Formspring heißt die neue Plattform im Netz, die derzeit einen regelrechten Boom erlebt. Immer mehr Tweets und Statusupdates bei facebook verlinken auf Frage/Antwort Spielchen. So einfach und simpel das aussieht, so genial finde ich die Idee. Man richtet sich ein kleines Profil ein, verknüpft dieses mit facebook, Twitter, tumblr, oder einem Blogger Profil, und kann anfangen Fragen zu beantworten.
Mein Account dort war keine 2 Stunden alt, und schon lagen 2 Fragen in meiner Inbox die ich beantworten konnte. Von wem diese kamen weiß ich nicht. Es ist mir auch herzlich egal. Solange man mir keinen Stuss schickt, beantworte ich auch gerne alles. Die Antwort kann man dann entweder direkt in meinem formspring Profil, oder auf facebook nachlesen.
Letzte Woche fand in Paris die Konferenz LeWeb 09 statt. Wie man dem Namen entnehmen kann ging es auf der Veranstaltung um alles was mit dem Internet zu tun hat. Im Rahmen dessen hat sich Dirk Baranek ein paar Leutchen zur Seite gezogen und ein paar kleine Interviews geführt. Unter anderem auch mit Sascha Pallenberg, Blogger bei netbooknews.de, der es ziemlich genau auf den Punkt bringt was das Internet und dessen Angebote und Dienste für einen Einfluss auf unseren Alltag und unser Konsumverhalten schon jetzt hat, und wie sich das in Zukunft entwickeln wird. Für mich persönlich ist das nicht unbedingt viel neues, aber für den ein oder anderen vielleicht doch interessant.
Derzeit kann man auf Telepolis ein Interview mit Michael Moore über seinen neuen Film “Capitalism: A Love Story” lesen. Über seine Filme kann man sich ja trefflich streiten, da er ja ab und an gerne Szenen so zurecht schneidet um die darstellenden Personen zu entlarven und teilweise bloß zu stellen. Die Kernaussage bei seinen Filmen hat dennoch immer ein Stückchen Wahrheit inne, die es zu erkennen gilt. Man muss ihn nicht mögen, das Interview will ich trotzdem empfehlen.
Hier ein kurzer Ausriss aus dem Interview:
Hatten Sie während ihrer Recherchen den Eindruck, dass es zu einem derartigen Absturz in den Abgrund kommen würde?
Michael Moore: Ja. eigentlich fand ich, dass wir schon lange darüber hinaus wären. Die einzigen, die noch nicht litten, waren die Jungs von der Wall Street. Die Arbeiter in Michigan und Indiana und Kalifornien wussten es schon lange. Während der acht Jahre unter George W. Bush mussten sie einen Schlag nach dem anderen einstecken: Die Arbeitslosigkeit nahm kontinuierlich zu, die Kluft zwischen Arm und Reich wurde immer größer. Nichts davon war neu. Wer am 15. September 2008 einen scharfen Blick in die Mainstream-Medien warf, musste sich schon wundern über die Überraschung, die da geäußert wurde. Wer konnte überrascht sein?
Entweder sie waren extrem gute Schauspieler, oder sie sind wirklich Vollidioten. Und ich möchte glauben, dass sie keine Vollidioten sind. Denn wenn man das nicht kommen sah, muss man schon sehr beschränkt sein. Besonders in den letzten acht Jahren. aber eigentlich seit 30 Jahren. Seit dem Anfang der Reagonomics, denn damit begann alles: Der Wahlsieg von Ronald Reagan 1980, der ein Sieg von Milton Friedman war, freie Märkte, freie Unternehmen- lasst die Wölfe los! Tut, was immer Euch gefällt! Als Resultat dieser Politik haben wir über 30 Jahre lang einen kontinuierlichen Verfall erlebt. Und die Leute haben immens darunter gelitten. Diese Politik war der Grund, warum ich vor 20 Jahren mit dem Film “Roger & Me” anfing. Denn meine Heimatstadt Flynt, Michigan war zusammengebrochen nach acht Jahren Regierung durch Ronald Reagan.
(Quelle: Telepolis)
Das Magazin Cicero hat sich den René von nerdcore.de, eines der größten Blogs in Deutschland, zum Interview eingeladen. Es geht um Nerds, Underground, das Internet an sich, und das Bloggen selbst:
Kulturmagazine, Hitparaden, Musiksender, all diese Institutionen spielen im Zeitalter der digitalen Revolution auch im kulturellen Mainstream keine Rolle mehr. Wer übernimmt sie in Zukunft? Die Nerds?
Na ja, es wird ja immer gesagt, die Blogs würden die Gatekeeper-Funktion des klassischen Journalismus beenden. Das ist teilweise so. Das Internet ist eine disruptive Technologie, es rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaft und vor allem an Geschäftsmodellen. Und das Gatekeeping verschiebt sich eben weg von den Professionellen, hin zu Leuten die Sachen lieben und sich deshalb im Netz damit beschäftigen. Von der Wirtschaftskrise habe ich beispielsweise ein gutes halbes Jahr, bevor sie in „den Medien“ Thema wurde, aus Blogs erfahren.
(Quelle: cicero.de)
In den Kommentaren auf nerdcore.de selbst darf weiter diskutiert werden. Aber hier natürlich auch.
Es sind schon wieder 2 Wochen ins Land gezogen, seitdem ich mit meinen Kollegen von gamer-FM auf der LAN-Nation in Geiselwind zu Gast war, und von dort berichtet habe. Nicht schreibend hier im Blog, sondern moderierend im Webradio. Die Veranstaltung war wie gewohnt grandios organisiert und hat ordentlich Spass gemacht. Es gab außerdem ein Novum auf dieser LAN Party. Die Jungen Liberalen hatten ihren eigenen Stand in der Eventhalle und haben für sich geworben. Das fand ich interessant und habe mir den Stefan und den Max vors Mikro geholt. Das Interview geht eine knappe dreiviertel Stunde, wiegt ca. 30 MB, und liegt nun zum Download bereit. Für mich persönlich war dieses Interview auch eine neue interessante Erfahrung die ich zu gegebener Zeit mit Sicherheit wiederholen werde. Ich denke, dass ich mich ganz gut geschlagen habe, ohne meine persönliche politische Meinung zu sehr mit eingebracht zu haben. Dafür habe ich vom Stefan kurz nach dem Interview über Twitter schon das erste Lob bekommen. An dieser Stelle noch einmal Danke dafür!
Vorneweg muss ich mich erst einmal für den nicht ganz so astreinen Anfang entschuldigen. Es gab ein Problemchen mit dem Mischpult, weshalb man mich nicht gut hör. In der Nachbearbeitung konnte ich noch was rausholen, ab 5:20 wird es dann aber besser. Es handelt sich hier um einen Mitschnitt dessen was wir über den digitalen Äther gejagt haben.
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Auf cicero.de ist ein Interview mit Erhard Eppler (SPD) erschienen. Es geht um die Situation der SPD, die Krise, die FDP, und die nächste Wahl.
Auch bei aktuellen Umfragen schneidet die SPD schlecht ab. Fehlt der Partei ein überzeugendes Leitbild für die Zukunft?
Das sehe ich so nicht. Das Wahlprogramm ist detaillierter als das der Union je sein wird. Wir befinden uns am Ende eines Vierteljahrhunderts, in dem eine marktradikale Welle über die ganze Erde gegangen ist. Die Vorstellung, man müsse nur die Märkte gewähren lassen, hat sich als teure Illusion erwiesen. Die Erfahrung lehrt, dass solche hegemonialen Ideologien ihre eigene Widerlegung zunächst überleben. Das funktioniert nicht beliebig lange, aber doch einige Zeit. In dieser Phase befinden wir uns gerade. Das würde erklären, warum ausgerechnet die Partei, die den Marktradikalismus zum Programm gemacht hat, im Augenblick triumphiert.
(Quelle, cicero.de)
Ingo Appelt war vor ein paar Tagen bei Thadeusz im RBB zu Gast und hat u.a. ein bischen darüber erzählt weshalb er Mitglied der SPD ist und was ihn politisch bewegt. Dass er so politisch interessiert und engagiert ist wusste ich garnicht. Man kann sagen was man will, in dem Interview kommt er eigentlich ganz nett rüber. Hat mich positiv überrascht. Danke auch an Herrn Wieland, und dessen Tweets über die ich auf das Interview aufmerksam geworden bin.
Hier gehts zum Podcast. (MP3, 29:12 Minuten)
Am Samstag vormittag gab es, zumindest für Deutschland soweit ich das beurteilen kann, eine kleine Premiere im Internet. Ein Blogger führt mit einem Spitzenkandidaten einer politischen Partei über Twitter ein Interview. Der genaue Wortlaut ist schon in diversen Blogs veröffentlicht worden, und darf dort nachgelesen werden. Aber ich wäre ja kein Blogger wenn ich den Inhalt nicht auch bei mir bereitstellen würde und meinen Senf dazu abgebe, nichwahr.
Nun, für die Leser die davon nichts mitbekommen. Deutschlands A-Super-Duper-Uber-Blogger Robert Basic (basicthinking.de/blog/) hat mit Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) ein Interview mittels Twitter geführt. Einfach so, zwischendurch, während TSG im McDrive vorbeischaute. So einfach ist das. Der genaue Wortlaut des Gesprächs lautete wie folgt:
Das Interview
[...]
@TSG Fertig zum twitterinterinterview mit @robgreen. Sind im auto.@robgreen @tsghessen Hallo, freut mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben für ein Interview auf Twitter.
@robgreen @tsghessen eine kleine Bitte vorab: Auf Fragen weder mit einem Ja noch einem Nein auch nicht einem Vielleicht antworten;)@tsghessen legen wir los? Sind im drivethrough mcdonalds
@robgreen @tsghessen bereit?
@robgreen @tsghessen and you use the force luke, hashtag =#tsg@robgreen @tsghessen 1. Viele kennen Twitter nicht, wie würden Sie Twitter einem Mitmenschen erklären?
@robgreen @tsghessen gehen wir zur zweiten Frage, wenn die erste zu schwer ist@tsghessen Die komprimierteste kommunikationsform aller zeiten.
@robgreen @tsghessen, cool next question
@robgreen @tsghessen 2. Wer ist Schäfer-Gümbel in 140 Zeichen, als Mensch und Politiker?
@TSG @RobGreen Mix aus bayrischer lebensfreude und preussischen tugenden.
@robgreen @tsghessen 3. Wie kam es, dass Sie Twitter nutzen? Von PR-Beratern gewzungen worden oder rief Obama an?
@tsghessen Keine agentur. Mein obama heisst @oliverbarracuda der gehoert zur familie.
@robgreen @tsghessen use the force luke, hashtag = #tsg ;)
@robgreen @tsghessen 4. Wäre TSG der beste MP von Hessen, den wir je hatten oder nur Mittelmaß?
@TSG @RobGreen Auf jeden fall besser als der geschaeftsfuehrende. Georg august zinn war der ueberragende mp in hessen. Empfehlung: Googlen
@robgreen @tsghessen 5. Was stört sie an Politikern an meisten? Machtgeilheit? Volksferne? Was ist es?
@TSG @RobGreen inhaltsleeres geschwaetz und fehlende ziele.
@robgreen @tsghessen 6. Werden Sie auch nach der Wahl weiter twittern oder wars das mit der volksnahen Sendung?
@TSG @RobGreen auch als MP in hessen moechte weiter twittern. ich muss halt nur sehen, in welchem umfang das geht.
@robgreen @tsghessen 7. Warum soll man sie wählen? Knapp und knackig, in 140 Zeichen:) Und bitte kein Koch-Vergleich jetzt
@TSG @RobGreen weil es um die chancen und talente von “ottilie” geht. http://tinyurl.com/a4a6a8
@robgreen @tsghessen was ist Ottilie?
@TSG @RobGreen Es ist das maedchen, dass ich jeden abend in meinen reden erwaehne. Ich erklaere an ihrem beispiel unsere bildungspolitik.
@robgreen @tsghessen abschließende Frage: Welche Fragen haben Sie an uns Twitter-Nutzer, nicht nur die in Hessen? Was interessiert Sie?
@robgreen @tsghessen (kleiner Dialoghinweis für after the interview;)@TSG @RobGreen wenn wir twitterinterviews jetzt haeufiger machen, wie koennen wir sie verbessern?
@robgreen @tsghessen und für mich als Wähler stört in den Tweets der häufige Koch-Bezug… you not him… ;)
@robgreen @tsghessen danke sehr für das Interview und wünschte mir, dass sie uns auf Twitter weiterhin erhalten bleiben. Auch so ein Test…@TSG @RobGreen Ich bleib twitter erhalten. Das kann ich zusagen. Was ist ihr neues projekt, wenn Sie das blog verkauft haben?
@robgreen @tsghessen, die Fragen der anderen an Sie zwischendurch würde ich mir wünschen, dass sie beantwortet werden könnten, wäre KLASSE!!!
@robgreen @tsghessen später natürlich:) Wünsche ein angenehes Wochenende!
@robgreen @tsghessen es wird einen PrivatBlogger geben und einen Fachblogger (so wie bei Poliitkern…den Privatmensch und den Publich Mensch:)@TSG @RobGreen Danke fuer das interview. Danke fuers mitlesen. Werde mir jetzt die reaktionen ansehen. Schoenes wochenede
@robgreen @tsghessen wünsche ich Ihnen auch und ich bin stolz auf mich, Sie nicht geduzt zu haben. Gewinne die Wahl = Wunsch, kein Befehl;)
@TSG @RobGreen danke. auf bald.
[Ende: 13:19 Uhr]
(Quelle: basicthinking.de/blog/)
Wenn mir jemand vor 2 Jahren noch erzählt hätte, dass jemand wie TSG kurz vor einer wichtigen Wahl, einen solchen ersten Dialogorientierten Wahlkampf zu führen. Ich hätte ihn für bekloppt gehalten. Aber Thorsten Schäfer-Gümbel ist nur der Wegbereiter in Sachen Wahlkampf im Internet. Ich habe bei der SPD wirklich ein gutes Gefühl für den kommenden Wahlkampf, dass einige Dinge zum ersten Mal in Deutschland als wichtig erachtet werden. Twitter ist hier wirklich das Beste Beispiel. Ein Kommunikationskanal mit WTF-Effekt wird von deutschen Politikern entdeckt. Auf langfristige Sicht werden Trends im Internet zunehmend wichtiger für die Politik. Obama ist ja hierbei immer das große Vorbild. Man sollte aber bedenken, dass sein Onlinewahlkampf immerhin auch 2 Jahre lang in Arbeit war, beziehungsweise sich in dem Zeitraum zu dem entwickelt hat, was er am 4. November 2008 war.
Ob TSG nun von diesem Auftreten im Internet, quasi als Politpionier im deutschen Internet, auch selbst profitieren wird vermag ich nicht zu prophezeien. Wohl aber ist er Wegbereiter und Speerspitze einer ganzen Reihe an Politikern, die sich schon heute selbstbewusst, modern, und zeitgemäß im Internet präsentieren. Und zwar parteiübergreifend. Obwohl die SPD zur Zeit online ein kleines bischen die Nase vorn hat. Unter anderem auch der Relaunch der Seite der Bundes SPD.
Um aber nun die Verknüpfung zu dem Interview wieder herzustellen: Es war inhaltlich okay, und eigentlich kam nicht so viel rüber. Da ist noch viel Luft nach oben. Lobenswert sei an dieser Stelle angemerkt, dass Schäfer-Gümbel im Interview erwähnt hat, er würde Twitter auch nach der Wahl weiternutzen wollen. Das alles begreife ich mehr als Symbol für das wohin sich die Politik in Zukunft bewegt. Mehr Dialog mit den Bürgern, stärkere Vernetzung, und noch transparenteres Handeln. Das wird die Zukunft darstellen. Wer das nicht glauben mag, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
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TSG will Twitter weiter nutzen bei Christian Soeder
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Für das Stuttgarter Stadtmagazin LIFT führt Dirk Baranek zur Zeit Interviews mit Bloggern aus Stuttgart zum Thema Twitter. Zwei Artikel hat er schon in seinem Blog veröffentlicht, und Acht weitere stehen noch aus. Den Anfang machten bisher Martin Koser, und Rozana Vrandecic. Ich freue mich schon auf die nächsten “Twinterviews”!
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