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Politik

Wie macht man Politik für junge Menschen attraktiv?

24.11.08 | Link | 3 Kommentare | Autor: Julian

Die Frage hat mich heute auf dem Heimweg beschäftigt. Vor allem deshalb weil mich Igor, Vorsitzender der Jusos Stuttgart, vor kurzem erst darauf angesprochen hat. Wie ich das denn so sähe, ich sei ja noch recht frisch dabei. Ziel soll ja sein jungen Menschen zu vermitteln, dass politisches Engagement Spaß macht, und man was erreichen kann. Aber auf die Art und Weise kommt es an. Mit langatmigen Diskussionen um die Leiden der Welt kommt man, meiner Meinung nach, nicht weiter. Sowas schreckt sehr viele einfach ab. Ich halte politisches Engagement in jungen Jahren für außerordentlich wichtig – und beiße mir dabei selbst in den Hintern, dass ich den Schritt nicht schon sehr viel eher getan habe.

Einen sehr interessanten Denkansatz hat uns da Luisa am letzten Wochenende beim Wahlkampfseminar gegeben. In ihrem Vortrag über die Werbekampagne der Jusos Denzlingen kamen einige gute Ideen vor, die sich so manche AG und mancher Kreisverband zu Herzen nehmen sollten. Die Grundaussage kann man ziemlich einfach zusammen fassen: Präsenz zeigen. Egal wie. Der Erfolg kommt ganz von alleine. Da gibt die Statistik den Genossen aus Denzlingen absolut recht. Aber wichtig ist auch hierbei die Leute die man anspricht nicht mit Standardfloskeln abzuschrecken, sondern ehrlich und authentisch zu sein. Der Rest ergibt sich ganz von alleine. Präsenz kann alles sein: vor Ort auf Festen oder Parties, online, in der Zeitung, im Radio, Fernsehen wird vielleicht ein wenig schwierig, aber zu schaffen ist das allemal.

Für die SPD und die Jusos mag das zur Zeit aufgrund der Vorkommnisse in Hessen, und der Geschichte um Kurt Beck schwierig sein. Aber genau deshalb muss man den Menschen zeigen, dass es vor Ort anders ist, und nicht den Kopf in den Sand stecken. Ich halte es auch für unnötig junge Menschen, die schon den Wunsch in sich tragen sich zu engagieren und politisch interessiert sind, bei der erstbesten Konfrontation Parteiprogramme um die Ohren zu schlagen. Das überfordert viele und ist der Sache nicht wirklich dienlich. Diejenigen die ohnehin schon ein sehr breit gefächertes Wissen und Interesse mitbringen werden sich auch bei Versammlungen und deren Diskussionen verstecken.

Mir geht es da speziell um die Klientel, die vielleicht kein Abitur gemacht hat, und auch kein Studium angefangen hat. Was mir in den letzten Monaten und auch teilweise Jahren aufgefallen ist, dass das politische Interesse junger Leute mit dem Bildungsgrad rapide abnimmt. Dazu muss erwähnt werden, dass ich da nur Erfahrung mit 2 Kreisverbänden der Jusos gemacht habe, und hier überwiegt ganz klar der Anteil der Studierenden. Das ist ein Zustand den man nicht hinnehmen darf. Daran muss gearbeitet werden. Wie die Situation bei den anderen Jugendorganisationen aussieht weiß ich nicht. Da wissen vielleicht Henning oder Jan mehr, ob es bei der Grünen Jugend oder den Julis ähnlich aussieht.

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