Eigentlich wollte ich das hier gestern schon bloggen. In England hat es eine Facebook Gruppe, mittlerweile mit fast einer Million Mitgliedern, geschafft den Song “Killing in the name of” von Rage against the Machine (Mehr zur Band bei Wikipedia) auf Platz 1 der britischen Singlecharts zu hieven. Die Motivation der Initiative war es ein Zeichen gegen die Casting Show “X-Factor” zu setzen. Alle Jahre wieder sollte zu Weihnachten eine typische Casting-Ballade in den Charts ganz oben stehen. Doch dann kam alles anders. Die Charts für die Weihnachtswoche wurden gestern veröffentlicht, und der, mittlerweile steinalte, Song von Rage against the Machine hat es auf Platz 1 geschafft. Und das mit überwältigenden Zahlen. Eine halbe Million verkaufte Singles haben das ermöglicht. In dein Gesicht, Musikindustrie!
Interessant finde ich auch, weshalb ausgerechnet dieser Song ausgewählt wurde. Die eine Textzeile “Fuck you, I won’t do what you tell me” steht für sich selbst, und ist die passendste Antwort die man der Musikindustrie auf die unsäglichen Casting-Shows geben kann. Der Frontmann der Band, Zack de la Rocha, hat der BBC dazu auch ein Interview gegeben, das man hier online nachlesen und anhören kann. Ein Ausschnitt:
Speaking on the Radio 1 chart show, Zack de la Rocha from Rage said: “We are very, very ecstatic about being number one.”
He added it was an “incredible organic grassroots campaign”.
“It says more about the spontaneous action taken by young people throughout the UK to topple this very sterile pop monopoly,” he said.
(Quelle, BBC News)
Formspring heißt die neue Plattform im Netz, die derzeit einen regelrechten Boom erlebt. Immer mehr Tweets und Statusupdates bei facebook verlinken auf Frage/Antwort Spielchen. So einfach und simpel das aussieht, so genial finde ich die Idee. Man richtet sich ein kleines Profil ein, verknüpft dieses mit facebook, Twitter, tumblr, oder einem Blogger Profil, und kann anfangen Fragen zu beantworten.
Mein Account dort war keine 2 Stunden alt, und schon lagen 2 Fragen in meiner Inbox die ich beantworten konnte. Von wem diese kamen weiß ich nicht. Es ist mir auch herzlich egal. Solange man mir keinen Stuss schickt, beantworte ich auch gerne alles. Die Antwort kann man dann entweder direkt in meinem formspring Profil, oder auf facebook nachlesen.
Letzte Woche fand in Paris die Konferenz LeWeb 09 statt. Wie man dem Namen entnehmen kann ging es auf der Veranstaltung um alles was mit dem Internet zu tun hat. Im Rahmen dessen hat sich Dirk Baranek ein paar Leutchen zur Seite gezogen und ein paar kleine Interviews geführt. Unter anderem auch mit Sascha Pallenberg, Blogger bei netbooknews.de, der es ziemlich genau auf den Punkt bringt was das Internet und dessen Angebote und Dienste für einen Einfluss auf unseren Alltag und unser Konsumverhalten schon jetzt hat, und wie sich das in Zukunft entwickeln wird. Für mich persönlich ist das nicht unbedingt viel neues, aber für den ein oder anderen vielleicht doch interessant.
Die Grafik unten habe ich über Nico Lummas Blog entdeckt, und finde das so großartig visualisiert, dass ich Euch das nicht vorenthalten will. Die Zahlen sind nichts anderes als beeindruckend. Ein Klick auf das Bild selbst bringt euch zur großen Variante.

Created by Online Education, via lumma.de.
In dem Artikel Was haben wir eigentlich früher gemacht, ohne Internet? hat sich Besim im Netplanet-Blog ein paar Gedanken darüber gemacht, wie das denn damals so war. Ganz ohne Internet. Wie haben wir früher Musik und Bücher gekauft, und wie sind wir altes Gerümpel losgeworden? Seiner Aufforderung komme ich natürlich gerne nach und will zusammenfassen wie das denn bei mir so war. Ich habe lange überlegt ob ich eine ähnliche Auflistung machen soll oder nicht. Letztendlich ist in vielen Bereichen, die Besim kategorisiert hat, eigentlich alles gleich geblieben. Informationen holte man sich direkt beim Händler, Fachzeitschriften, Freunde, oder ganz simpel aus den Katalogen.
Man hat sich CDs gekauft, oder ausgeliehen, und hatte eine lustige funkelnde Scheibe in der Hand. Ganz selten kam ich auch in den Genuss mal die ein oder andere Schallplatte anzuhören. Die Datenträger waren selbstredend alle gekauft, und trotzdem wurde kopiert, was das Zeug hält. Nur eben nicht digital, sondern analog. Auf Kassetten. Daher war wohl meine Sammlung an selbstbeschrifteten Kassetten auch größer als die Anzahl der CDs in meinem Regal. Wenn Musik gekauft wurde, dann sehr unspannend in den entsprechenden Musikabteilungen der örtlichen MediaMarkt und Müller Filialen. Einen speziellen Laden gab es bei uns auf dem Land nicht. Leider. Auch mein Bücherkonsum wurde zumeist von den örtlichen Buchhandlungen bedient, oder durch Bestellungen vom Bücherbund. Informationen über die Bücher hat man sich damals, und wie heute auch noch. Bei Klamotten sah das nicht anders aus und hat sich bei mir bis heute auch nicht groß geändert. Ich gehe lieber in ein Geschäft, probiere ein paar Sachen an und schaue obs passt. Das hin- und herschicken ist mir da irgendwie zu aufwendig.
Computer und Einzelteile gabs, inklusive guter Beratung, bei einem lokalen PC-Händler. Zur Zeit meines ersten PCs hatte ich ehrlich gesagt auch noch nicht soviel Ahnung was letztlich gut war, und was nicht. Als zusätzliche Informationsquelle hat mir da der Hardware Teil der Gamestar geholfen. Die Phase dauerte auch nicht wirklich lange. Schätzungsweise 2-3 Jahre, dann gabs bei mir auch einen DSL Anschluss und man hat günstigere Anbieter im Netz gefunden. Ausrangierte Teile wurden da zumeist entweder weggeschmissen, nochmals anderweitig verwendet, oder innerhalb des Freundeskreises oder der Familie weitergegeben. Ein Leben ohne Wikipedia kann man sich heutzutage ja kaum noch vorstellen, aber tatsächlich habe ich es in meiner Schulzeit auch geschafft Referate nur mit Büchern und Lexika der analogen Art vorzubereiten. Easy as simple.
Vieles von dem was wir früher ohne Internet gemacht haben, läuft heutzutage eigentlich noch genauso. Zumindest ist das so mein Eindruck, wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umschaue. Noch habe ich das Gefühl, das von sehr vielen Menschen das Internet nur sehr rudimentär genutzt wird. Hier ein bischen eBay, dort kurz eine Runde Facebook, oder mal ein Onlinespielchen. Mehr scheint es aber für die Masse noch nicht zu geben. Da beschleicht einen manchmal das Gefühl sich in einer Blase zu befinden, mit ein paar anderen die das ähnlich sehen wie man selbst, aber die meisten anderen interessiert das kaum, oder es wird nicht verstanden was man denn da so treibt. So wundert es mich auch kaum, dass z.B. Blogs noch nicht den Stellenwert in Deutschland haben, welcher sich in den USA schon seit einigen Jahren etabliert hat.
Die neue Sixtus vs. Lobo Folge ist super geworden. Und so realitätsnah. Wie schaffen die beiden das nur immer? Wer in den Kommentaren “Erster!!1″ schreibt hat nen Bier gut bei mir.
Das Netz hat ein neues Meme. Oder doch nicht? Ab wann ist ein Meme ein Meme? Das ZDF hat sich, Spreeblick berichtet, einen wirklich witzigen Fauxpas erlaubt. Anstatt “Phishing”, so bezeichnet man das “Fischen” nach Passwörtern (Exakt, das sind die Mails von euer Bank. Nicht.), verwendete man den Ausdruck “Fisting”. Frei nach Monty Python, “and now for something completely different.”. Herrlich. Aber seht selbst:
Deutschlands Blogger Elite, wenn man das denn so nennen kann, hat heute das Internet Manifest online gestellt. In 17 Thesen wird erklärt welche Vorteile, Veränderungen und Auswirkungen das Internet auf die bestehende Medienwelt hat. Das kann ich an dieser Stelle bedenkenlos unterschreiben.
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
Die restlichen 16 Thesen gibt es nach dem nächsten Klick.
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Den heutigen Freitag kann man durchaus als schwarzen Tag für das Internet bezeichnen. Es gibt zwei Dingeaufgrund derer der 17.4.2009 als Tag des Rückschritts in die Geschichte des (deutschen) Internets eingehen wird. Zum Einen wurden heute die Verträge zwischen BKA und verschiedenen Internet Providern unterschrieben, und die Jungs von der Piratenbucht wandern für ein Jahr in den Knast. Über Sinn und Unsinn von P2P Netzen, Urheberrecht, Kulturflatrates, in kann man sicher sehr sehr ausschweifend diskutieren. Ich bin aber der Meinung, dass hier die “alte Welt” wie wir sie kennen, sich gegen die Veränderungen zu wehren versucht die schon seit einigen Jahren im Gange sind. Dass dieses Urteil in keinster Weise die Probleme löst die nun einmal da sind, sollte jedem einleuchten.
Über die Überflüssigkeit der Sperrlisten die nun beschlossene Sache sind habe ich vor einer Weile schon gebloggt. Nun steht einer Zensur im deutschen Netz nichts mehr im Wege. Noch dazu sind diese Sperrlisten in so einer simplen Form umgehbar, dass es mich schmerzt zu wissen, dass die Leute die sich das ausgedacht haben wahrscheinlich um ein vielfaches mehr verdienen als jeder Durchschnittsinformatiker, der wirksamere Lösungen parat hätte. Und auch hier muss sich die Frage gestellt werden weshalb diese Seiten nicht einfach gleich aus dem Netz genommen werden, anstatt davor die Augen zu verschließen, wohl wissend dass die Inhalte aber immer noch im Netz stehen. Das ist an Absurdität nicht zu überbieten. Noch dazu weiß man über genug Vorfälle in denen diese Sperrlisten, die ja in einigen Ländern dieser Erde schon existieren, missbraucht wurden um andere unliebsame Webseiten auszusperren. Ob das nun politisch motivierte , oder Urheberrechtliche Gründe hat sei einmal dahingestellt. Es geht hier ums Prinzip. Und um nichts anderes.
In dem oben schon verlinkten Spiegel Online Artikel kommt auch Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Chaos Computer Clubs, zu Wort:
Maguhn: “Dass man mit Sperrverfügungen und dem Ausblenden von problematischen Inhalten hier versucht, eine Lösung des Problems zu simulieren, ist bloßer Populismus. Es handelt sich um eine Täuschung der Öffentlichkeit mit dem Ziel der Errichtung einer Zensurinfrastruktur, die einer Demokratie unwürdig ist.”
(Quelle, SpiegelOnline)
Außerdem kann diesbezüglich den Gastbeitrag von Axel Kosse und Holger Bleich in der Netzwelt Rubrik, Redakteure der Fachzeitschrift c’t, mehr als empfehlen.
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