Wer sich in den letzten Jahren ein wenig mit der digitalen Revolution des Musikmarktes durch das MP3 Format beschäftigt hat, der merkt schnell wie unfähig die Musikindustrie doch ist technische Veränderungen zum eigenen Vorteil zu nutzen. Dieses Phänomen ist aber nicht neu, sondern existiert schon sehr lange. Vor über 30 Jahren wurde das schon im Spiegel artikuliert. Zitat:
Fast unbegrenzt kann die “MusiCasssette” (so die Branchen-Schreibweise) bespielt werden — mit bis zu zwei Stunden Spieldauer pro Band. Und die Musik kommt aus der Luft. Ein Knopfdruck am Radio-Recorder, und schon ist ein Schlager aus dem Äther auf der Kassette für lange verfügbar. Ein Klang-Supermarkt zum Nulltarif: Leichter war das Mitsehneiden noch nie. Schon werden Recorder angeboten, die bei kommentierten Musiksendungen im Funk die Moderation für die Kassette automatisch ausblenden.
In westdeutschen Schulklassen ist es zur Regel geworden, nur noch eine einzige Platte zu kaufen, die sämtliche Schüler kopieren. In Tageszeitungen bieten Recorder-Amateure bereits an, jedwede Kassetten-Überspielung gegen geringes Entgelt vorzunehmen.
(Quelle, spiegel.de, via nerdcore.de)
Damals hiess der Feind nicht MP3, sondern Kassette. In den Siebziger Jahren wurde bereits an Störsignalen im Rundfunk gearbeitet um die private Kopie zu unterbinden, und den Nutzern das Leben schwer zu machen. Dass das genauso ein Schuss in den Ofen war wie heutzutage das digitale Rechtemanagement, brauche ich nicht zu erwähnen.
Der einzige Unterschied zu damals ist, dass die Kunden in diesen Tagen nicht nur mit technischen Schranken gegängelt werden, sondern Abmahnanwälte und Rechtsverdreher für die Musikindustrie ihr Unwesen treiben und so weit gehen gleich ganze Familien in den Ruin zu treiben.
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