Das war sie also, die Bundestagswahl 2009. Eine krachende Niederlage für die SPD wie sie härter und schmerzhafter nicht hätte ausfallen können. Was ich insgeheim schon vor Monaten vermutete ist also gestern tatsächlich mit aller Gewalt eingetreten. Und mir fehlen da auch irgendwie die Worte um diesen immensen Verlust zu erklären. Hätte ich diesen Artikel gestern angefangen zu schreiben, so wären meine Worte wahrscheinlich um einiges härter ausgefallen. Aber die Emotionen weichen so langsam der Hoffnung auf einen ordentlichen Neuanfang für die Partei. Das ist meines Erachtens unumgänglich. Die gestrige Wahl wurde sicherlich nicht aufgrund des Wahlkampfs der CDU, der im Endeffekt keiner war, verloren, sondern weil sich die SPD die eigenen Wähler vergrault hat. Wenn ich mir die Statistiken zur Wählerwanderung anschaue, zeigt das ein sehr eindeutiges Bild. Gute 2 Millionen gingen an die Fraktion der Nichtwähler verloren, dazu noch ein ganzer Batzen an die Linke. Während ich hier gerade diesen Artikel schreibe sitzt die Parteiführung in Berlin zusammen und führt eine erste Wahlanalyse durch. Egal was dort geredet wird, dieses Wahlergebnis wird erhebliche personelle Konsequenzen nach sich ziehen. Und das ist auch gut so.
“Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist.”
Ich plädiere offen für einen wirklichen Neuanfang. Und mit dieser Forderung stehe ich in der Partei auch nicht alleine da. Vor allem bei den Jusos brodelt es wirklich heftig. Auf der heutigen Vollversammlung der Jusos Stuttgart wurde ein Brief an Ute Vogt und Ute Kumpf aufgesetzt, in dem beide dazu aufgefordert werden Frank-Walter Steinmeier nicht zum Fraktionschef zu wählen. Es mag durchaus redlich von ihm sein weitermachen zu wollen. Aber soll er das auch? Immerhin kann man ihm sehr wohl ankreiden an der inhaltlichen Misere der Partei mit schuld zu sein. Rückblickend waren es nicht nur die Agenda 2010 und die Hartz Gesetze, sondern auch in jüngster Zeit die Rente mit 67 die vehement verteidigt wurde. In meinen Augen ist das eine Forderung die in der SPD soviel zu suchen hat wie ein schwarzgelber Schal in der Schalker Nordkurve. Man wird sich also genau überlegen müssen wo die Reise hingehen soll. Ein “Weiter so!” darf und kann es auf keinen Fall geben. Dazu gibt es zuviele gute, junge, unverbrauchte und fähige Gesichter in der Partei.
Explizit will ich noch Christians Artikel zum Wahlausgang auf rotstehtunsgut.de erwähnen, dessen Meinung ich zu 100% teile und unterstütze.
Schlagwörter:SPD
Töffte!
[...] bezweifle mal, dass er diese Rolle ausfüllen kann. Die Jusos Bayern drücken es ähnlich aus. Aus Stuttgart hört man nicht weniger deutliche Worte. Dort wird wohl auch Landeschefin Ute Vogt ihren Stuhl [...]