Das is doch alles verkehrte Welt im Bundestag. CDU, CSU und FDP beschimpfen sich gegenseitig aufs kurioseste, beschließen größtenteils unsinniges Zeug und zerfetzen sich selbst. Die Opposition hält sich schön raus und guckt dem Biene Maja Haufen bei der Selbstzerfleischung zu.
Jetzt mal ehrlich, das ist doch bescheuert. Opposition hab ich mir dann doch anders vorgestellt.
(DirektNacktRenner, via rotstehtunsgut.de)
Vielleicht sollte der Herr Rösler einfach von der Politik ins Humorgeschäft wechseln. Da bringt er die Menschen wenigstens zum Lachen.
Malte hat Recht:
“Die FDP nach der Finanzkrise (oder sogar noch währenddessen) zu wählen, das ist, als hätte die PDS nach der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl die Regierung gestellt. Es ist Kennzeichen einer von narzisstischen Werten geprägten Gesellschaft, gegen ihre eigenen Interessen zu wählen, Robert Pfaller nennt das den narzisstischen Beuteverzicht. Vielleicht gehen wir ja alle mal zum Arzt, legen uns ein wenig auf die Couch und überlegen beim nächsten Mal in der Wahlkabine, ob wir eigentlich wirklich jemals genug Geld haben werden, dass wir uns einen Westerwelle leisten können.”
Zum kompletten Text geht es hier lang.
(DirektWiedersehen, via rotstehtunsgut.de)
Ohne Worte. Lass ich einfach mal so stehen.
Kaum haben wir vergessen was für ein schlechtes Englisch Guido Westerwelle redet, kommt die nächste verbale Entgleisung vom neuen Bundesaußenminister. Nun ist das kein Fauxpas der vielleicht aus Unachtsamkeit passiert, sondern eiskaltes Kalkül. Westerwelle schreibt in der “Welt”, Zitat Anfang, “Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.”, Zitat Ende. Was genauso gut auf das internationale Bankenwesen zutreffen könnte bezieht sich auf Deutschlands ärmste Schicht, aktuell in Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgericht die Hartz-IV Sätze für Kinder anzupassen.
Arbeitslosengeld, und -hilfe, Hartz-IV, und ja, eigentlich alle Sozialleistungen scheinen also genug zu sein Graf Koks zu spielen und Fuffies durch den Club zu werfen. So ein unverschämtes Geschwätz habe ich schon lange nicht mehr gehört. Deshalb ist es nur richtig, was Spiegel Online dazu schreibt:
Man muss kein Populist sein, auch kein Anhänger der Linkspartei, ja man muss nicht einmal finden, dass die Hartz-IV-Sätze zu niedrig sind, um Westerwelles so warnende Worte als das zu sehen, was sie sind: Eine historisch unhaltbare, perfide, aus rein politischem Kalkül betriebene Beleidigung des schwächsten Teils der deutschen Bevölkerung.
Wenn Westerwelle über spätrömische Dekadenz in Deutschland reden will, sollte er über andere Menschen reden als Hartz-Empfänger – doch dann müsste er seine eigene Klientel beleidigen
(DirektReboot, via vorwaerts.de)
Guck mal an, die SPD kann doch noch lustige Videos fabrizieren. Schade, dass die Idee erst jetzt verwirklicht wurde. Das wäre doch ein tolles Wahlkampfvideo geworden. Aber wie sagt man so schön? Nach der Wahl ist vor der Wahl. Warten wir also auf den Bluescreen. Oder Redscreen.
Hier ein Ausschnitt aus der Panorama Sendung vom 21.1.. Thema der Sendung war unter anderem die FDP und deren Versprechen die vor der Wahl in großen Tönen angekündigt wurde. Ein entlarvender Beitrag über das sogenannte “Liberale Sparbuch”.
(via rotstehtunsgut.de)
“Willkommen, und es geht bei uns los mit ELENA. ELENA ist ein Datenmonster. Die zentrale Speicherung von vielen sensiblen Informationen von rund 40 Millionen Arbeitnehmern. Um das Ausfüllen lästiger Formulare zu vereinfachen und zu verhindern, dass Sozialleistungen abgezockt werden. Ordentliche Bürger müssen da nicht misstrauisch sein? Aber warum misstraut dann der Staat den ordentlichen Bürgern so? Isabel Schayani und Jan Schmitt über ELENA, die seit Jahresanfang in unsere Privatsphäre vorrückt.”
(Direktkrake, via netzpolitik.org)
Das ist ein Bericht aus der Monitor Sendung vom 7.1. über ELENA. Eine Datenbank in der Informationen über alle 40 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland gespeichert werden sollen. Und das nun seit dem 1. Januar diesen Jahres. Seltsamerweise hört man in dem Bericht nur FDP Politiker reden. Der eine ist schon lange außer Dienst, der andere Innenminister von Baden-Württemberg. Beide kritisieren auf Teufel komm raus. Nun haben die Autoren auch bei Bundeswirtschaftsminister Brüderle angefragt. Der wollte allerdings nichts dazu sagen. Hm.
Okay. Hier ist also eine riesige Datenbank aufgebaut worden, die meiner Meinung nach gegen das Grundgesetz verstößt und moralisch-ethisch höchst zweifelhaft ist. Da frage ich mich, wer hat das verbrochen? Man ahnt schon schlimmes. Laut dem Bericht sind das Arbeits- und Wirtschaftsministerium dafür zuständig. Ersteres war seit 1998 in Hand der SPD. Zweiteres ebenfalls seit 1998, jedoch nur bis 2005. Ab da übernahm die CSU mit Michael Glos. Ungeklärt ist für mich bis jetzt nur noch aus welchem Teil der Regierung die Initiative für dieses Großprojekt kam. Und wo blieb die Gegenwehr? Nach 3 Jahren CDU/FDP Regierung würde mich ein solches Vorhaben nicht wundern. Aber nachdem die SPD nun 11 Jahre an der Regierung beteiligt war, dann sowas? Ist das die “Partei der Arbeit”?
Es ist herrlich zuzusehen wie sich die halbe Welt über das jamaikanische Experiment im Saarland aufregt und echauffiert. Aber mal ehrlich. Das Saarland? So what!?
Die Vertreter der CDU, CSU und FDP betreten einen Konferenzraum im Reichstag, allgemeines Getuschel. Nach und nach setzt sich jeder hin, bis so langsam Ruhe einkehrt.
Teilnehmende Personen:
Angela Merkel,
Ronald Pofalla,
Guido Westerwelle,
Horst Seehofer,
Wolfgang Schäuble,
Sabine Leutheuser-Schnarrenberger
Angela Merkel: Liebe Parteifreunde, werte Kollegen von der FDP, ich begrüße Sie alle sehr herzlich zu unseren Koalitionsverhandlungen. Bevors los geht, mag noch jemand ein Stückchen Kuchen, oder einen Kaffee? Ich mach auch nochmal ne Kanne, wenns sein muss!
Ronald Pofalla (leicht näselnd): Ach Angela, lass gut sein.
Guido Westerwelle (immer noch mitten im Wahlkampf, deshalb ist er sehr laut und engagiert): Jetzt muss aber mal Schluss sein mit diesem Käse hier! Es ist Deutschland hier! Wir wollen jetzt endlich die Steuersenkungen die man uns versprochen hat! Eine bodenlose Frechheit ist das! Jetzt tuuuuun Sie doch mal was, Frau Angela!
Angela Merkel (beschwichtigend, sehr präsidial): Haben Sie auch genug Kuchen und Kaffee? Och kommsedochmalher, Her Westerdingens, ich schütte ihnen noch nach.
Horst Seehofer (fällt Angela Merkel ins Wort): Ja Herrschaftszeiten, wos isn des!? Wo san denn jetzt die Stoiasenkung’ wos versprochen hams? Immer nur Kuchn und an Kaffee! I mog ned! Songs mir a moi Frau Merrrkel (Langes rollendes R), wos sollmer loswern? Hartz IV? Kurzoabeit?
Guido Westerwelle: Das ist doch genau das, was ich sage! Wir sind die FDP! Wir brauchen unbedingt diese Steuersenkungen! Sonst gehen wir ein, das kennen sie doch. Außerdem haben wir schon lange niemanden mehr ausgenommen und uns an ihm bereichert. 11 Jahre sind eine sehr lange Zeit! Das müssen sie schon einsehen, werte Freunde von der Union! Jetzt wollen wir endlich wieder loslegen und die Konten unserer Freunde in der Wirtschaft füllen. Es ist Deutschland hier!
Angela Merkel (leicht verdutzt, dennoch lächelnd): Äh, hm. Ja gut. Ähm. Dann machen wir das. Glaube ich. Oder? Sollen wir? Hm. Da müssen wir nochmal aufs Konto gucken, ob das geht! Ronald, guck mal ins Online Banking!
Ronald Pofalla: Oh, ich hab meinen Laptop vergessen. Welches Teil war das doch gleich? Dieses Flache, zum Aufklappen?
Wolfgang Schäuble guckt verstohlen durch die Runde
Angela Merkel: Wolfgang! Du schon wieder!
Wolfgang Schäuble (leicht stotternd): Angela! Ne, des war ich net. Kannsch mer glauben! Des letzte Mal wars die Ursel! Hab scho eeeewig keine Daten mehr gefressen! Ich bin clean!
Angela Merkel: Das glaubst du doch selber nicht, kommdochmalher Wolfgang, und bring der Mutti Ronalds Laptop.
Stark eingeschüchtert rollt Wolfgang Schäuble mit seinem Rollstuhl nach vorne zu seiner Chefin und übergibt schmollend Ronalds Laptop. Beleidigt zieht er von dannen.
Angela Merkel: Da ist er ja. Also Ronald, guck mal nach dem Geld.
Ronald klappt den Laptop auf, tippt auf dem Laptop rum, guckt mit ernster Miene auf den Bildschirm
Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (zeigt mit dem Finger auf Schäuble): Haaaahaaaa!!!
Angela Merkel: Also dieser russische Zupfkuchen ist ja ein Gedicht! Ist auch genug für alle da!
Guido Westerwelle: Wieso russisch? Es ist Deutschland hier!
Plötzlich springt die Tür auf, Josef Ackermann schaut herein.
Josef Ackermann: Oh, stör ich? Wie weit seid ihr denn mit den Finanzmarktregeln? Sind die schon weg?
Angela Merkel: Josef! Sei gegrüßt! Du störst doch nicht, nein. Das mit diesem Bankenzeugs machen wir schon noch. Keine Sorge. Ein Stück Kuchen? Kaffee?
Josef Ackermann: Yeah! Aber danke, grade nicht. Hab noch einen leichten Kater von der Party gestern. Peace!
Mit dem Victory Zeichen, lachend, schließt Josef Ackermann wieder die Tür und die fröhliche Runde ist wieder ungestört. Währenddessen steht Guido Westerwelle auf, und läuft an den Platz von Ronald Pofalla. Er schaut ihm über die Schulter um einen Blick auf den bundesdeutschen Kontostand zu gucken.
Guido Westerwelle: Was ist das da? Ist das ein Plus oder ein Minus? Wieso ist da so viel Rot? Waren das die Sozis? Kann man das nicht anders einfärben? Gelb wäre toll!
Ronald Pofalla: Ne, Guido. Rot heißt hier nicht SPD, sondern Minus. Wir haben da ein leichtes Defizit. Aber wir waren das nicht! Das waren alles die Sozis! Die SPD ist Schuld! Wir haben uns immer gewehrt und alles richtig gemacht! Ehrlich!
Guido Westerwelle (kreischend): WAAAAAAAAS??? Die Kassen sind leer? (fängt an zu weinen und rennt schluchzend aus dem Saal. Die restlichen Vertreter der Parteien, außer der FDP, schauen ihm belustigt hinterher. Den Liberalen ist jede Farbe aus dem Gesicht gewichen und starren mit offenen Mündern auf die sich schließende Tür.)
[Szenenwechsel] Guido Westerwelle sitzt im Gang auf einem Sofa, immer noch weinend, da kommt Peer Steinbrück mit einem Umzugskarton in den Händen vorbei. Der Rest der Szene spielt sich dann ungefähr so, wie im Video dargestellt, ab. Guido Westerwelle als Stewie Griffin, Peer Steinbrück dargestellt von Brian Griffin:
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