Folgendes Video habe ich eben bei Malte Welding gefunden. Man sieht Demonstranten die in London friedlich gegen den G20 Gipfel protestieren, ihre Arme in die Luft strecken und “This is not a riot” rufen. Zu Deutsch: Das hier ist kein Aufstand. Und was macht die Polizei? Knüppelt wild drauf los. Na danke.
(via Malte Welding)
Eben bin ich im Filterblog auf einen Kommentar gestoßen, der mir fast den Abend verdorben hat. In dem Artikel selbst geht es um eine Forderung des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer (SPD), die Waffengesetze zu verschärfen. Dass auch ich mit so einer Forderung nicht d’accord bin habe ich hier schon einmal angedeutet. Aber DAS hier, das ist wirklich fernab jedweder Realität:
Jan am 31. März 2009 um 18:06
Ich finde, jeder sollte so viele Waffen besitzen und mit sich herumtragen dürfen, wie er oder sie will.
Da einen die Politiker nicht, und schon garnicht nicht die bremischen, vor Amokläufern schützen können, sollte jeder Bürger die Möglichkeit bekommen, sich entsprechend selbst zur Wehr setzen zu können.
Vielleicht werden dann Täter wie der in Winnenden früher gestoppt, bevor es zu zig Toten kommt.
Ich muss fairerweise sagen, dass der Kommentator nicht der gleiche Jan ist, der auch den Filterblog betreibt. Würde mich auch schwer enttäuschen.
Aktuell kann man bei Reuters lesen, dass Hartmut Mehdorns Tage bei der Bahn gezählt sind. Nach unzähligen Skandalen und der Datenschutzaffäre, die sich zuletzt noch ausgeweitet hat, ist dieser Schritt mehr als richtig und längst überfällig. Der Mehdorn wird zum Gehdorn.
Wer die Nachfolge antreten könnte wird von @DerWesten schon in Twitter spekuliert. Wenn auch nicht ganz ernst gemeint ;-)
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Ein kleiner Schritt für die Uschi, ein großer für den Wolfgang. In Deutschland hält die Netzzensur Einzug. Unter dem, meiner Meinung nach fadenscheinigen, Grund man wolle Kinderpornographie im Internet eindämmen wird nun unser Netz gefiltert. Ich bin der Meinung, dass das nur ein fadenscheiniger Grund ist, um in Zukunft noch mehr zu filtern und zu zensieren. Eine solche Filterung hilft niemandem. Am allerwenigsten den Opfern. Unseren Kindern. Zudem ist die Sperrung eines Kanals von vielen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Udo Vetter berichtet in diesem Artikel von seinen Erfahrungen mit Mandanten die mit Kinderpornographie in Berührung gekommen sind:
Lassen wir aber jene beiseite, die unschuldig verdächtigt werden. Nehmen wir nur die Internetnutzer, bei denen tatsächlich Kinderpornos auf Datenträgern gefunden werden. Keiner, ich wiederhole, keiner der in den letzten anderthalb Jahren dazu gekommenen Mandanten hat auch nur einen Cent für das Material bezahlt.
Alle, ich wiederhole, alle haben die Kinderpornos aus Tauschbörsen, Newsgroups, Chaträumen, Gratisbereichen des Usenet oder aus E-Mail-Verteilern. Manche kriegen es auf DVD, ganz normal mit der Post.
Warum machen wir da nicht gleich weiter und greifen das Briefgeheimnis an? Lasst uns doch gleich alle Päckchen, Briefe, Einschreiben öffnen und prüfen was sich darin befindet. Es steht doch auch außer Frage, dass die Post Drogenlieferant und Pornodealer Nr. 1 ist. Ich sehe diesbezüglich keinen Unterschied zum Internet als Vertriebskanal. Wenn man diesen schon überwacht und zensiert, dann doch auch bitte alle anderen. Oder nicht?
Zu dem Eckpunktepapier der Bundesregierung wurde auch eine Statistik veröffentlicht die sich Markus von Netzpolitik.org einmal genauer angeschaut hat. Und es zeigen sich ein paar Auffälligkeiten. Sollte man sich selbst mal durchlesen.
Dazu kommt noch die Sinnlosigkeit der technischen Durchführung. Wenn man die geplante Sperre wirklich umgehen will, dann erreicht man das in einer knappen halben Minute. Das muss man sich einmal vorstellen wie stümperhaft da vorgegangen wird. Es genügt einen alternativen DNS Server zu verwenden, und schon ist die Sperre wirkungslos. Dass ich hier keinen Stuss erzähle beweist dieses kurze Filmchen:
In dem Zusammenhang will ich auch noch auf folgende Geschichte beim Spiegelfechter hinweisen: Schönes neues Netz – Deutschland im Jahre 2015. Ein düsteres Gedankenspielchen wohin die Reise gehen könnte. Die echte Mauer war ja schlimm genug, wieso nun das gleiche in der digitalen Welt errichten?
(via Subjektivitäten)
Hömma, wat süß!
Kleine Kinder erklären die europäischen Werte, teilweise brav auswendig gelernt, à la Dingsda. Bis zum Eklat über die Rede-, und Meinungsfreiheit ;-).
Die Nachwehen des Amoklaufs an der Winnender Albertville Realschule klingen immer noch nach. Zusammen mit einer Veranstaltung der Electronic Sports League, kurz: ESL, sollte in der Stuttgarter Liederhalle die ElternLAN stattfinden. Eine Veranstaltung in der es darum geht erwachsenen Menschen einmal zu zeigen womit sich die lieben Kleinen denn die Zeit vertreiben. Es geht um Counterstrike, Warcraft III, und Co.
Speziell Counterstrike wird ja immer sehr gerne an den Pranger gestellt und als Sündenbock missbraucht. Dass sich dieses Spiel aber nun schon seit guten 10 Jahren an der Spitze des internationalen eSport etabliert hat und auch einige wenige mittlerweile von diesem Sport leben können wird gerne ignoriert.
Nun stellt sich also die Stadt Stuttgart quer und verbietet die ElternLAN. Eine Veranstaltung zur Förderung der Medienkompetenz der Eltern. Man sollte doch eigentlich meinen, dass das etwas Gutes sei. Das Verbot zeigt mir wieder einmal wie sehr man doch eigentlich eine Gemeinderats-LAN, oder eine Bürgermeister-LAN bräuchte. CDU und SPD gegeneinander im 5on5 auf de_dust. Das ist doch durchaus ein witziger Gedanke.
Nicht ganz so witzig ist allerdings die Tatsache, dass hier wieder einmal mehr mit Verboten hantiert wird, als sich mit tatsächlichen Ursachen auseinanderzusetzen. Ein Mißstand der schleunigst geändert werden sollte. Unser Bildungs- und Schulsystem für solche Taten mitverantwortlich zu machen scheint in der Meinungsfindung deutlich unpopulärer.
Die ElternLAN gibt es übrigens in mehreren Städten. Weiter Informationen findet man bei spielbar.de.
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Dieser Artikel ist ebenfalls in den vorwärts Blogs erschienen.
Den Amoklauf von Littleton an der Columbine Highschool habe ich noch in relativ guter Erinnerung. Damals war ich in Wales auf Austauschfahrt, und konnte die Bilder im Fernsehen sehen. Für mich war das aber alles irgendwie nicht wirklich greifbar und sehr weit weg. Meine Schule lag in einem kleinen Nest im Schwarzwald. Da bekommt man sowieso nicht soviel mit. Als dann schließlich Robert S. in Erfurt an seiner alten Schule Amok lief, war das plötzlich anders. Mittlerweile in der 12. Klasse, und einschlägigen Computerspielen auch nicht abgeneigt, war das Thema so präsent wie nie. Was bringt einen Menschen dazu in so einer heftigen Art und Weise auszurasten und Unschuldigen das Leben zu nehmen? Wenn man den Medien und der CSU glauben will, dann können das in der Tat nur die bösen Killerspiele sein.
Nun, nach dem Amoklauf in Winnenden, kocht diese alte Diskussion um gewalttätige Killerspiele wieder hoch. Früher habe ich mich nicht nur geärgert, ich war wütend darüber PC Spiele für eine so schreckliche Tat verantwortlich zu machen. Sicherlich unbestritten ist, dass Amokläufer einen Hang zu solchen Spielen hatten. Da wird einem vielleicht das geboten was man sowieso schon im Kopf hat. Aber die viel wichtigere Frage muss doch sein, wieso hat man das alles im Kopf? Die Frage nach dem “Warum” mit gewalttätigen Videospielen zu beantworten halte ich für mehr als töricht und unverschämt. Diese Diskussion hilft wirklich niemandem.
Man durfte in der letzten Woche dann auch schließlich lesen, dass Lehrer eine Gefahrenzulage fordern, dann kommt mir die Galle hoch. Macht euren Job verdammt nochmal richtig, dann passiert sowas nicht mehr! Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um so etwas zu fordern? Das ist doch ein Schlag in das Gesicht aller besorgten Eltern. In dem Zusammenhang darf es niemanden wundern, dass diese Forderungen von Unionspolitikern unterstützt wird:
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche zeigte Sympathien für die Position. Die «Bild»-Zeitung zitierte sie mit den Worten: «Der Lehrerberuf wird auch vor dem Hintergrund von Gewalt immer schwieriger. Eine Diskussion über spezielle Gehälter halte ich deshalb für richtig.»
Quelle: derWesten.de
Solche Vorschläge helfen nicht weiter. Symptome bekämpfen durch Verbote und weitere Einschränkungen, anstatt eine fundierte Ursachenforschung zu betreiben und schließlich Schwachstellen im System aufzeigen und beheben. Das ist keine anständige und verantwortungsvolle Politik. Das ist einfach nur frech.
Zum Ende der letzten Woche wurde der, mittlerweile ehemalige, Generalsekretär der SPD Baden Württemberg Jörg Tauss, des Besitzes von Kinderpornographie bezichtigt. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte seine Wohnungen und Büros und wurde auch schließlich fündig. Tauss hat daraufhin sämtliche Ämter zur Verfügung gestellt. Wie bereits gestern angekündigt ist heute nun seine offizielle Stellungnahme zu dem Fall veröffentlicht worden. Auf Acht Seiten (PDF) bezieht Tauss Stellung zu dem Fall.
In dem Zusammenhang hat Christian Soeder eine Linksammlung angelegt, die sich kritisch mit der Berichterstattung in den Medien auseinandersetzen.
Eigentlich gab es die Woche ja wirklich genug Themen die hier im Blog behandelt werden wollten. Die verfassungswidrigen Wahlcomputer, Althaus zurück unter den Lebenden und gleich einen Prozess am Hals, Kölns löchriger Untergrund und nicht zuletzt die Vorwürfe gegen Jörg Tauss. In dieser Woche war viel los. Und ausgerechnet dann nimmt man sich eine kleine Auszeit.
Ab dem morgigen Samstag verpasse ich im Übrigen auch die Landesdelegiertenkonferenz der Jusos BaWü. König Fußball ruft. Die LDK verspricht spannend zu werden, da Roman Götzmann, noch amtierender Landesvorsitzender, nicht mehr kandidieren wird. Sehr zur Freude von uns Stuttgarter Jungsozialisten wird nun unser Kreisvorsitzender Dejan Perc morgen für den Landesvorsitz kandidieren. Morgen am späten Nachmittag dürfen also Daumen gedrückt werden. Ich bin mir sicher, dass die Berichterstattung in den einschlägigen Blogs und auf Twitter interessant wird. Wenn Genosse Soeder sein Netbook morgen nicht vergisst und das WLAN nicht den Geist aufgibt kann da schonmal nichts schiefgehen. ;-)
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