Da freut man sich schon die ganze Woche auf diesen einen Samstag. Auf dieses eine Spiel. Freunde treffen, Fussball gucken, 3 Punkte feiern. Und dann das. Laut Plan hätte alles wunderbar gepasst. Gute zwei Stunden vor Anpfiff wäre ich in Gelsenkirchen angekommen. Stressfrei, fröhlich, mit lecker Pils im Hals. Aber nicht nur der Fussball, nein auch das Leben als solches findet nicht im Konjunktiv statt. Hätte, wäre, wenn. Alles scheiße.
Man denkt sich nichts böses, sitzt gemütlich im Zug, surft ein wenig über den mobilen Hotspot, bis man sich plötzlich über den Druckabfall im Wagon wundert und der Zug langsamer wird. Bis er mitten in der Pampa (Montabaur) stehen bleibt. Für zweieinhalb Stunden. Was sich anfangs anfühlte wie eine normale kleine Panne, die ja immer mal passieren kann, entwickelte sich langsam aber sicher ein nicht mehr ganz so gutes Gefühl, ob man denn noch pünktlich sein würde. Nach und nach verdichteten sich die Hinweise auf die Ursache des unplanmäßigen Halts per Durchsage im Zug. Anfangs wurde noch vermutet eine Oberleitung wäre abgerissen, was ich auch twitterte.
Das war war, wie man nun weiß, natürlich nicht der Grund für den Unfall, bei dem leider 6 Fahrgäste leicht verletzt wurden. Wer gestern Abend Tagesschau gesehen hat, und auf den einschlägigen Nachrichtenportalen über die Meldung gestolpert ist, wurde korrekter informiert. Es war eine Tür, die “meinen” ICE kaputt gemacht hat. Eine Tür von einem anderen ICE, der in die entgegengesetzte Richtung fuhr. Die fiel im Tunnel einfach ab und schlug mit voller Wucht gegen das Bordbistro. Beim SWR findet sich auch ein kurzes Video zu dem Vorfall.
Irgendwann war dann klar, pünktlich zum Anpfiff komm ich nicht mehr in die Arena. Der vordere Zugteil fuhr bis Köln weiter, dort war Endstation. Also umsteigen. Ein Ersatz IC wurde relativ zeitnah noch bereitgestellt. Der fuhr bis Essen, und ab da wurden, mit einigen anderen Leidensgenossen (3 Gladbacher, 3 Schalker), zwei Taxen gekapert die uns dann fast direkt am Haupteingang absetzten.
In der 39. Minute saß ich dann endlich auf meinem Platz. Kurz darauf fiel das 2:1 durch Jefferson Farfan, und die Welt war wieder in Ordnung.
Zu meinem nächsten Heimspiel nehm ich mir 2 Wochen vorher Urlaub und lauf zu Fuß, in der Hoffnung, dass mir niemand eine Tür ein den Kopf schmeißt.
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