Dieses Wochenende sollte in Köln der sogenannte “Anti-Islamisierungskongress”, in der Blogosphäre auch als “Anti-Intelligenzkongress” gehandelt, stattfinden. Aber natürlich nicht ohne, sehr vorbildliche, Gegenwehr der Kölner Bürger. Und es haben alle mitgemacht, haben demonstriert, sind auf die Straße gegangen, und haben ein mehr als deutliches Zeichen gesetzt. Spiegel Online schreibt:
Kein Taxi nahm sie mit, Wirte und Hoteliers warfen sie raus, Demonstranten verhinderten ihre Kundgebung: Der sogenannte Anti-Islamisierungskongress europäischer Rechtspopulisten in Köln wurde zur peinlichen Lachnummer. Übergriffe Linksradikaler überschatteten den friedlichen Protest.
(Quelle, spiegel.de)
Zu den Ereignissen des heutigen Tages bietet im übrigen DerWesten.de eine umfangreiche Bildergalerie, und einige Videos, an. Zusätzlich hat die Redaktion die Twitter-Gemeinde mit Nachrichten aus Köln auf dem laufenden gehalten.
Schlagwörter:Demonstration, Gegen Rechts, Köln
Töffte!
Veranstaltungen dieser Art sind ein falscher Weg. Pauschale Verdammungen einer ganzen Weltreligion, der alleine in der EU fast 16 Millionen Menschen angehören, sind fehl am Platz. Das Anliegen dieser Versammlung ist mit der im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit unvereinbar. Erfreulich ist das bürgerschaftliche Engagement mehrerer Tausend Kölnerinnen und Kölner, die sich mutig als Gegner solcher Initiativen widersetzen.
Schade, schade, dass die eigentlich tolle Demonstration der Ablehnung solcher Tendenzen durch die Bevölkerung gewalttätige Randale und polizeiliche Verbote folgten. Beide können nun nämlich als gute Argumente für die Pro-Parteien dienen.
Trotz Ablehnung solcher Veranstaltungen finde ich ein Verbot falsch, die Begründung einfach nur Armseelig. „Ja wir haben Meinungsfreiheit und Ja wir haben Demonstrationsfreiheit. Diese müssen wir aber verbieten. Nicht weil die Veranstaltung als solche eine Gefahr darstellt, sondern weil die die nicht diese Meinung teilen dann wieder druchdrehen und nichts besseres zu tun haben als Flaschen und Steine zu werfen, was eine Gefährdung für die Bevölkerung darstellt.“ Na Klasse. Wer also am meisten Randale macht behält am Ende Recht oder was? Suuuuuper Rechtsverständnis. Man stelle sich die umgekehrte Situation vor. Anti-Irgendwas-Demonstration verboten aus Angst vor rechter Gegendemo. Die Empörungsrufe wären enorm…
@ fred: Ich kann mir gut vorstellen, dass eine solche Entscheidung nicht einfach so gefällt worden ist. Sicher ist die Rede-, und Meinungsfreiheit mit das höchste zu schützende Gut in unserer Republik. Aber nun stell dir mal vor, die Stadt Köln hätte deren Kundgebung erlaubt. Bei so vielen Gegendemonstranten kann man schlicht und einfach keine Sicherheit für alle Gewährleisten. Von den linksextremen Spinnern will ich hier garnicht erst anfangen. In so einer Situation hätte schon der kleinste Anlass genügt um das Fass zum überlaufen zu bringen. Im Endeffekt war es die richtige Entscheidung.
das sehe ich nicht so. Aber du hast Recht mit: “Von den linksextremen Spinnern will ich hier garnicht erst anfangen.”
Die Entscheidung ist nachvollziehbar. Sie ist aus der Sicht der Polizei die für die Sicherheit der Bürger sorgen soll vermutlich auch nicht falsch. Trotzdem KANN es nicht angehen, das Demonstrationen verboten werden weil man Angst vor der Resonanz hat. Wenn wir damit Anfangen verlieren Demonstrationen jeglichen Sinn.
Das Thema ist ein heißes Eisen. Diese Gratwanderung die die Stadt Köln letztes Wochenende gegangen ist, möchte ich sicher nicht machen!
In so einer Situation muss einfach eine Entscheidung getroffen werden. Nenn es ruhig “den Schwanz einziehen”, aber das ist mir dann immer noch lieber als 500 verletzte Menschen und eine zerstörte Innenstadt. Gut, mag auch übertrieben sein. Aber um den demokratischen Aspekt aufzugreifen. 40.000 Menschen in Köln gehen auf die Straße und sagen, “Nein!”, im Vergleich zu den, ich hab keine genauen Zahlen vorliegen, zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Rechten. Ich sehe hier das eigentliche basisdemokratische Urteil. Am Samstag hat das Volk gesprochen. Die Stadt hat hierbei nur die Exekutive gespielt. Es war die Entscheidung der Menschen, dass die Demonstration der Rechten abgesagt wird. Und wie heißt es so schön im Grundgesetz: Alle Macht geht vom Volke aus.
Aus einem anderen Forum über den zitierten Spiegel-Artikel.
Nicht von mir, kann man aber eigentlich mehr oder weniger so stehen lassen:
“Das wirft doch nur ein entsprechendes Licht auf die undemokratische Gesinnung des Spiegel und anderer Medien, die sich darüber freuen, daß eine Horde von gewalttätigen, feigen, antidemokratischen Meinungsfaschisten andere Menschen schlägt, mit Steinen und Farbbeuteln bewirft und durch solche Gewaltexzesse versucht diese Menschen an der Wahrnehmung ihres Grundrechts auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit zu hindern.
Auch die Verweigerung von Getränken oder Dienstleistungen wie Taxi- und Busfahrten für Menschen mit politisch unkorrekten Ansichten ist für jeden wirklichen Demokraten schockierend. Ich hätte nie gedacht, daß sowas in diesem Ausmaß heute noch möglich wäre und vorallem, daß diese Diskriminierung aufgrund politischer Überzeugungen durch die mediale und politische “Elite” des Landes eine solche Duldung erfährt.
Auch dieser krankhaft-manische Reflex jeden Menschen, der gegen einen protzigen Moscheebau demonstrieren will als Nationalsozialisten zu beschimpfen zeugt von unzivilisierter Diskussionskultur in Deutschland.
Der heutige Tag war ein Armutszeugnis für dieses Land, in dem man scheinbar nicht mal mehr für sein politisches Anliegen demonstrieren darf, ohne um sein leibliches Wohl fürchten zu müssen.”
@Julian:
In so einer Situation muss einfach eine Entscheidung getroffen werden. Nenn es ruhig “den Schwanz einziehen”, aber das ist mir dann immer noch lieber als 500 verletzte Menschen und eine zerstörte Innenstadt.
Freut mich, dass Du das so nüchtern betrachtest. Das gesundheitliche Wohl der Mensch geht nun mal vor. Auch die Proteste in Heiligendamm hätten ja niemals erlaubt werden dürfen, da der Ausbruch und die Eskalation der Gewalt vorher abzusehen waren. Dort stand man ja auch zum Glück nicht vor dem moralischen Dilemma, durch eine Absage der Demo die Gewaltbereiten zu belohnen, indem man so ihren Forderungen nachkommt.
Viele Grüße
Robin