Dieses Video ging heute durch die Blogs und wurde teilweise auch leicht bespöttelnd kommentiert. Über “The Aufschwung is da” kann man sich auch super lustig machen. Keine Frage. Im Prinzip hat er leider Recht. Ein ARD Korrespondend beispielsweise wäre in England mit einer Frage auf Deutsch ebenfalls zurecht gewiesen worden. Plumper Vergleich, entspricht aber den Tatsachen.
Bei der Einladung zum Tee am Ende darf man aber trotzdem die Gesichtspalme zücken. Da hat er den Einstieg als künftiger Bundesaußenminister ziemlich verkackt. Hätte er wenigstens Bier angeboten, … ;-)

Die Mitte stärken – Das Deutschlandprogramm 2009
Freiheit, Verantwortung für sich selbst und für seine Mitmenschen, Liberales baut auf die Kreativität, das Mitdenken und engagierte Handeln des Einzelnen und stellt sich gegen staatliches Misstrauen und Bevormundung.
Keine Angst vor eigenem verantwortlichen Handeln – Verantwortung hat für mich etwas mit Anständigkeit zu tun…und wer will nicht anständig sein??? Mit diesem Gedanken könnte man die Spreu vom Weizen trennen…
You have the choice to change !!!
Da brat mir doch einer nen Storch. Oder auch gerne einen Truthahn. Vor gut anderthalb Wochen entstand dieses Meme um da das bekritzelte CDU Plakat – siehe auch hier – das für den Wahlkampfauftritt der Madame Kanzlerette in Hamburg warb. Irgendwo in den Kommentaren im Spreeblick Artikel zu dieser Story kam die Idee auf einen Flashmob zu organisieren. Das grandiose an dieser Sache ist, dass es nicht bei der Idee alleine blieb, sondern auch wirklich durchgezogen wurde. Ich müsste lügen um eine annähernd genaue Zahl derer zu nennen die sich an dem Flashmob beteiligt haben. Aber es waren viele. Und sie waren laut. Der User “plastikstuhl” hat auf qik.com – scheint so etwas wie ein Live-Youtube zu sein, genauer kenne ich den Dienst leider nicht – einen Livestream gehostet, und man konnte jedes “Yeaahh!” sogar zu Hause am Rechner mit verfolgen. Der Flashmob war also ein voller Erfolg. Aber noch nicht genug. In anderen Städten wurde genau die gleiche Show abgezogen, und Frau Merkel kannte das Spielen von ihren “Freunden aus dem Internet” schon.
Und schlussendlich hat es diese Kritzelei auf dem CDU Plakat sogar in die Tagesthemen der ARD geschafft. Auch “Internetblogger” Rene Walter, der für den großartigen Blog nerdcore.de verantwortlich ist, kommt zu Wort und darf seinen Senf dazu abgeben. Zu diesem kleinen aber feinen Auftritt will ich an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich gratulieren. Selbstverständlich ist das in der deutschen Blogosphäre anscheinend nicht.
“Es ist nicht genug, den Menschen ein Spezialfach zu lehren. Dadurch wird er zwar zu einer Art benutzbarer Maschine, aber nicht zu einer vollwertigen Persönlichkeit. Es kommt darauf an, dass er ein lebendiges Gefühl dafür bekommt, was zu erstreben wert ist. Er muß einen lebendigen Sinn dafür bekommen, was schön und was moralisch gut ist. Sonst gleicht er mit seiner spezialisierten Fachkenntnis mehr einem wohlabgerichteten Hund als einem harmonisch entwickelten Geschöpf.”
- Albert Einstein -
Gefunden bei ad sinistram.
Ingo Appelt war vor ein paar Tagen bei Thadeusz im RBB zu Gast und hat u.a. ein bischen darüber erzählt weshalb er Mitglied der SPD ist und was ihn politisch bewegt. Dass er so politisch interessiert und engagiert ist wusste ich garnicht. Man kann sagen was man will, in dem Interview kommt er eigentlich ganz nett rüber. Hat mich positiv überrascht. Danke auch an Herrn Wieland, und dessen Tweets über die ich auf das Interview aufmerksam geworden bin.
Hier gehts zum Podcast. (MP3, 29:12 Minuten)
Am letzten Wochenende zeigte das ZDF den Dreiteiler um das Leben der Familie Krupp. Gut, der Film war nicht ganz so der Knaller der er hätte werden können. Muss man ehrlich zugeben. Trotzdem fand ich die Geschichte sehr interessant und wollte mir den alten Wohnsitz der Krupps in Essen, die Villa Hügel, einmal selbst anschauen. Also hab ich meine Kamera eingepackt, ab nach Essen, und habe mir diesen durchaus geschichtsträchtigen Ort einmal angeschaut.
Die Villa besteht aus dem großen und dem kleinen Haus. Das große Haus diente als Wohnsitz der Familie, das kleine war für die Beschäftigten gedacht. Rund um das Anwesen gibt es einen weitläufigen Park der frei zugänglich ist. Allerdings muss man Eintritt zahlen. Drei Euro lassen sich aber doch noch einigermaßen verschmerzen. Herausgekommen ist also folgendes Fotoalbum, das ich bei flickr hochgeladen habe.
Der Fall einer Berliner Kassiererin, die wegen Unterschlagung von 1,30€ gekündigt wurde, ging ja in den letzten Tagen ziemlich stark durch die Medien. Auch bei Johannes B. Kerner konnte man die Betroffene schon im Fernsehen sehen.
Bei Christian Soeder bin ich nun heute auf folgendes Video von Wolfgang Thierse gestoßen, der diesen Sachverhalt kommentiert. Inhaltlich muss ich mich der Meinung Thierses voll und ganz anschließen. Auch wenn die Kündigung gerichtlich bestätigt wurde grenzt das für mich an einen Skandal. Nein, es ist einer.
Natürlich ist das ein Vertrauensbruch dem Arbeitgeber gegenüber der von der 50-jährigen begangen wurde. Allerdings erscheint mir anhand der Höhe des Betrages die daraus resultierende Kündigung mehr als maßlos und moralisch höchst verwerflich.
Die Veranstalter des HipHop Open, eines der größten Musikfestivals Deutschlands, haben unlängst bekannt gegeben das Festival nicht mehr in Stuttgart stattfinden zu lassen. Es sind nicht etwa wirtschaftliche Probleme, oder das Reitstadion in dem das Festival bisher immer stattgefunden hat, die Stuttgart nun um ein kulturelles Großereignis ärmer machen. Es ist schlicht und einfach die Polizei. Natürlich ist es üblich, dass es Kontrollen bei Großveranstaltungen gibt. Auch das HipHop Open ist kein rechtsfreier Raum, logisch. Gegen Kontrollen ist also per se nichts einzuwenden. Nun gab es in den letzten Jahren allerdings immer heftigere Probleme mit den Stuttgarter Gesetzeshütern. Welche Vorfälle es genau gab, darüber schweigt man sich aus. Zumindest ist in den gängigen Medien darüber nichts zu erfahren. Man kann sich aber wohl denken, dass schon einiges passiert sein muss, dass so ein Schritt seitens der Veranstalter gegangen wird. Auch wenn meine letzten Besuche beim HipHop Open mittlerweile sehr lange her sind, und mich die Musik nicht mehr wirklich interessiert, es hat immer sehr viel Spass gemacht und ich kann mich auch an keine größeren Probleme erinnern.
Auf MTV.de ist diesbezüglich eine Stellungnahme veröffentlicht worden:
Festivalleiter Johannes Graf Strachwitz: “Das ist uns alles nicht leicht gefallen. Mit schwerem Herzen haben wir uns gegen unsere Heimatstadt und für unser Publikum entschieden. Es wäre jetzt falsch zu sagen, dass es nur an der Polizei lag, aber die Künstler sollen sich wohl fühlen bei uns und unser Publikum soll sich wohl fühlen, weil nur dann haben wir ein gutes Festival und das macht uns die Polizei kaputt. Da werden willkürlich Leute kontrolliert und schikaniert. Ich meine, bis auf die Sido/Azad-Sache gab es da noch nie eine Schlägerei. Das ist wirklich alles super friedlich und entspannt und trotzdem finden da übertriebene Kontrollen statt. Das finden wir schade und deshalb gehen wir weg.”
(Quelle: MTV.de)
Die Stadt Stuttgart stellt sich mit damit wieder einmal ein Armutszeugnis aus. Man kann sich auch absichtlich uninteressanter machen, als man es sowieso schon ist. Damit stirbt nun wirklich der letzte Rest von dem, das Stuttgart einmal zu einer der deutschen Hauptstädte des HipHop gemacht hat. Die HipHop Open werden wohl nun in einer anderen Stadt eine neue Heimat finden.
Ich kann mich noch gut an eine Unterhaltung mit einer Bekannten aus dem Jahr 2005 erinnern in der es darum ging, wer der neue Papst würde. Joseph Ratzinger war da natürlich auch ein Thema. Und irgendwann fiel von ihr der Satz, sinngemäß, “Wenn der der neue Papst wird, dann wird das keine guten Folgen für die katholische Kirche haben. Der schleudert uns zurück ins Mittelalter.” An diese Unterhaltung musste ich in den letzten Tagen wieder denken. Man muss wissen, ich bin katholisch getauft und hatte demnach immer mal wieder in meinem Leben mit der katholischen Kirche zu tun. Der erste Papst mit dem ich aufgewachsen bin war Johannes Paul II.. Ich habe den Papst weder live gesehen, noch aktiv seine Laufbahn verfolgt. Er war eben da. Und er schien eigentlich ein netter alter Mann zu sein. Auf die Details seiner Laufbahn brauche ich eigentlich nicht eingehen. Was Johannes Paul II. alles geleistet hat, liest man besser in dem Wikipedia Artikel nach.
Kurz nachdem ich besagte Unterhaltung hatte, wurde dann tatsächlich Joseph Ratzinger Papst. Ich war skeptisch. Auch ein wenig voreingenommen aufgrund seines Rufes als Erzkonservativer. Bis zu diesem Jahr wurde mir der Papst immer egaler, und eine Art innere Gelassenheit kehrte ein, weil ich von Anfang an den Eindruck hatte, dass Ratzinger als Papst gemäßigter auftritt. Nun trat das ein, was ich befürchtet hatte. Der Riesenfettnapf. Der “worst case”. Dieser eine Moment der selbst die eigenen Anhänger zutiefst zweifeln lässt. Der Papst hebt die Exkommunikation eines Holocaust-Leugners auf. Für mich unfassbar.

(Quelle: Wikipedia)
Sicherlich mag diese Aufruhr in den Medien, für Menschen die wenig bis garnichts mit dem Konstrukt Kirche zu tun haben, überzogen zu scheinen. Das sehe ich allerdings nicht so. Religion spielt in jedem Winkel der Welt eine Rolle. Egal ob bewusst oder unbewusst. Es ist ein Teil unseres Lebens. Und die katholische Kirche spielt in dieser unserer Welt keine geringe Rolle. Die Aufhebung der Exkommunikation von Williamson mag nicht jeden direkt betreffen. Es ist jedoch ein Zeichen an alle anderen Weltreligionen, insbesondere des Judentums, dass sich die katholische Kirche auf keinem modernem Weg befindet. Es ist ein Weg, der mir Sorgen bereitet. Die Abkehr von der Moderne.
Diese Tatsache sollte man sich vor Augen führen, wenn man nun sieht, dass das Oberhaupt dieser Kirche einen ausgewiesenen Antisemiten, wie es der Bischof Richard Williamson ist, wieder mit offenen Armen empfängt. Wenn man die Kirche, und deren Botschaft, als Leitfaden für das Leben und das menschliche Miteinander begreift, wie soll man dann das verstehen? Lässt sich mit dem Gleichnis vom verlohrenen Sohn denn alles erklären? Wer die Geschichte kennt, der weiß, dass der verlorene Sohn am Ende geläutert und voller Reue wieder von sich aus zurückkehrt. Im Fall Williamsons scheint das nicht der Fall zu sein. Hier wird nur von internen Kommunikationsschwierigkeiten im Vatikan geredet; Man habe ja nichts gewusst. Den Satz habe ich an anderer Stelle schon einmal gehört.
Es fiele mir nie leichter aus der Kirche auszutreten als in diesen Tagen.
Ab sofort findet man auf diesem Blog ein neues Banner in der Seitenleiste. Es geht um hartplatzhelden.de. Das ist ein Videoportal für Fußballfilmchen, die jedermann ins Netz laden kann. Das tolle daran ist, dass diese Videos aus den unteren Ligen stammen. Oberliga, Kreisliga, und was dann sonst noch weiter unten auf lokaler Ebene eine Rolle spielt. An sich ist das eine tolle Sache. Nun gibt es allerdings einige Landesverbände, wie den Württembergischen Fussballverband (WFV), die das garnicht so mögen und die Veröffentlichung, der zumeist selbst gedrehten, Videoaufnahmen im Internet unterbinden will. Das geht natürlich komplett an der Sache vorbei.
Deshalb haben hartplatzhelden.de einen Solidaritätsaufruf gestartet. Der läuft zwar jetzt schon seit April letzten Jahres, macht die Problematik aber nicht minder prekär. Es geht um das Prinzip. Wem gehört der Fußball in den unteren Ligen? Es sind doch vor allem die Kids, die Spieler, und die Vereine die hier den Fussball leben, und nicht die Funktionäre.
Am 18. Dezember wurde die Klage vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verhandelt, nachdem man zunächst in Berufung gegangen ist. Das Urteil des Landesgericht wurde nicht bestätigt. Momentan wird ein Vergleich zwischen hartplatzhelden.de und dem WFV angestrebt. Was nun letztendlich dabei herauskommt, ist natürlich noch nicht beschlossen. Auf einer extra eingerichteten Seite kann man den Verlauf der Auseinandersetzung verfolgen, und sich weitere Informationen und Berichte holen.
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