was das Zeug hält. Ich bin gespannt ob wir das auch über einen längeren Zeitraum schaffen. Wenn das gelingt können wir mehr als zufrieden sein. Feedback ist natürlich erwünscht und immer gern gesehen!
Den genauen Wortlaut dieser Strategie kann man auch in unserem Arbeitsprogramm nachlesen. Hier der entsprechende Auszug:
Online-Strategie
Wir Jusos wollen das Internet, seine Dienste und Technologie nutzen. Das passiert schon jetzt auf vielen verschiedenen Ebenen. Es existieren bereits viele private Profile auf Facebook, Twitter, oder auf flickr, die genutzt werden, um unsere Politik und unsere Meinung öffentlich darzustellen. Im letzten Jahr haben wir, die Jusos Stuttgart, schon in viele Dinge hineingeschnuppert, die es nun logisch und sinnvoll zu vernetzen gilt.
1. Auftritt im Internet
Es wird einen kompletten Relaunch unseres offiziellen Internetauftritts »jusos-stuttgart.de« geben. Die Webseite wird nicht nur einem Facelifting unterzogen, sondern komplett neu aufgebaut. Diese Webseite wird die zentrale Anlaufstelle für uns, unsere Wähler, Freunde, Bekannten, Interessenten und auch unsere politischen Gegner sein, um zu informieren, aktuell zu bleiben und zu diskutieren! Wir schaffen nicht nur eine einfache Webseite, sondern eine Kommunikationsplattform im Internet, zu der jeder eingeladen ist, um mit uns Kontakt aufzunehmen.
Die bereits vorhandenen Profile und Accounts, beispielsweise unser Twitter-Account »@jusos0711« oder die Fan-Seite auf Facebook, werden aktiv in die Webseite eingebunden. Das bringt uns eine neue Dynamik im Web, die wir bisher nicht hatten. Das setzt aber auch ein gewisses Mindestmaß an Aktualität und Qualität der Inhalte voraus. Dazu mehr unter Punkt 3 »Content Management«.2. Social Media
»Social Media« nutzen wir bereits in vielerlei Hinsicht. Teils bewusst und teils sogar unbewusst. Aber was bedeutet »Social Media« eigentlich? Allgemein formuliert ist das ein Sammelbegriff für all die Webseiten und Plattformen, die es den Nutzern erlauben zu interagieren und sich zu vernetzen. Soziale Netzwerke (Facebbok, studiVZ o. Ä.), Foto-Communities (flickr, photobucket o. Ä.), und Wikis (Online-Enyklopädien wie Wikipedia) oder auch Weblogs sind nur einige Beispiele.
Wir wollen unsere Aktivitäten auf diesen Plattformen weiter nutzen, ausbauen und vernetzen. Eine Bestandsaufnahme zeigt, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind.
Twitter Seit dem Frühjahr 2009 twittern wir unter »@jusos0711«. Dort haben wir bisher knapp 200 Kurznachrichten abgesetzt und 374 Follower, die unsere Nachrichten abonnierten.
Facebook Wir haben eine eigene Gruppe und eine Fan-Seite mit knapp 175 Fans, die uns dort un¬terstützen. Die Statusupdates, die dort veröffentlicht werden, kommen direkt aus Twitter oder werden manuell über Facebook veröffentlicht.
Party-links.com Auf dieser Seite landen unsere Fotoaktionen und Bilder der Kneipentouren, die wir veranstalten. Die Bilder werden auf flickr gehostet und auf der Webseite dargestellt. Besucher haben die Möglichkeit, dort ihre Fotos anzuschauen und uns Kommentare zu schreiben.
Flickr In der Fotocommunity flickr haben wir ebenfalls einen eigenen Account und eine Gruppe eingerichtet, in der unsere Bilder zusammengefasst werden. Eine Einbindung von Bildern privater Accounts ist möglich und ausdrücklich gewünscht.Eine Erweiterung zu den bestehenden Tools, die wir nutzen, wird ein Online-Kalender sein, um Ter¬mine über unsere Webseite automatisch zu veröffentlichen. Außerdem werden wir einen Blog ein¬richten, in dem wir unsere Themen und Inhalte veröffentlichen.
Natürlich bleiben wir an dieser Stelle nicht stehen, sondern beobachten das Netz ganz genau, wo interessante Angebote entstehen, die wir für uns nutzen können und wollen.3. Content Management
Inhalte wollen nicht nur erstellt, sondern auch organisiert, archiviert und veröffentlicht werden. Die technische Grundlage für die Webseite wird durch das Content-Management-System WordPress realisiert. Das ist die gängigste Software, um beispielweise Weblogs zu betreiben und auf simple Art und Weise Inhalte im Internet zu veröffentlichen.
Nun gibt es eine Menge an Diensten, die bedient und gefüttert werden wollen. Das kann und soll kein einzelner alleine tun. Deshalb wollen wir eine Online-Redaktion bilden, die dafür entsprechend geschult wird. Im Frühjahr 2010 ist daher ein Workshop geplant, der den technischen und inhaltli-chen Umgang unseres Internetangebotes schulen wird.
[...]
In dieser Artikelserie versuche ich einmal die politischen Aktivitäten der Parteijugenden, die in Stuttgart aktiv sind, ein wenig zu durchleuchten. Wer ist im Netz voll dabei, wer hat die Trends verschlafen, und wo gibt es Nachholbedarf? Der Ausgangspunkt meiner Recherchen ist jeweils die offizielle Webseite der jeweiligen Organisation. Der zweite Ansatz findet sich in den sozialen Netzen. Facebook, studiVZ/meinVZ, etc.. Interessant wird auch sein, wer sich mit Twitter auseinandergesetzt hat, und wie dieser neue Kommunikationskanal verstanden und benutzt wird. Bewertet wird das Gesamterscheinungsbild, und wie stark sich die Kreisverbände nach außen hin mit den Ortsvereinen, bzw. Arbeitsgemeinschaften, vernetzt haben.
5. Die Jungen Liberalen
Zu guter letzt betrachten wir einmal die Jungen Liberalen aus Stuttgart. Unter julis-stuttgart.de wird man nach einer kurzen Googlesuche fündig und bekommt Informationen darüber wo man als junger Liberaler eine politische Heimat findet. Die Webseite ist ordentlich in den typischen Farben Gelb und Blau gehalten, Navigation links, Inhalt in der Mitte, rechts Termine und Pressemitteilungen. Ein großes Plus ist die ordentliche Strukturierung der Seite. Wenn man sich einmal durchklickt, findet man ohne Umwege das was man auch haben möchte in ausführlicher Form. Genau das ist allerdings auch ein Minus. Denn auf der Startseite selbst findet man nicht sonderlich viele Informationen. Es gibt, außer den doch sehr spärlichen Pressemitteilungen, keine eigenen Artikel. Auf den ersten Blick scheinen die JuLis in Stuttgart nicht sonderlich aktiv zu sein. Man bezieht zwar eine klare inhaltliche Position, aber was sich letztendlich wirklich bewegt sieht man nicht.
Auch findet man keine Hinweise darauf, dass man an anderer Stelle im Netz aktiv ist. Ob es nun eigene Blogs seien, Partizipation bei Diensten wie flickr, youtube, oder Twitter. Hier sieht es mau aus. Suchanfragen bei eben jenen Diensten laufen ebenfalls ins Leere. In facebook, das in politischer Hinsicht zunehmend an Bedeutung gewinnt, wird man ebenfalls nicht fündig. Das gleiche Bild bietet sich in studiVZ/meinVZ. Es ist keinerlei Aktivität in beiden sozialen Netzwerken feststellbar. Dass das nicht bei allen Ortsgruppen der jungen Liberalen so ist, findet man ziemlich leicht heraus. Hier sind die Stuttgarter eindeutig hinten dran.
—
Die Artikel dieser Reihe findet man mit dem Tag Netzschau-Stuttgart.
In dieser Artikelserie versuche ich einmal die politischen Aktivitäten der Parteijugenden, die in Stuttgart aktiv sind, ein wenig zu durchleuchten. Wer ist im Netz voll dabei, wer hat die Trends verschlafen, und wo gibt es Nachholbedarf? Der Ausgangspunkt meiner Recherchen ist jeweils die offizielle Webseite der jeweiligen Organisation. Der zweite Ansatz findet sich in den sozialen Netzen. Facebook, studiVZ/meinVZ, etc.. Interessant wird auch sein, wer sich mit Twitter auseinandergesetzt hat, und wie dieser neue Kommunikationskanal verstanden und benutzt wird. Bewertet wird das Gesamterscheinungsbild, und wie stark sich die Kreisverbände nach außen hin mit den Ortsvereinen, bzw. Arbeitsgemeinschaften, vernetzt haben.
4. Die Linksjungend ['solid]
Natürlich findet man auch die Linksjugend Stuttgart auf Anhieb über Google. Die Webseite selbst sieht aufgeräumt, aber leer aus. In der mittleren Spalte findet man Nachrichten, und einige Berichte zu vergangenen Aktionen oder Demonstrationen. Informationen rund um die Organisation findet man kaum. Einzig ein Beitrittsformular und die Satzung lassen sich leicht finden. Aber wer steckt dahinter? Wer ist denn eigentlich die Linksjugend? Diese Fragen werden nicht beantwortet. Auch wenn man ein wenig weiterforscht, findet sich wenig bis nichts.
Die Aufmachung der Webseite selbst ist okay. Man stellt sich hier klar auf die Linie des Landesverbandes, dessen Seite ähnlich aussieht. Die Navigation funktioniert ordentlich. Das Hauptproblem ist allerdings, dass es nichts zu navigieren gibt. Außer der Startseite und seinen Artikeln, gibt es kaum Inhalt auf der Seite. Die Positionen der Linksjugend lassen sich nur aus den Berichten und Bildern, wenn auch ziemlich eindeutig, nur erahnen.
Die Webseite ist also schnell abgehakt. Aber wo tummeln sich denn die jungen Linken im Netz? In facebook scheint nur die Stadt Köln, neben einer gesamtheitlichen Gruppe, präsent zu sein. In studiVZ bietet sich ein ähnliches Bild. Auch hier gilt: Eine Gruppe für alle. Bis dato ist also die Stuttgarter Linksjugend die unpräsenteste im Netz, von allen bisher beobachteten.
—
Im nächsten Teil: Die JuLis Stuttgart. Die Artikel dieser Reihe findet man mit dem Tag Netzschau-Stuttgart.
In dieser Artikelserie versuche ich einmal die politischen Aktivitäten der Parteijugenden, die in Stuttgart aktiv sind, ein wenig zu durchleuchten. Wer ist im Netz voll dabei, wer hat die Trends verschlafen, und wo gibt es Nachholbedarf? Der Ausgangspunkt meiner Recherchen ist jeweils die offizielle Webseite der jeweiligen Organisation. Der zweite Ansatz findet sich in den sozialen Netzen. Facebook, studiVZ/meinVZ, etc.. Interessant wird auch sein, wer sich mit Twitter auseinandergesetzt hat, und wie dieser neue Kommunikationskanal verstanden und benutzt wird. Bewertet wird das Gesamterscheinungsbild, und wie stark sich die Kreisverbände nach außen hin mit den Ortsvereinen, bzw. Arbeitsgemeinschaften, vernetzt haben.
3. Die Grüne Jugend
Wenn man nach der Grünen Jugen Stuttgart sucht wird man ebenfalls sehr schnell fündig. Man gelangt auf eine sehr sauber strukturierte Seite, die Ähnlichkeit zu einem Blog springt sofort ins Auge. Man hat sogar eine kleine Blogroll eingerichtet, der Slogan der Grünen Jugend ist wirksam platziert, und es werden direkt RSS Feeds für die Artikel angeboten. Das erfreut das webaffine Herz natürlich. Auf der Startseite findet man auch gleich ein Gruppenbild von den Personen die sich engagieren, und eine kurze Übersicht der letzten Beiträge. Der erste Eindruck lügt nicht und wie im Footer der Seite zu lesen ist, wird WordPress verwendet. Sogar in der aktuellen Version 2.7. Einzig die Farbgestaltung lässt ein wenig zu wünschen übrig. Die verwendeten Grüntöne strahlen nicht gerade die Freundlichkeit und Frische aus, die man von einer Grünen Jugend erwarten würde. Ein paar Nuancen heller sähe die Sache wohl ganz anders aus, wird jedoch Interessenten auch nicht wirklich abschrecken.
Inhaltlich bietet die Seite der GJS alles was zu finden sein muss. Eine sehr löbliche Sache, ist die CC-Lizenz die verwendet wird. Inhalte dürfen frei verwendet werden, solange Namen genannt werden und keine kommerzielle Nutzung stattfindet. Im Rahmen der aktuellen Netzschau ist das durchaus ein Novum.
Generell ist die Präsenz bisher die Fortschrittlichste. Und zugleich die aktuellste. Allein aus dem Monat Januar finden sich 4 Artikel. Der letzte ist ein recht umfangreicher Beitrag über die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Dortmund. Auch sonst hat man den Eindruck, dass sich wirklich was tut. Das ist ein gutes Signal, finde ich. Besonders den Bereich “Über uns” möchte ich an dieser Stelle loben. Man findet dort klar strukturiert ziemlich alles, was man als Interessent über die GJ in Stuttgart wissen muss, oder wissen möchte. Die Vorstandsmitglieder werden einzeln mit Bild und einem kleinen Text vorgestellt. Man erfährt etwas über die Entstehung der GJ in Stuttgart und bekommt auch noch eine Frage-Antwort Sektion spendiert.
Ein weiteres Novum unter den bisher betrachteten Parteijugenden: Es wird sogar, ganz offiziell, getwittert! Über Twitter selbst darf man sich streiten. Aber die Tatsache an sich, dass sich damit auseinandergesetzt wurde, und selbst getwittert wird, erscheint mir sympathisch.
Ohne auch nur einen Artikel gelesen zu haben erfährt man schon sehr viel. Zum Beispiel, dass sich die Grüne Jugend Stuttgart als Gastgeber des nächsten Bundeskongresses beworben hat. Es wurde eine eigene Seite dafür eingerichtet, auf der man eine Art Bewerbungsvideo findet. Natürlich auf Youtube:
(Quelle: buko-in-stuttgart.de)
Bilder gibt es natürlich auch. In einer eigenen Galerie finden sich zahlreiche Sets von Aktionen, Fahrten, und sonstigem, was die Grüne Jugend seit 2002(!) veranstaltet hat. Eine einfache Suche auf flickr fördert so einiges zu Tage. Insgesamt 238 Treffer. Auf der ersten Seite finden sich Bilder von der Gründungssitzung aus dem Jahr 2002 und von diversen Aktionen der letzten Jahre. Wenn man ein wenig weiterforscht, findet man nach 2 Klicks sogar eine eigene Gruppe der Grünen Jugend. Im Beschreibungstext heißt es:
Fotos von Aktionen, Treffen, Versammlungen usw. der Grünen Jugend (Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen)
Initiiert von der GJ Stuttgart: www.gj-stuttgart.de
(Quelle: flickr)
Die Bilder die man dort findet wurden hauptsächlich von 2 einzelnen Usern hochgeladen, einen gemeinsamen Account für die GJS scheint es nicht zu geben. Bei der Menge an Material ist das allerdings zu verschmerzen.
Für Videos gilt das jedoch nicht. Die Suche auf Youtube gibt nur das Bewerbungsvideo zum Bundeskongress her. Da ist auf jeden Fall noch Potenzial vorhanden, der erste Schritt allerdings schon getan.
Und in den sozialen Netzen? Bei facebook gab es keine Treffer, obgleich aus anderen Gebieten der Bundesepublik durchaus der Schritt getan wurde. in studiVZ bietet sich ein ähnliches Bild. Einzig die Gruppe der Grünen Jugend BaWü findet man, wenn man “Stuttgart” in der Suchanfrage weglässt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Grüne Jugend in Stuttgart ganz klar der Vorreiter im Netz ist und sich die übrigen Parteijugenden, soweit ich das bisher beurteilen kann, eine ordentliche Scheibe davon abschneiden können. Egal aus welchem Grund, egal an welcher Stelle, man wird immer einen Weg finden mit Stuttgarts jungen Grünen in Kontakt zu setzen. Einzig die Partizipation in gängigen sozialen Netzen lässt noch ein wenig zu wünschen übrig. Sicher wird man auch dort Mitglieder und Aktive finden, es fehlt eigentlich nur die zentrale Sammelstelle.
—
Im nächsten Teil: Die Linksjugend ['solid] Stuttgart. Die Artikel dieser Reihe findet man mit dem Tag Netzschau-Stuttgart.
Nur ganz kurz für zwischendurch: Die letzten beiden Artikelüberschriften habe ich eben geringfügig abgeändert. Gestern fand ich “Netzstudie” ja irgendwie passend, ist dann als Name dann aber doch ein wenig zu vermessen. Deshalb lautet der Titel jetzt “Netzschau”. Sieht komisch aus, ist aber so. Tags und Links wurden soweit auch angepasst.
In dieser Artikelserie versuche ich einmal die politischen Aktivitäten der Parteijugenden, die in Stuttgart aktiv sind, ein wenig zu durchleuchten. Wer ist im Netz voll dabei, wer hat die Trends verschlafen, und wo gibt es Nachholbedarf? Der Ausgangspunkt meiner Recherchen ist jeweils die offizielle Webseite der jeweiligen Organisation. Der zweite Ansatz findet sich in den sozialen Netzen. Facebook, studiVZ/meinVZ, etc.. Interessant wird auch sein, wer sich mit Twitter auseinandergesetzt hat, und wie dieser neue Kommunikationskanal verstanden und benutzt wird. Bewertet wird das Gesamterscheinungsbild, und wie stark sich die Kreisverbände nach außen hin mit den Ortsvereinen, bzw. Arbeitsgemeinschaften, vernetzt haben.
2. Die Jungsozialisten
Ausgangspunkt ist auch bei den Jungsozialisten aus Stuttgart eine einfache Googlesuche. Die Webseite der Jusos wird gleich als erster Treffer aufgelistet. Soweit, so gut. Nichts besonderes bis hierher. Die Besucher der Seite werden von einem kräftigem Rot empfangen, und bekommen auf der Eingangsseite eine einfache Newsübersicht. Das Layout selbst hat allerdings seine besten Tage schon hinter sich, und den Grafiken ist anzumerken, dass sich da jemand beim Komprimieren mit MS Paint versucht hat. Die Navigation auf der linken, weiterführende Links zu Aktionen und Arbeitsgemeinschaften vor Ort auf der rechten Seite, mit dem Inhalt in der Mitte. So sahen Webseiten gestern aus.
Aber was tut sich inhaltlich? Wie bereits erwähnt hat man, mehr oder weniger aktuelle, Nachrichten im Überblick. Sehr seltsam auch, dass man bei einem Klick auf den Punkt “News” im linken Menü eine andere Ansicht erhält, als auf der Startseite, und dass so ziemlich alle Beiträge zwischen dem 11.8. und dem 15.12. fehlen. Die Abstände der Nachrichten variiert zwischen einem, und drei Artikeln pro Monat. Hier scheint sich nicht wirklich viel zu tun. An Kommentare ist auch nicht zu denken. Die aktuelle Webseite versinkt im Mittelmaß und ist, ähnlich der Internetpräsenz der JU Stuttgart, in keiner Weise zeitgemäß. Es braucht heute niemand mehr ein Gästebuch, Chats in Webseiten kann man mittlerweile besser und barrierefreier gestalten. Der Sprung in die moderne Internetwelt wurde, bis dato, verpasst.
Aber es finden sich auch positiv Aspekte. In der rechten Spalte findet man, wie erwähnt, ganz oben direkte Links zu den Seiten der Arbeitsgemeinschaften vor Ort und falls keine Vorhanden eine E-Mailadresse zur Kontaktaufnahme. Und wo sich Stuttgarts Jungsozialisten inhaltlich wiederfinden, deuten die Banner an und lässt sich ebenfalls nachlesen. Auch die Eigendarstellung, samt Informationen über den Kreisvorstand, lassen sich einfach finden. Jedes Vorstandsmitglied ist mit Namen, Bild, Funktion, und Kontaktdaten angegeben.
Die Webseite hinterlässt einen faden Beigeschmack. Eigentlich ist ja alles drin, was Interessierte finden müssen, man hat aber den Eindruck, dass sich nicht wirklich viel tut.
In den sozialen Netzen allerdings, sind die Jusos aus Stuttgart sehr wohl vertreten. In facebook findet sich eine eigene Gruppe, in der auch einige aktuelle Termine vermerkt sind. Ein ähnliches Bild bietet die Suche im studiVZ, bzw. meinVZ. Es gibt eine offizielle Gruppe “Jusos Region Stuttgart”, und einige kleinere nicht-offizielle Gruppen. Aktivität, bzw. Diskussionen findet man aber auch hier nur sehr wenige. Durch meine politische Nähe zu den Jusos will ich eigentlich auch garnicht mehr viel dazu sagen. Dass an einigen Stellen gearbeitet wird, weiß ich. Und, dass zum Wahlkampf auch online was passieren wird ist darf an dieser Stelle auch verraten werden.
Ebenso wie bei der JU Stuttgart ist auch bei den Jusos noch einiges zu tun, um dem Auftreten im Internet, als Kreisverband der Landeshauptstadt Stuttgart, auch nur annähernd gerecht zu werden. Die Entwicklung im Internet wurde hier anscheinend genauso verschlafen und nicht ernst genug genommen. Oder nicht richtig verstanden. Immerhin ist der ehemalige Sprecher des Kreisvorstandes, Igor Gilitschenski, seit kurzem auch in Twitter aktiv.
—
Im nächsten Teil: Die Grüne Jugend Stuttgart. Die Artikel dieser Reihe findet man mit dem Tag Netzschau-Stuttgart.
In dieser Artikelserie versuche ich einmal die politischen Aktivitäten der Parteijugenden, die in Stuttgart aktiv sind, ein wenig zu durchleuchten. Wer ist im Netz voll dabei, wer hat die Trends verschlafen, und wo gibt es Nachholbedarf? Der Ausgangspunkt meiner Recherchen ist jeweils die offizielle Webseite der jeweiligen Organisation. Der zweite Ansatz findet sich in den sozialen Netzen. Facebook, studiVZ/meinVZ, etc.. Interessant wird auch sein, wer sich mit Twitter auseinandergesetzt hat, und wie dieser neue Kommunikationskanal verstanden und benutzt wird. Bewertet wird das Gesamterscheinungsbild, und wie stark sich die Kreisverbände nach außen hin mit den Ortsvereinen, bzw. Arbeitsgemeinschaften, vernetzt haben.
1. Junge Union
Nach einer kurzen Googlesuche landet man mit dem ersten Treffer schon auf der Seite des Kreisverbandes der JU, under ju-stuttgart.de. Nach dem Flash Intro, ich wusste garnicht, dass sowas noch “in” ist, gelangt man auf die Startseite. Tja, was findet man dort? Als erstes sticht das Foto des im Juli 2008 gewählten Vorstandes ins Auge. Darunter finden sich aktuelle Ankündigungen zu den nächsten Treffen, bzw. Veranstaltungen. Noch weiter unten finden sich Schlagzeilen zu Pressemitteilungen, die man sich dann als PDF herunterladen kann. Von welchem Datum die aktuellste Pressemitteilung auf der Startseite ist, kann man nur am Dateinamen erraten. Anscheinend vom 18.12. Meine Hand ins Feuer legen würde ich dafür allerdings nicht. In der Presse-Rubrik sind die Daten immerhin angegeben, dort ist jedoch die aktuellste aus dem Oktober des vergangenen Jahres.
Es sieht alles sehr bemüht aus bei der JU, kann aber nicht überzeugen. Die Auswahl der Farben mochte vor 7-8 Jahren ja noch modern und schick sein, aber heute reicht das bei weitem nicht mehr. Die Schrift ist zu klein, und macht sich schon an der Bedienbarkeit des Menüs bemerkbar. Ein sehr farbloser erster Eindruck. Die Inhalte selbst sind ebenfalls nicht richtig positioniert, die klare Linie fehlt. Zudem ist es quasi unmöglich mit einem einzigen Klick die Startseite wieder aufzurufen. Wenn man sich einmal hineingeklickt hat, kann man sich nur noch innerhalb der Untermenüs bewegen.
Auf der Suche nach den Inhalten und Standpunkten der JU muss man sich im Netz alles selbst zusammenklauben. Nur über Google bin ich auf die Aktionsseite “24h Stuttgart” der JU gestoßen. Von wann die Seite allerdings ist, und wie aktuell die Forderungen sind, ist nirgends ersichtlich. An Mitmachen ist ebenfalls nicht zu denken. Die Kommunikation der offiziellen Webseiten, auch der Auftritte der Ortsvereine, beschränken sich auf einfache HTML Kontaktformulare. Ende der Neunziger war das noch en Vogue, heute allerdings auf kommunikativer Ebene ein Witz.
Wie sehr die einzelnen Ortsvereine mit ihrem Kreisverband vernetzt sind, lässt sich nur erahnen. Auf der Seite der JU gibt es zwar eine eigene Rubrik, in der die Ortsverbände eine eigene kleine Seite mit kurzen, knappen Infos spendiert bekommen haben. Die meisten haben auch eine eigene Webseite parat, der Link dazu ist allerdings so unscheinbar platziert, dass nicht sofort ins Auge fällt, dass es ein Link ist. Keine Hervorhebung, keine Unterstreichung, einzig und allein der Mauszeiger ändert sich wenn man darüber fährt. Und selbst das habe ich nur per Zufall entdeckt. Gute Werbung für die eigenen Ortsvereine sieht definitiv anders aus.
Schauen wir einmal auf die Partizipation in sozialen Netzen.
Facebook: Eine Suchanfrage nach “Junge Union Stuttgart” führt zu keinerlei Ergebnis. Keine Unterstützerseiten, keine Gruppen. Auch die Anfrage nach Aktivitäten der Mutterpartei in Facebook führen zu keinem Ergebnis. Es werden nur jeweils einzelne Personen gefunden die mit der JU oder der CDU und Stuttgart in Verbindung gebracht werden könnten. Einen offiziellen Auftritt des Stuttgarter Verbandes sucht man hier vergebens.
studiVZ/meinVZ: Hier wurde die gleiche Suchanfrage verwendet, und siehe da: Es existiert immerhin eine Gruppe für die JU’ler in Stuttgart. Positiv anzumerken ist, dass man die Gruppe sofort findet, und der Name wirklich dem entspricht was es ist, und wonach der Großteil der Interessenten suchen würde. Das wird anderswo oft nicht beachtet. Aber auch hier findet sich was zu meckern: Die Beschreibung ist ein wenig notdürftig, und für Interessierte, potenzielle Neumitglieder schlicht und einfach nichtssagend:
Für alle Ju’ler & Anhänger der CDU in Stuttgart:-)
Die Suche bei Wer-kenn-Wen erspare ich ich mir an dieser Stelle, da ich a) keinen Account habe und b) die Rolle dieses Netzwerkes in Städten eine ziemlich geringe Rolle spielt.
Einen Youtube Channel sucht man ebenfalls vergebens. Einzig bei flickr wird man fündig. Dort findet man einige Fotos aus dem Jahr 2005, vom Stammtisch des RPJ (Ring politischer Jugend), im Account von Henning Schürig, der bei den Grünen aktiv ist. Schelm, wer böses denkt!
Als Fazit lässt sich sagen, dass die Stuttgarter JU noch in der Internetsteinzeit feststeckt. Die Kommunikation mit Interessenten findet nur sehr schüchtern über studiVZ/meinVZ statt, sehr wenig Dialog, keine Blogs, keine Partizipation am Web2.0 im Allgemeinen. Angesichts der kommenden Kommunalwahl besteht hier dringender Handlungsbedarf. Auf Ebene der Ortsvereine sieht es allerdings nicht viel besser aus. Es gibt bessere, aber auch schlechtere Webseiten, die ich Rahmen der Recherche gefunden habe. Vom sozialen Web scheint aber auch dort noch niemand was gehört zu haben. Ob sich diesbezüglich noch etwas ändert, bleibt abzuwarten.
—
Im nächsten Teil: Die Jusos Stuttgart. Die Artikel dieser Reihe findet man mit dem Tag Netzschau-Stuttgart.
Letzte Kommentare