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Politik

Bildungspolitik findet vor Ort statt

08.10.08 | Link | Kommentieren? | Autor: Jörg

Bildungspolitik findet meines Erachtens nicht allein im großen Rahmen der Landes- oder Bundespolitik statt. Bildungspolitik findet vor Ort statt – mit Menschen, die sich dafür verantwortlich fühlen, sich finden, zusammen tun und gestalten wollen. Nicht das Rufen nach irgendjemanden oder dem Staat bringt uns in der Frage nach vorn, sondern das eigene Handeln.

Ich kann etwas tun, also tue ich etwas. Eigentlich ist das gar nicht so schwer.

Man sollte einfach einmal ein Ohr für die pädagogischen, sozialpädagogischen und bildnerischen Belange in seinem Lebensumfeld haben und die Fachleute in den sozialen und Bildungs-Einrichtungen von den Kindergärten über die Schulen bis hin zu den außerschulischen, sozialen Bildungseinrichtungen politisch und in ihrer gesellschaftlichen Wertigkeit unterstützen.

Man muss sich bildungspolitisch einsetzen, dass die sozialen Berufe angefangen vom staatlich anerkannten Erzieher bis hin zu den universitären sozialen Berufen endlich zu der Anerkennung in unserer Gesellschaft kommen, die ihnen gebürt ähnlich wie es in Skandinavien und in der Schweiz schon längstens der Fall ist.

Weil der Großteil unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren den sozialen Berufen in Aus- und Fortbildung und Ausübung kein Gewicht geschenkt hat, demnach auch keinerlei sonderliche finanzielle Wertigkeit entgegengebracht hat und einem dekadenten Materialismus verfallen ist, sieht es im sozialen und Bildungs-Bereich so aus, wie es nun hierzulande einmal aussieht.

All diesen Menschen, die für diese Entwicklung Verantwortung tragen, sei der „Dank“ der Menschen gewiss – vom Kind bis hin zum Erwachsenen – die in naher Zukunft die Rechnung und Quittung dafür zahlen müssen.

Schlechte soziale Systeme, die Kinder und Erwachsene durch mangelnde Kompetenzen (system- und/oder ausbildungsbedingt) in ihren Entwicklungen bremst, behindert oder einschränkt, müssen verändert werden. Diese Behinderungen sind aber vorhanden und sind heute schon im Kindergarten und in der Grundschule angekommen.

Fachleute insbesondere aus der Praxis müssen bewusster und verstärkterziehungs-und bildungswissenschaftliche Modelle anregen, die es auch in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit schon seit Jahrzehnten im Raum der Privatschulen und erziehungswissenschaftlich-orientierten Bildungseinrichtungen äußerst positiv und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.

Welchen Schaden Menschen nehmen können, erlebe ich z.B.täglich in meiner Arbeit. Frühe Prävention verhindert enorme spätere, private und insbesondere gesellschaftliche Kosten.

Um qualifizierte, fachliche Arbeit überhaupt leisten zu können, muss nicht nur an der Ausbildung der Fachleute sich etwas ändern, sondern gerade auch an der Personal- und Leitungsstruktur.

Soziale, pädagogische Einrichtungen gehören in fachliche Hände.

Die Misere im Bildungsbereich rührt auch daher, dass fachinkompetente und fachfremde Personen Einrichtungen leiten und/oder maßgeblich mitbestimmen – ohne eine pädagogische, erziehungs- oder bildungswissenschaftliche Ahnung zu haben. Da wird pädagogisches Arbeiten nämlich schwierig oder gar unmöglich gemacht.

Darunter muss ein Schlussstrich gezogen werden, denn kein anderer Berufsstand lässt es zu, sich von Fachfremden in ihre Kompetenzen so hineinreden zu lassen wie es im pädagogischen Bereich der Fall ist. Von daher ist politische Unterstützung von dringender Notwendigkeit, denn ohne fachliche, politische Unterstützung von Außen ist eine innere Änderung und Reform bestehender Systeme nur schwerfällig bis gar nicht möglich und das können wir uns im Raum des globalisierten Lebens und Überlebens in keiner Weise mehr erlauben.

„Aufgemerkt – da muss sich etwas ändern !“

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