Im letzten Artikel ging es um die baden-württembergischen Grünen und deren Haltung zu Studiengebühren. Parallel zu meinem Post bloggte Christian an dieser Stelle ebenfalls darüber. Dort hat sich in den Kommentaren eine Diskussion entwickelt auf die ich gerne hinweisen möchte. Hier geht es weiter. Unter anderem haben sich dort Daniel Mouratidis und auch Ute Vogt zu Wort gemeldet.
Es wäre mehr als begrüßenswert, wenn die Grünen die Abkehr von ihren “StudienCredits” nun endlich beschließen. Egal wie man es benennt. Studiengebühren sind fürn Arsch!
Den Amoklauf von Littleton an der Columbine Highschool habe ich noch in relativ guter Erinnerung. Damals war ich in Wales auf Austauschfahrt, und konnte die Bilder im Fernsehen sehen. Für mich war das aber alles irgendwie nicht wirklich greifbar und sehr weit weg. Meine Schule lag in einem kleinen Nest im Schwarzwald. Da bekommt man sowieso nicht soviel mit. Als dann schließlich Robert S. in Erfurt an seiner alten Schule Amok lief, war das plötzlich anders. Mittlerweile in der 12. Klasse, und einschlägigen Computerspielen auch nicht abgeneigt, war das Thema so präsent wie nie. Was bringt einen Menschen dazu in so einer heftigen Art und Weise auszurasten und Unschuldigen das Leben zu nehmen? Wenn man den Medien und der CSU glauben will, dann können das in der Tat nur die bösen Killerspiele sein.
Nun, nach dem Amoklauf in Winnenden, kocht diese alte Diskussion um gewalttätige Killerspiele wieder hoch. Früher habe ich mich nicht nur geärgert, ich war wütend darüber PC Spiele für eine so schreckliche Tat verantwortlich zu machen. Sicherlich unbestritten ist, dass Amokläufer einen Hang zu solchen Spielen hatten. Da wird einem vielleicht das geboten was man sowieso schon im Kopf hat. Aber die viel wichtigere Frage muss doch sein, wieso hat man das alles im Kopf? Die Frage nach dem “Warum” mit gewalttätigen Videospielen zu beantworten halte ich für mehr als töricht und unverschämt. Diese Diskussion hilft wirklich niemandem.
Man durfte in der letzten Woche dann auch schließlich lesen, dass Lehrer eine Gefahrenzulage fordern, dann kommt mir die Galle hoch. Macht euren Job verdammt nochmal richtig, dann passiert sowas nicht mehr! Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um so etwas zu fordern? Das ist doch ein Schlag in das Gesicht aller besorgten Eltern. In dem Zusammenhang darf es niemanden wundern, dass diese Forderungen von Unionspolitikern unterstützt wird:
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche zeigte Sympathien für die Position. Die «Bild»-Zeitung zitierte sie mit den Worten: «Der Lehrerberuf wird auch vor dem Hintergrund von Gewalt immer schwieriger. Eine Diskussion über spezielle Gehälter halte ich deshalb für richtig.»
Quelle: derWesten.de
Solche Vorschläge helfen nicht weiter. Symptome bekämpfen durch Verbote und weitere Einschränkungen, anstatt eine fundierte Ursachenforschung zu betreiben und schließlich Schwachstellen im System aufzeigen und beheben. Das ist keine anständige und verantwortungsvolle Politik. Das ist einfach nur frech.
Bildungspolitik findet meines Erachtens nicht allein im großen Rahmen der Landes- oder Bundespolitik statt. Bildungspolitik findet vor Ort statt – mit Menschen, die sich dafür verantwortlich fühlen, sich finden, zusammen tun und gestalten wollen. Nicht das Rufen nach irgendjemanden oder dem Staat bringt uns in der Frage nach vorn, sondern das eigene Handeln.
Ich kann etwas tun, also tue ich etwas. Eigentlich ist das gar nicht so schwer.
Man sollte einfach einmal ein Ohr für die pädagogischen, sozialpädagogischen und bildnerischen Belange in seinem Lebensumfeld haben und die Fachleute in den sozialen und Bildungs-Einrichtungen von den Kindergärten über die Schulen bis hin zu den außerschulischen, sozialen Bildungseinrichtungen politisch und in ihrer gesellschaftlichen Wertigkeit unterstützen.
Man muss sich bildungspolitisch einsetzen, dass die sozialen Berufe angefangen vom staatlich anerkannten Erzieher bis hin zu den universitären sozialen Berufen endlich zu der Anerkennung in unserer Gesellschaft kommen, die ihnen gebürt ähnlich wie es in Skandinavien und in der Schweiz schon längstens der Fall ist.
Weil der Großteil unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren den sozialen Berufen in Aus- und Fortbildung und Ausübung kein Gewicht geschenkt hat, demnach auch keinerlei sonderliche finanzielle Wertigkeit entgegengebracht hat und einem dekadenten Materialismus verfallen ist, sieht es im sozialen und Bildungs-Bereich so aus, wie es nun hierzulande einmal aussieht.
All diesen Menschen, die für diese Entwicklung Verantwortung tragen, sei der „Dank“ der Menschen gewiss – vom Kind bis hin zum Erwachsenen – die in naher Zukunft die Rechnung und Quittung dafür zahlen müssen.
Schlechte soziale Systeme, die Kinder und Erwachsene durch mangelnde Kompetenzen (system- und/oder ausbildungsbedingt) in ihren Entwicklungen bremst, behindert oder einschränkt, müssen verändert werden. Diese Behinderungen sind aber vorhanden und sind heute schon im Kindergarten und in der Grundschule angekommen.
Fachleute insbesondere aus der Praxis müssen bewusster und verstärkterziehungs-und bildungswissenschaftliche Modelle anregen, die es auch in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit schon seit Jahrzehnten im Raum der Privatschulen und erziehungswissenschaftlich-orientierten Bildungseinrichtungen äußerst positiv und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.
Welchen Schaden Menschen nehmen können, erlebe ich z.B.täglich in meiner Arbeit. Frühe Prävention verhindert enorme spätere, private und insbesondere gesellschaftliche Kosten.
Um qualifizierte, fachliche Arbeit überhaupt leisten zu können, muss nicht nur an der Ausbildung der Fachleute sich etwas ändern, sondern gerade auch an der Personal- und Leitungsstruktur.
Soziale, pädagogische Einrichtungen gehören in fachliche Hände.
Die Misere im Bildungsbereich rührt auch daher, dass fachinkompetente und fachfremde Personen Einrichtungen leiten und/oder maßgeblich mitbestimmen – ohne eine pädagogische, erziehungs- oder bildungswissenschaftliche Ahnung zu haben. Da wird pädagogisches Arbeiten nämlich schwierig oder gar unmöglich gemacht.
Darunter muss ein Schlussstrich gezogen werden, denn kein anderer Berufsstand lässt es zu, sich von Fachfremden in ihre Kompetenzen so hineinreden zu lassen wie es im pädagogischen Bereich der Fall ist. Von daher ist politische Unterstützung von dringender Notwendigkeit, denn ohne fachliche, politische Unterstützung von Außen ist eine innere Änderung und Reform bestehender Systeme nur schwerfällig bis gar nicht möglich und das können wir uns im Raum des globalisierten Lebens und Überlebens in keiner Weise mehr erlauben.
„Aufgemerkt – da muss sich etwas ändern !“
Die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung, Dr. Eva-Maria Stange, erklärt an dieser Stelle weshalb faire und gerechte Bildungspolitik nur mit der SPD machbar ist.
Wir wollen den gebührenfreien Zugang zur Bildung von der Kindertagesstätte bis zum Masterabschluss an der Hochschule. Die Union schreckt mit ihren Studiengebühren junge, leistungsstarke Menschen aus einkommensschwachen Familien davon ab, ein Studium aufzunehmen. Damit führt sie das von ihr proklamierte Motto “Aufstieg durch Bildung” ad absurdum.
Weg mit den Studiengebühren, besseres und anständiges Bafög. Das sind nur einige der Eckpunkte mit denen eine erfolgreiche Bildungspolitik in Deutschland möglich ist. Ich warte jetzt schon auf den Aufschrei nächsten Kommentar aus der liberalen Ecke der Familie.
Bildungspolitik findet meines Erachtens nicht allein im großen Rahmen der Landes- oder Bundespolitik statt.
Bildungspolitik findet vor Ort statt – mit Menschen, die sich dafür verantwortlich fühlen, sich finden, zusammen tun und gestalten wollen.
Nicht das Rufen nach irgendjemanden oder dem Staat bringt uns in der Frage nach vorn, sondern das eigene Handeln.
Ich kann etwas tun, also tue ich etwas. Eigentlich ist das gar nicht so schwer.
Um ein Ohr für die pädagogischen, sozialpädagogischen und bildnerischen Belange im Kreis zu haben, sollte man einfach einmal die Schulen bis hin zu den außerschulischen, sozialen Bildungseinrichtungen besuchen.
Bildungspolitisch müssen sich die Fachleute dafür einsetzen, dass die sozialen Berufe angefangen vom staatlich anerkannten Erzieher bis hin zu den universitären sozialen Berufen endlich zu der Anerkennung in unserer Gesellschaft kommen, die ihnen gebührt – ähnlich wie es in Skandinavien und in der Schweiz schon längstens der Fall ist. Da dies in Deutschland nicht der Fall ist, muss man sich auch nicht über die Verfassung unserer Kinder und Jugendlicher wundern – aber Dank Ritalin und Metylphenidat kann man sie ja im Zaum halten……
Und dazu kommt, dass der Großteil unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren den sozialen Berufen in Aus- und Fortbildung und Ausübung kein Gewicht geschenkt hat, demnach auch keinerlei sonderliche finanzielle Wertigkeit entgegengebracht hat und einem dekadenten Materialismus verfallen ist, sieht es im sozialen und Bildungs-Bereich so aus, wie es nun hierzulande einmal aussieht.
All diesen Menschen, die für diese Entwicklung Verantwortung tragen, sei der „Dank“ der Menschen gewiss – vom Kind bis hin zum Erwachsenen – die in naher Zukunft die Rechnung und Quittung dafür zahlen müssen.
Fachleute sind deshalb dazu aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass schlechte soziale Systeme, die Kinder und Erwachsene durch mangelnde Kompetenzen (system- und/oder ausbildungsbedingt) in ihren Entwicklungen bremst, behindert oder einschränkt, zu verändern. Diese Behinderungen sind heute schon im Kindergarten und in der Grundschule angekommen. Fachfremde sollten keine verantwortlichen Aufgaben in sozialen und Bildungs-Einrichtungen bekommen. Denn sonst könnte auch jeder, der die Bibel lesen kann, sonntags auf die Kanzel steigen und eine Predigt predigen – wer wortgewandt ist, bekommt das allemal hin…..mit anderen Worten, wer Bibel lesen kann, kann sich Pastor nennen….und wer Auto fahren kann, kann Autos bauen…..und wer in einem Haus wohnt kann sich Wohnarchtitekt nennen und Häuser bauen……..
Es sind positive, erziehungs-und bildungswissenschaftliche Modelle anzuregen, die es auch in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit schon seit Jahrzehnten im Raum der Privatschulen und erziehungswissenschaftlich orientierten Bildungseinrichtungen äußerst positiv und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.
Welchen Schaden Menschen nehmen können, ist täglich in therapeutischer und pädagogischer Arbeit zu erleben. Frühe Prävention verhindert enorme spätere, private und insbesondere gesellschaftliche Kosten.
Um qualifizierte, fachliche Arbeit überhaupt leisten zu können, muss nicht nur an der Ausbildung der sozialen und Lehr-Berufe etwas geändert werden, sondern gerade auch an der Personal- und Leitungsstruktur in sozialen und pädagogischen Einrichtungen.
Soziale, pädagogische Einrichtungen gehören in fachliche Hände.
Die Misere im Bildungsbereich rührt auch daher, dass fachinkompetente und fachfremde Personen Einrichtungen leiten und/oder maßgeblich mitbestimmen – ohne eine pädagogische, erziehungs- oder bildungswissenschaftliche Ahnung zu haben. Da wird pädagogisches Arbeiten nämlich schwierig oder gar unmöglich gemacht.
Darunter muss ein Schlussstrich gezogen werden, denn kein anderer Berufsstand lässt es zu, sich von Fachfremden in ihre Kompetenzen so hineinreden zu lassen wie es im pädagogischen Bereich der Fall ist. Von daher ist politische Unterstützung von dringender Notwendigkeit, denn ohne fachliche, politische Unterstützung von Außen ist eine innere Änderung und Reform bestehender Systeme nur schwerfällig bis gar nicht möglich und das können wir uns im Raum des globalisierten Lebens und Überlebens in keiner Weise mehr erlauben.
Manchmal schleicht sich der Eindruck ein, dass nur ein bildungsfernes Volk sich leicht regieren lässt. Stichpunkte Wahlbeteiligung, Lesefeindlichkeit bzgl. der Parteiprogramme, Unwissenheit über politische Zusammenhänge……
„Aufgemerkt – da muss sich etwas ändern !“
Letzte Kommentare