Eigentlich hatte ich mir für diesen Artikel vorgenommen ein wenig ausufernder zu schreiben um meine Kritik am gestrigen TV Duell darzulegen. Nico Lumma ist mir an dieser Stelle zuvor gekommen, und beschreibt ziemlich gut was auch mir an diesem “TV Duell” nicht gefallen hat.
Was ich nicht verstehe: auch wenn man im Vorfeld so ein TV-Duell gemeinsam bespricht, warum haut dann Steinmeier nicht mal auf den TIsch, um wichtige Punkte zu machen? Mir wäre Redezeit oder Abfolge von Moderatoren-Fragen ziemlich egal, wenn es darum geht, die eigene Politik deutlich und offensiv zu verkaufen. Es ist gut und schön, wenn man staatsmännisch agiert, aber es ist Wahlkampf, da darf man gerne auch mal die Samthandschuhe ausziehen und deutlich machen, wofür man steht und wo die Defizite des Gegners liegen. Da haben dann die Zuschauer auch Spaß dran und im Idealfall werden diese Themen dann die nächsten zwei Wochen noch angeregt diskutiert.
Quelle: Nico Lumma
Frank-Walter Steinmeier hat sicher und gut seine Inhalte vertreten, Angela Merkel wirkte in meinen Augen nur beim Abschlussplädoyer sicher. Aber Frank-Walter ist kein Gerhard Schröder, auch wenn man ihm das immerzu nachsagt. Das ist natürlich nur positiv zu bewerten und wahrscheinlich auch der Grund weshalb die Umfragewerte doch sehr gut dastehen für den Kanzlerkandidaten der SPD. Zu weiten Teilen war das dann aber doch ziemliche großkoalitionäre Soße, die den geschätzten 14 Millionen Fernsehzuschauern auf ARD, ZDF, RTL und SAT.1 in 90 Minuten von beiden Kandidaten vorgetragen wurde. Vielleicht wäre das Duell anders verlaufen, was ich ziemlich sicher glaube, wenn einer der beiden Kontrahenten aus der Opposition gekommen wäre. Genau das war das größte Problem gestern. Nicht den Moderatoren will ich da die Schuld geben, wie es man anderswo lesen kann. Auch halte ich das Format dieses TV Duells nicht für überholt. In einem Kanzlerduell hat die Opposition nur dann etwas verloren, wenn sie einen ernstzunehmenden Kanzlerkandidaten stellt. Daher kann ich auch die Kritik von Westerwelle und Co. nicht wirklich ernst nehmen. Da ist nur einer beleidigt weil er nicht mitspielen darf.
Als Fazit will ich an dieser Stelle eines noch festhalten. TV Duelle hin, TV Duelle her. Wer für einen flächendeckenden Mindestlohn ist, wer am Ausstieg aus der Atomenergie keinen Zweifel hat, wer Deutschland für die Zukunft rüsten will, wer dem Wahnsinn auf den Finanzmärkten ein Ende machen will, dem bleibt nur eines: Am 27.9. SPD wählen.
Hier sind viele interessante Infos über liberale Politik – viel Vergnügen beim Stöbern !!
Es sind schon wieder 2 Wochen ins Land gezogen, seitdem ich mit meinen Kollegen von gamer-FM auf der LAN-Nation in Geiselwind zu Gast war, und von dort berichtet habe. Nicht schreibend hier im Blog, sondern moderierend im Webradio. Die Veranstaltung war wie gewohnt grandios organisiert und hat ordentlich Spass gemacht. Es gab außerdem ein Novum auf dieser LAN Party. Die Jungen Liberalen hatten ihren eigenen Stand in der Eventhalle und haben für sich geworben. Das fand ich interessant und habe mir den Stefan und den Max vors Mikro geholt. Das Interview geht eine knappe dreiviertel Stunde, wiegt ca. 30 MB, und liegt nun zum Download bereit. Für mich persönlich war dieses Interview auch eine neue interessante Erfahrung die ich zu gegebener Zeit mit Sicherheit wiederholen werde. Ich denke, dass ich mich ganz gut geschlagen habe, ohne meine persönliche politische Meinung zu sehr mit eingebracht zu haben. Dafür habe ich vom Stefan kurz nach dem Interview über Twitter schon das erste Lob bekommen. An dieser Stelle noch einmal Danke dafür!
Vorneweg muss ich mich erst einmal für den nicht ganz so astreinen Anfang entschuldigen. Es gab ein Problemchen mit dem Mischpult, weshalb man mich nicht gut hör. In der Nachbearbeitung konnte ich noch was rausholen, ab 5:20 wird es dann aber besser. Es handelt sich hier um einen Mitschnitt dessen was wir über den digitalen Äther gejagt haben.
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Dieses Bildchen machte heute in Twitter die Runde. Sehr schöner CDU/Simpsons Remix:
Am 1.9. konnte man im Ersten bei “Menschen bei Maischberger” eine illustre Runde beobachten, die sich rund um den Wahlkampf, die Parteien, die SPD und die Linkspartei die Köpfe zermartert haben. Als Gäste waren unter anderem Heiner Geißler (CDU, Attac), Rudolf Dreßler (SPD), Michel Friedman (Everybodies Darling) zu Gast. Trotz Friedman ist die Sendung was geworden, und wartet an dieser Stelle, in der Mediathek der ARD, darauf online noch einmal angeschaut zu werden.
Transparent, unverfälscht, voll in echt und so. Das ist mein Ergebnis beim aktuellen Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2009:
76 von 88 Punkten DIE LINKE
72 von 88 Punkten GRÜNE
68 von 88 Punkten SPD
64 von 88 Punkten MLPD
64 von 88 Punkten PIRATEN
44 von 88 Punkten FDP
31 von 88 Punkten CDU/CSU
Doppelt gewichtet habe ich die Thesen zum Mindestlohn, Online-Durchsuchung, Studiengebühren, und zum kommunalen Wahlrecht. Auch wenn die Linke auf dem ersten Platz gelandet ist, freut mich doch die inhaltliche Ferne zur Union und zur FDP. Seltsamerweise hat es die MLPD in der Grafik sogar noch vor die Piraten geschafft. Trotz gleicher Punktzahl. Ulkig.
Deutschlands Blogger Elite, wenn man das denn so nennen kann, hat heute das Internet Manifest online gestellt. In 17 Thesen wird erklärt welche Vorteile, Veränderungen und Auswirkungen das Internet auf die bestehende Medienwelt hat. Das kann ich an dieser Stelle bedenkenlos unterschreiben.
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
Die restlichen 16 Thesen gibt es nach dem nächsten Klick.
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Ich habs heute schon den ganzen Tag über immer wieder in Facebook verlinkt gesehen, auf Twitter hat es die Runde gemacht, und nun auch hier im Blog. Sehr cooles Unterstützer Video. Hoffentlich bleibt das nicht das einzige gute Video bis zum 27. September. Wir sind gespannt, warten ab, und trinken einen Tee während wir den Wahlkampf im Web verfolgen.
Nachtrag: Das ursprüngliche Video wurde leider entfernt. Aber das Internet wäre nicht das Internet, wenn das Video nicht an anderer Stelle wieder auftauchen würde. Danke an Christian bei Rotstehtunsgut.de für den Hinweis!
Seit dem großen Hype um die Piraten, die Petition gegen Internetsperren, und dem Absegnen des Gesetzes durch den Bundestag sind mittlerweile auch schon wieder ein paar Monate und Wochen ins Land gezogen. War ich damals doch noch recht euphorisch über den Zuspruch den die Piraten , so bin ich heute zwar nicht skeptisch aber doch sehr gebremst in meiner Haltung. Damit bin ich allerdings nicht alleine. Kritik hagelt es mittlerweile von allen Seiten, mit Sascha Lobo an der Spitze.
Es sind aber nicht die Ziele und Themen die mich grübeln lassen, sondern die Mitglieder selbst. Wie einfach sich das Netz, vor allem Umfragen auf egal welcher Seite oder in welchem Netzwerk, manipulieren lässt beweisen die Mitglieder der Piratenpartei jeden Tag aufs neue. Die Seiten zur Bundestagswahl von Xing, studiVZ sind da wohl nur die Spitze des Eisbergs. Repräsentativ sind diese Ergebnisse nicht. So ein Verhalten kenne ich bisher nur aus diversen Foren. Man eröffnet einen Thread, schreibt rein, dass die User doch bei Umfrage XY doch bitte für einen abstimmen sollen, und zack hat man den ersten Platz. Sicher, die Masse machts. Im gleichen Atemzug tauchen dann die ersten Scripte auf, mit denen sich die Umfragen durch Massenhaftes abstimmen beeinflussen lassen. So funktioniert aber keine Demokratie. Und wählen schon garnicht. Das hat doch etwas sehr diktatorisches, wenn eine kleine Benutzergruppe das Wählen so manipulieren kann. Ein wenig technisches Know-How vorrausgesetzt, welches bei den Piraten sehr sicher vorhanden ist.
Was bleibt ist ein Tweet mit dem #piraten+ Tag, ein kleines Leuchten in den Augen, und zu denken man habe es der Welt da draußen mal so richtig gezeigt. Wow.
Bis jetzt haben die Piraten noch nichts, aber auch gar nichts geleistet, außer im Internet das Maul aufzureißen. In der wirklichen Welt gibt es immer noch Leute, die am 27. September auf den Wahlzettel schauen, “Piratenpartei” lesen und dabei leise kichernd ihr Kreuz bei der CDU machen.
Es reicht schon wenn man zu den einschlägigen Themen die Kommentare in der Blogosphäre durchliest. Von Diskussionskultur und differenzierter Betrachtungsweise keine Spur. Die meisten Mitglieder verhalten sich wie kleine Kinder, sind schnell eingeschnappt und schreiben eigentlich nur Mist. Das bringt niemandem etwas. Als Beispiel will ich hier die Kommentare zum Ludwigsburger Dialog anführen. Anstatt das Projekt gut zu heißen und zu begrüßen, liest man von “Nachmache” und “Copycats”. Das ist mehr als kontraproduktiv. Wenn sich die Piraten doch als so offen und nicht als rechts oder links bezeichnen und, als Schlussfolgerung, ein neues basisdemokratischeres Zeitalter der Politik einläuten wollen, dann darf man doch eigentlich auch mal loben.
Es hilft nicht weiter wenn einzelne Gruppen sich für das einzig Wahre und Richtige halten. Sowas hatten wir schon einmal. (Oh, shi… War das tatsächlich ein Nazivergleich? Au Backe!) Was ich sagen will: Auf den Dialog kommt es an. Jede politische Gruppierung hat natürlich ihre eigenen Ziele, Ideen und Wünsche. Wie so oft gilt aber auch hier: Gemeinsam sind wir stärker. Schnittmengen müssen ausgelotet werden und Kooperation muss auch parteiübergreifend möglich sein. Dass das nicht immer so einfach ist, wie eben beschrieben, weiß ich selbst. Mir ist keine Partei, oder politische Gruppierung, bekannt die diese Probleme nicht hat. Natürlich gibt es auch positive Beispiele, meist auf lokaler Ebene. Von den Piraten wünsche ich mir an dieser Stelle eine bessere, kommunikativere Herangehensweise.
Immer wenn was großes ansteht ist Blumentopf eigentlich nicht weit. Ich meine damit nicht den Kübel vor Muttis Haustür, sondern die Band aus München. Zur WM 2006 gabs ja schon nach jedem Deutschlandspiel, oder davor, auch einen netten Track dazu. Zwischendurch gab es auch einen Song gegen den ollen Dabbelju, und eben nun ein Wahlaufruf. Man muss kein Hiphop Fan sein um das gut zu finden. Sympathisch ist es allemal, und ein bischen mit dem Kopf nicken kann man dazu auch. Yo.
(DirektTopfWahl, via netzpolitik.org)
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