Bildungspolitik findet meines Erachtens nicht allein im großen Rahmen der Landes- oder Bundespolitik statt.
Bildungspolitik findet vor Ort statt – mit Menschen, die sich dafür verantwortlich fühlen, sich finden, zusammen tun und gestalten wollen.
Nicht das Rufen nach irgendjemanden oder dem Staat bringt uns in der Frage nach vorn, sondern das eigene Handeln.
Ich kann etwas tun, also tue ich etwas. Eigentlich ist das gar nicht so schwer.
Um ein Ohr für die pädagogischen, sozialpädagogischen und bildnerischen Belange im Kreis zu haben, sollte man einfach einmal die Schulen bis hin zu den außerschulischen, sozialen Bildungseinrichtungen besuchen.
Bildungspolitisch müssen sich die Fachleute dafür einsetzen, dass die sozialen Berufe angefangen vom staatlich anerkannten Erzieher bis hin zu den universitären sozialen Berufen endlich zu der Anerkennung in unserer Gesellschaft kommen, die ihnen gebührt – ähnlich wie es in Skandinavien und in der Schweiz schon längstens der Fall ist. Da dies in Deutschland nicht der Fall ist, muss man sich auch nicht über die Verfassung unserer Kinder und Jugendlicher wundern – aber Dank Ritalin und Metylphenidat kann man sie ja im Zaum halten……
Und dazu kommt, dass der Großteil unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren den sozialen Berufen in Aus- und Fortbildung und Ausübung kein Gewicht geschenkt hat, demnach auch keinerlei sonderliche finanzielle Wertigkeit entgegengebracht hat und einem dekadenten Materialismus verfallen ist, sieht es im sozialen und Bildungs-Bereich so aus, wie es nun hierzulande einmal aussieht.
All diesen Menschen, die für diese Entwicklung Verantwortung tragen, sei der „Dank“ der Menschen gewiss – vom Kind bis hin zum Erwachsenen – die in naher Zukunft die Rechnung und Quittung dafür zahlen müssen.
Fachleute sind deshalb dazu aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass schlechte soziale Systeme, die Kinder und Erwachsene durch mangelnde Kompetenzen (system- und/oder ausbildungsbedingt) in ihren Entwicklungen bremst, behindert oder einschränkt, zu verändern. Diese Behinderungen sind heute schon im Kindergarten und in der Grundschule angekommen. Fachfremde sollten keine verantwortlichen Aufgaben in sozialen und Bildungs-Einrichtungen bekommen. Denn sonst könnte auch jeder, der die Bibel lesen kann, sonntags auf die Kanzel steigen und eine Predigt predigen – wer wortgewandt ist, bekommt das allemal hin…..mit anderen Worten, wer Bibel lesen kann, kann sich Pastor nennen….und wer Auto fahren kann, kann Autos bauen…..und wer in einem Haus wohnt kann sich Wohnarchtitekt nennen und Häuser bauen……..
Es sind positive, erziehungs-und bildungswissenschaftliche Modelle anzuregen, die es auch in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit schon seit Jahrzehnten im Raum der Privatschulen und erziehungswissenschaftlich orientierten Bildungseinrichtungen äußerst positiv und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.
Welchen Schaden Menschen nehmen können, ist täglich in therapeutischer und pädagogischer Arbeit zu erleben. Frühe Prävention verhindert enorme spätere, private und insbesondere gesellschaftliche Kosten.
Um qualifizierte, fachliche Arbeit überhaupt leisten zu können, muss nicht nur an der Ausbildung der sozialen und Lehr-Berufe etwas geändert werden, sondern gerade auch an der Personal- und Leitungsstruktur in sozialen und pädagogischen Einrichtungen.
Soziale, pädagogische Einrichtungen gehören in fachliche Hände.
Die Misere im Bildungsbereich rührt auch daher, dass fachinkompetente und fachfremde Personen Einrichtungen leiten und/oder maßgeblich mitbestimmen – ohne eine pädagogische, erziehungs- oder bildungswissenschaftliche Ahnung zu haben. Da wird pädagogisches Arbeiten nämlich schwierig oder gar unmöglich gemacht.
Darunter muss ein Schlussstrich gezogen werden, denn kein anderer Berufsstand lässt es zu, sich von Fachfremden in ihre Kompetenzen so hineinreden zu lassen wie es im pädagogischen Bereich der Fall ist. Von daher ist politische Unterstützung von dringender Notwendigkeit, denn ohne fachliche, politische Unterstützung von Außen ist eine innere Änderung und Reform bestehender Systeme nur schwerfällig bis gar nicht möglich und das können wir uns im Raum des globalisierten Lebens und Überlebens in keiner Weise mehr erlauben.
Manchmal schleicht sich der Eindruck ein, dass nur ein bildungsfernes Volk sich leicht regieren lässt. Stichpunkte Wahlbeteiligung, Lesefeindlichkeit bzgl. der Parteiprogramme, Unwissenheit über politische Zusammenhänge……
„Aufgemerkt – da muss sich etwas ändern !“
Schlagwörter:Bildung
Töffte!
Ich bin überrascht. Mit dieser politischen Schiene hätte ich bei dir nie gerechnet… Bin mal gespannt was du noch so auf Lager hast ;)
Obacht! Noch ist das nicht erkennlich, aber dieser Text stammt nicht von mir ;)
Solange es keine BUNDESEINHEITLICHE Schulpolitik gibt und Bildungspolitik Ländersache bleibt ist es eh witzlos.
Es kommt nicht auf die materielle Form der Bildung an, sondern auf die inhaltliche, zukunftsweisende Form, die von Verantwortung tragenden Erwachsenen in Pädagogik und Lehre gestaltet wird.
Die gesamte materielle Diskussion führt zu nichts und verbleibt im Gerede über….wie zum Beispiel folgende politische Beobachtung:
Die Forderung des sächsischen SPD-Politikers Bullerjahn nach einer weiteren Mehrwertsteuererhöhung ist eine genauso große Unverschämtheit wie die Forderung nach einem Bildungssoli.
Wir bekommen nicht dadurch eine bessere Bildung in Deutschland, indem wir unseren Bürgern immer mehr Geld aus der Tasche ziehen. Die Menschen brauchen das Geld, um in ihre eigene Bildung und die ihrer Kinder zu investieren. Es wäre eine bildungspolitische Sünde, wenn wir die Grundverantwortung für Bildung und Erziehung den Elternhäusern durch einen derartigen Bildungssozialismus entziehen.
Das Grundprinzip, “gebt nur euer Geld beim Staat ab, er wird’s für eure Kinder richten”, widerspricht jedem freiheitlichen Menschenbild und jedem liberalen Bildungsverständnis