Seit einigen Tagen sorgt die Solidarische Moderne für einigen Wirbel in der politischen Landschaft. Das “Crossover-Institut” soll ein Think Tank sein, der von Politikerinnen und Politikern des, parteiübergreifenden, linken Spektrums ins Leben gerufen wurde. Von Grünen über die SPD, bis zur Linkspartei ist alles dabei. Aus der SPD sind das bisher, so gut wie ausnahmslos, Vertreter des linken Parteiflügels, allen voran Andrea Ypsilanti, Hermann Scheer und der Juso Bundesvorsitzenden Franziska Drohsel.
Man kann an dieser Stelle anfangen rumzunörgeln, zu meckern, (Eine schöne kleine Presse-, und Blogschau findet Ihr auf Homo Politicus) oder sich, wie Till, an der Namensgebung reiben. Damit macht man es sich aber zu einfach, anstatt zu erkennen, dass eine solche Initiative schon seit Jahren nötig ist. Es ist an der Zeit, dass zusammenwächt, was zusammen gehört. Betrachtet man sich objektiv die Inhalte der 3 großen linken Parteien, zu denen ich die Grünen auf Bundesebene noch dazu rechen, stellt man fest, dass sich viele Themen nur marginal Unterscheiden. Die Richtung ist die gleiche. Eines der größten Probleme der linken Mitte unserer politischen Landschaft ist das fehlende große Ziel vor Augen. Dazu gesellen sich Streitereien und Schmierenkampagnen in und durch die Medien, und schon scheint keine der linken, sozialdemokratischen Parteien mehr wählbar – Übrigens ein furchtbarer Begriff, finde ich. Würde man nur nach diesem Kriterium bei einer Wahl entscheiden, bliebe man gleich zuhause. Oh. – zu sein.
Es steht außer Frage, dass das ISM* außer der eigenen Gründung noch nicht viel geleistet hat. Aber es war ein wichtiger und nötiger Schritt um mittel-, bis langfristig ein klares politisches Ziel für Deutschlands linke Mitte zu formulieren. Eine neue Vision für das neue Jahrzehnt, und darüber hinaus. Dafür muss aber noch einiges geleistet werden. Ein absolut positives Zeichen ist die Zahl der Mitglieder, die schon gewonnen wurden. Seit Gründung haben sich schon über 500 Menschen dazu entschlossen mit zu wirken. Das ist mehr als beachtlich und ein gutes Zeichen.
Auf der eigenen Internet Seite, solidarische-moderne.de, findet man alle weiteren Informationen und Inhalte die man braucht. Dort kann man sich auch online anmelden und Mitglied werden.
* ISM: Abkürzung für “Institut Solidarische Moderne”
Schlagwörter:Die Grünen, Die Linke, ISM, SPD, Thinktank
Töffte!
Hab mich ja, trotz der Namensnörgelei, dann doch als Gründungsmitglied eintragen lassen – teile also die grundsätzliche Einschätzung, dass das ISM sinnvoll ist.
Was ich nicht so ganz teile, ist die Vorstellung, dass die Programmatiken von SPD, GRÜNEN und LINKEN inzwischen nahezu deckungsgleich sind. Da gibt’s doch erheblich Unterschiede (sei es in der Frage, ob es sowas wie ein “Primat der Ökologie” gibt, sei es in der Frage, ob eher an klassischen Vorstellungen von Sozialstaat festgehalten wird oder es ganz leichte Tendenzen in Richtung Grundeinkommen/Grundsicherung mit wenig Hürden gibt). Die Differenzen sehe ich also schon. Es ist auch kein Wunder, dass nicht nur von der SPD, sondern auch von den Grünen eher Leute aus einem bestimmten Flügel dabei sind – und bei der Linkspartei sind’s auch nur bestimmte Gruppen. Aber damit auch Schluss mit der Nörgelei ;-)
Schöner Artikel. Das mit den Inhalten halte ich allerdings eher wie Till. Doch deswegen gibt es das ISM meiner Meinung nun ja. Es gibt wirklich viele Schnittstellen, die aber auch miteinander verknüpft werden müssen, wenn Rot-Rot-Grün als Projekt der 10er-Jahre erfolgreich sein soll. Sicherlich wird es keine Volksbewegung, dafür ist es halt zu wissenschaftlich und intellektuell. Aber genau das soll es ja auch sein…
Dass alle drei Parteien durchaus Unterschiede aufweisen, weiß ich. Aber auf die wollte ich nicht explizit eingehen, weil es darum ja nun nicht geht. Und wären diese so groß und unüberwindbar, spräche auch niemand von einer potenziellen Rot-Rot-Grünen Koalition. Von deckungsgleich war ja auch nicht die Rede.
Meinen Mitgliedsantrag habe ich übrigens eben abgeschickt. :)