Den heutigen Freitag kann man durchaus als schwarzen Tag für das Internet bezeichnen. Es gibt zwei Dingeaufgrund derer der 17.4.2009 als Tag des Rückschritts in die Geschichte des (deutschen) Internets eingehen wird. Zum Einen wurden heute die Verträge zwischen BKA und verschiedenen Internet Providern unterschrieben, und die Jungs von der Piratenbucht wandern für ein Jahr in den Knast. Über Sinn und Unsinn von P2P Netzen, Urheberrecht, Kulturflatrates, in kann man sicher sehr sehr ausschweifend diskutieren. Ich bin aber der Meinung, dass hier die “alte Welt” wie wir sie kennen, sich gegen die Veränderungen zu wehren versucht die schon seit einigen Jahren im Gange sind. Dass dieses Urteil in keinster Weise die Probleme löst die nun einmal da sind, sollte jedem einleuchten.
Über die Überflüssigkeit der Sperrlisten die nun beschlossene Sache sind habe ich vor einer Weile schon gebloggt. Nun steht einer Zensur im deutschen Netz nichts mehr im Wege. Noch dazu sind diese Sperrlisten in so einer simplen Form umgehbar, dass es mich schmerzt zu wissen, dass die Leute die sich das ausgedacht haben wahrscheinlich um ein vielfaches mehr verdienen als jeder Durchschnittsinformatiker, der wirksamere Lösungen parat hätte. Und auch hier muss sich die Frage gestellt werden weshalb diese Seiten nicht einfach gleich aus dem Netz genommen werden, anstatt davor die Augen zu verschließen, wohl wissend dass die Inhalte aber immer noch im Netz stehen. Das ist an Absurdität nicht zu überbieten. Noch dazu weiß man über genug Vorfälle in denen diese Sperrlisten, die ja in einigen Ländern dieser Erde schon existieren, missbraucht wurden um andere unliebsame Webseiten auszusperren. Ob das nun politisch motivierte , oder Urheberrechtliche Gründe hat sei einmal dahingestellt. Es geht hier ums Prinzip. Und um nichts anderes.
In dem oben schon verlinkten Spiegel Online Artikel kommt auch Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Chaos Computer Clubs, zu Wort:
Maguhn: “Dass man mit Sperrverfügungen und dem Ausblenden von problematischen Inhalten hier versucht, eine Lösung des Problems zu simulieren, ist bloßer Populismus. Es handelt sich um eine Täuschung der Öffentlichkeit mit dem Ziel der Errichtung einer Zensurinfrastruktur, die einer Demokratie unwürdig ist.”
(Quelle, SpiegelOnline)
Außerdem kann diesbezüglich den Gastbeitrag von Axel Kosse und Holger Bleich in der Netzwelt Rubrik, Redakteure der Fachzeitschrift c’t, mehr als empfehlen.
Schlagwörter:BKA, BlackFriday2.0, Internet, Ursula von der Leyen
Töffte!
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