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Politik

“Die übliche Diskussion”

21.03.09 | Link | Kommentieren? | Autor: Julian

Den Amoklauf von Littleton an der Columbine Highschool habe ich noch in relativ guter Erinnerung. Damals war ich in Wales auf Austauschfahrt, und konnte die Bilder im Fernsehen sehen. Für mich war das aber alles irgendwie nicht wirklich greifbar und sehr weit weg. Meine Schule lag in einem kleinen Nest im Schwarzwald. Da bekommt man sowieso nicht soviel mit. Als dann schließlich Robert S. in Erfurt an seiner alten Schule Amok lief, war das plötzlich anders. Mittlerweile in der 12. Klasse, und einschlägigen Computerspielen auch nicht abgeneigt, war das Thema so präsent wie nie. Was bringt einen Menschen dazu in so einer heftigen Art und Weise auszurasten und Unschuldigen das Leben zu nehmen? Wenn man den Medien und der CSU glauben will, dann können das in der Tat nur die bösen Killerspiele sein.

Nun, nach dem Amoklauf in Winnenden, kocht diese alte Diskussion um gewalttätige Killerspiele wieder hoch. Früher habe ich mich nicht nur geärgert, ich war wütend darüber PC Spiele für eine so schreckliche Tat verantwortlich zu machen. Sicherlich unbestritten ist, dass Amokläufer einen Hang zu solchen Spielen hatten. Da wird einem vielleicht das geboten was man sowieso schon im Kopf hat. Aber die viel wichtigere Frage muss doch sein, wieso hat man das alles im Kopf? Die Frage nach dem “Warum” mit gewalttätigen Videospielen zu beantworten halte ich für mehr als töricht und unverschämt. Diese Diskussion hilft wirklich niemandem.

Man durfte in der letzten Woche dann auch schließlich lesen, dass Lehrer eine Gefahrenzulage fordern, dann kommt mir die Galle hoch. Macht euren Job verdammt nochmal richtig, dann passiert sowas nicht mehr! Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um so etwas zu fordern? Das ist doch ein Schlag in das Gesicht aller besorgten Eltern. In dem Zusammenhang darf es niemanden wundern, dass diese Forderungen von Unionspolitikern unterstützt wird:

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche zeigte Sympathien für die Position. Die «Bild»-Zeitung zitierte sie mit den Worten: «Der Lehrerberuf wird auch vor dem Hintergrund von Gewalt immer schwieriger. Eine Diskussion über spezielle Gehälter halte ich deshalb für richtig.»

Quelle: derWesten.de

Solche Vorschläge helfen nicht weiter. Symptome bekämpfen durch Verbote und weitere Einschränkungen, anstatt eine fundierte Ursachenforschung zu betreiben und schließlich Schwachstellen im System aufzeigen und beheben. Das ist keine anständige und verantwortungsvolle Politik. Das ist einfach nur frech.

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