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Politik

Liberal – ein Versuch einer grundlegenden Definition

03.10.08 | Link | Kommentieren? | Autor: Jörg

Was heißt eigentlich “liberal”? Liberalismus lässt sich auf eine ganz einfache Formel bringen:

Freiheit + Verantwortung + Toleranz = Liberalismus

Der Liberalismus ist zunächst einmal eine politische Philosophie.

Im Zentrum der politischen Philosophie des Liberalismus steht das Individuum, dessen Freiheit zu sichern und verteidigen die oberste Aufgabe des Staates sei, sowie das Prinzip der Nichtaggression. Die individuelle Freiheit ist nach liberaler Überzeugung die Grundnorm und Basis einer menschlichen Gesellschaft, auf die hin der Staat und seine politische wie wirtschaftliche Ordnung auszurichten seien.

Wo die Freiheit des Einzelnen berührt wird, habe jede, auch die staatliche Gewalt zu enden – der Staat habe nur dann einzugreifen, wenn die Freiheit der Individuen verletzt wird. Seine Rolle habe sich vorrangig auf den Erhalt von Recht und Freiheit zu beschränken.
Dem Einzelnen solle durch sein Mehr an Freiheit auch mehr Verantwortung für sich selbst übertragen werden. Des Weiteren steht eine liberale Weltanschauung für den freien Wettbewerb in der Wirtschaft und richtet sich somit prinzipiell gegen staatliche Regulationen.

Der Liberalismus steht im Gegensatz zum Totalitarismus und gilt vielerorts als Voraussetzung, wenn nicht als Synonym zur Auffassung einer modernen pluralistischen Demokratie. Bis in die Gegenwart betrachten sich auch Vertreter von nicht explizit liberalen Parteien als Liberale im Sinne der aufklärerischen philosophischen Definition des Liberalismus.

Der Liberalismus begründete die Emanzipation (Befreiung) von überlieferten Dogmen aus dem Feudalismus und Absolutismus, die Unfreiheit rechtfertigen sollten (beispielsweise Gottesgnadentum). Er war wesentlich inspiriert von der Philosophie der Aufklärung ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; der Begriff selbst wurde aber erst 1812 in Spanien geprägt.

Vom Anarchismus unterscheidet sich der Liberalismus durch die Auffassung, dass der Staat zur Garantie von Freiheit und Eigentum als notwendig angesehen wird. Es gibt aber durchaus unterschiedliche Auffassungen, was er zu dieser Sicherung zu tun hat und wie weit seine Kompetenzen gehen.

Liberalismus

[aus lateinisch liberalis »die Freiheit betreffend«] der, Staats-, Gesellschafts- und Wirtschaftsauffassung, die die Freiheit des Einzelnen als grundlegende Norm des menschlichen Zusammenlebens ansieht, den Fortschritt in Kultur, Recht, Sitte, Wirtschaft und sozialer Ordnung als geschichtliche Entwicklung annimmt und eine fortgesetzte Emanzipation des Individuums fordert. Auf wirtschaftlichem Gebiet fordert er die Beseitigung staatlicher Eingriffe in das wirtschaftliche und soziale Leben (»Laisser-faire«, Gewährenlassen); bei freiem Wettbewerb durch Gewerbefreiheit und Freihandel sollen sich Preise und Löhne nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage im freien Spiel der Kräfte regeln. Die liberalen Parteien spielten im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle, mit dem Entstehen moderner, an liberalen Ideen orientierter Massenbewegungen erfuhr der parteipolitisch organisierte Liberalismus aber v.a. im 20. Jahrhundert einen Bedeutungsverlust.

Quelle: Der Brockhaus in einem Band

Liberal

[lat.(-fr.)]: 1. hochherzig, freigebig, großzügig, gütig. 2. a) vorurteilslos (bes. in politischer u. religiöser Beziehung); b) freiheitlich gesinnt; für die Rechte des Individuums eintretend.
Liberalismus: der: -: bes. im Individualismus wurzelnde, im 19. Jh. in politischer, wirtschaftlicher u. gesellschaftlicher Hinsicht entscheidend prägende Denkrichtung u. Lebensform, die Freiheit, Autonomie, Verantwortung u. freie Entfaltung der Persönlichkeit vertritt.

Quelle: DUDEN – Das Fremdwörterbuch

Theodor Heuss, erster Bundespräsident der BRD, hat einmal gesagt: “Demokratie und Freiheit sind nicht bloß Worte, sondern lebensgestaltende Werte.”

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