Ich kann schlecht in Worte fassen wie sehr mir dieses Geschiss um Stuttgart 21 auf die Nerven geht. Nach den Wochen der Schlichtung hat sich der alte Mann (Heiner Geißler) Gedanken gemacht und seinen Homie MC Mappus de facto aus der Scheiße gehauen. Die Gegner machen das was sie am besten können: Das Maul aufreißen, den Stuttgarter Verkehr lahmlegen und rumnerven. Diese Hippies!
Nun, meine Empfehlung zum Schlichterspruch ist eigentlich ganz simpel und einfach in der Anwendung:

Tatsächlich war das kein sonderlich gutes Spiel vom FC Schalke gegen den SC Freiburg. Aber es war ein verdammt wichtiges. Es hat gezeigt, dass die Mannschaft durchaus Potential besitzt. Das Dreieck Huntelaar-Raúl-Jurado in der Offensive durfte zum ersten Mal in dieser Saison zeigen, was möglich ist. Beispielhaft dafür ist die Szene, die zum 1:0 geführt hat. Gute Raumaufteilung, gutes Kurzpassspiel, Raúl setzt Huntelaar in Szene, und Rakitic staubt ab. Sie wissen es also doch, wie das mit Tore schießen funktioniert.
Die gestrige Aufstellung liegt schon nah an dem, was ich mir vorstelle. Die größte Baustelle ist weiterhin die Abwehr. Aber es wird besser. In der Innenverteidigung sah man Metzelder endlich mit einer einigermaßen soliden Leistung und einen Höwedes der zwar beim Ausgleich der Freiburger unglücklich aussah und auch sonst keinen guten Tag erwischt hatte. Aber man weiß: Er kann es besser, und wird das auch wieder zeigen. Auf den Außen durfte Moritz wieder auf der rechten Seite ran, links der Schmitz. Dass Christoph Moritz keine dauerhafte Lösung für diese Position sein kann muss ich wohl nicht weiter erläutern. Er funktioniert zwar einigermaßen, beweist aber auch immer wieder Unsicherheiten, die so nicht passieren dürfen. Ich halte wirklich viel vom ihm, aber das ist einfach nicht seine Position. Für ihn kam Hans Sarpei in Hälfte Zwei ins Spiel. Der kam aber auch nicht so wirklich in die Gänge. Wir müssen also noch abwarten ob sich Uchida wieder rankämpfen kann, und den Hoogland gibt es ja auch noch. Wenn er wieder fit ist.Viel besser hat mir Lukas Schmitz gefallen. Meiner Meinung nach ist das der einzige der ein annähernd adäquater Ersatz für Christian Pander sein kann. Und Freistöße kann er auch.
Das Schalker Mittelfeld hat die Begrüßungsrunde offensichtlich hinter sich gebracht und fängt mit den Übungen am Ball an. Der von den Fans lange eingeforderte Jurado bekam also gestern die Chance und durfte von Beginn an spielen. Vollkommen zurecht. Für die Offensive der wohl wichtigste Mann auf dem Platz. An ihm werden wir auf Schalke noch viel Freude haben. Und doch hat gestern einer gefehlt: Jefferson Farfan. Der war zwar im Kader, wurde aber nicht eingewechselt, sondern an seiner Stelle Edu. Diesen Wechsel kann man wohl nur nachvollziehen wenn man einer dieser “Magath-into-the-brain-gucker” ist. Ich vermute, diese Lösung war schlicht und ergreifend die defensivere. Jones und Rakitic haben ganz gut funktioniert, Matip jedoch nur bedingt. Sein Lauf zum 2:1 war verdammt gut, der Rest jedoch wirkte unsicher. Der sonst so faire Matip, der in einem Spiel durchaus auch mal ohne ein Foul auskommen kann, war stellenweise kurz davor vom Platz gestellt zu werden. Ich hätte wohl eher reagiert und ihn raus genommen, Farfan eingewechselt, Jones auf die Sechser Position geschickt. Aber(!) ich bin ja nicht Trainer sondern nur Zuschauer, und Fußball findet nicht im Konjunktiv statt.
Im Sturm ist Raúl noch nicht da angekommen wo ihn viele schon gesehen haben. Der erste Treffer in einem Pflichtspiel lässt noch auf sich warten. Wenn man ihn aber mal genauer beobachtet erkennt man, dass er das Fussball spielen noch nicht verlernt hat. Daneben Huntelaar. Ein Knipser der am knipsen is. Der Junge ist super. Da gibts nix. In zwei Ligaspielen schon zweimal getroffen. Mit der Quote bin ich zufrieden.
Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, das der FC Schalke in dieser Saison eigentlich eine nominell ganz gute Mannschaft hat. Wenn die jetzt auch eine Einheit werden und das Fußball spielen richtig anfangen, dann, sag ich jetzt einfach mal so, wird das noch eine ordentliche Saison.
Wer mehr zum Spiel gegen die Freiburger lesen will, der möge das bitte im Königsblog tun.

(Quelle: www.oli-hilbring.de)
Platz 18 in der Liga. Null Punkte. Derby verloren. So viel Scheiße auf einmal kann man eigentlich nur noch mit Humor nehmen. Anders erträgt man das nicht.
Meine Güte, was ist da gerade in Stuttgart los? Die sonst so braven Schwaben, einst politisch schwarz wie der Sarotti-Mohr, rennen den Grünen die Türen ein. Seit Monaten wird Montags am alten Bahnhof gegen den neuen Bahnhof demonstriert, die Diskussionen in den Parteien gehören gefühlt seit Jahrzehnten schon immer zum kommunalpolitischen Alltag. Der bisher stille, leise Protest explodiert auf einmal. Das passt aber auch wie Faust auf Auge zu unserer Gesellschaft im Allgemeinen und zum Schwaben im Besonderen. Gutes Timing sieht anders aus. Der Protest, in dieser Form wie er aktuell stattfindet, kommt schlicht und ergreifend zu spät. Um Jahre!
Die Abrissarbeiten laufen schon, und das ist auch gut so. Ich bin mir durchaus bewusst, dass dieses Projekt auf die nächsten Jahre ein paar Dinge im Alltag nicht leichter oder schneller machen wird. Aber so sind Baustellen nun einmal (Tolles Argument, übrigens). Daran wird man sich gewöhnen müssen. Meinetwegen könnten der komplette alte Bahnhof abgerissen werden. Nur weil es alt ist, ist es nicht gleich schön. Der Stuttgarter Bahnhof ist wirklich nicht schön sehr hässlich. Sowohl innen, als auch außen. Daher ist es für mich schon aus rein ästhetischen Gründen nicht nachvollziehbar warum man gegen den neuen Bahnhof auf die Straße geht. Dazu kommt erschwerend: Es ist nur ein Bahnhof. Hier geht es ja nicht einmal um ein Atomkraftwerk, ein Endlager, oder ein Hochsicherheitsgefängnis mitten auf der Königsstraße. Das ist doch alles nichts lebensbedrohliches. Außerdem gibt es wichtigere Dinge als sich wegen einem Bahnhof(!) an Bäume zu ketten, oder mit Videokamera bewaffnet darauf zu warten, dass irgendein Polizist austickt und jemand eine abkriegt.
Die andere Seite ist natürlich, dass das Projekt 21 in seiner Ausführung und äußerst mangelhaften Kommunikation letztlich nur dieser eine Tropfen ist, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Wer jedoch sein ganzes Leben CDU wählt “weil man das eben so macht”, und plötzlich feststellen muss, dass die nur Scheiße bauen hat es nicht anders verdient. Von der SPD fange ich jetzt mal gar nicht an, die waren in der Sache nicht besser.
Die beste Lösung wäre ja ohnehin aus dem Kessel einen riesigen Baggersee zu machen. Es gibt sogar schon erste Entwürfe die mir exklusiv über Facebook zugespielt wurden. “Baggersee 21″:
Neue Spielzeit, neues Glück. So heißt es ja, anscheinend. Bisher hat mein FC Schalke dieses Glück nur noch nicht gefunden. Zwei unglückliche Niederlage vor der Länderspielpause, und gestern die dritte in Folge gegen den Retortenklub aus Hoffenheim. Egal wo man derzeit was über Schalke 04 liest, es wird schwarzgemalt. Die Abwehr funktioniert nicht, Metzelder als Sündenbock der stellvertretend für die vielen Baustellen in der Mannschaft herhalten muss.
Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass auch in dieser Saison ein Tabellenplatz im oberen Drittel der Tabelle rausspringen wird. Gestern Abend konnte man erste Ansätze erkennen wie Huntelaar und Raúl im Sturm funktionieren könnten. Auch die Abwehr wird sich noch einspielen. Zwar ist von der besten Abwehr der Liga aus der letzten Saison nur noch Höwedes an Bord, aber auch das wird sich mit den Neuen regeln. Natürlich lieber gestern als heute, keine Frage.
Das was Felix Magath da auf Schalke zusammenbastelt ist eine Mannschaft die spätestens nächstes Jahr definitiv mit um die deutsche Meisterschaft spielen wird. Aber das braucht Zeit. Sportlich gesehen kann man die Situation durchaus mit seiner Wolfsburger Zeit vergleichen. Da war auch nicht alles Gold was glänzt. Wenn man sich zurück erinnert haben die Wolfsburger in der Saison 2008/2009 auch “nur” eine überragende Rückrunde gespielt und sind am Ende Meister geworden.
Die Mannschaft der letzten Saison existiert auf Schalke effektiv nicht mehr. Die Truppe war eingespielt, das System auf Kuranyi zugeschnitten, und Magath hat das beste aus ihr heraus geholt. Zack, Vizemeister. Kann man aber auch in die Tonne kloppen, weil die richtige Umbau der Mannschaft, und zu Teilen auch des Vereins, erst ab dieser Saison mehr als spürbar wird. Der Start war mies. Durchaus. Der Erfolg wird sich dennoch einstellen, und das, so behaupte ich, auch nachhaltig.
Glück Auf.
Also, dass der Herr Bundesgesundheitsminister Rösler so richtig schön “Spass inne Backen” hat, das wissen wir ja nicht erst seit gestern (Hinweis: Hier der Artikel vom März 2010)! Aber das hier toppt quasi alles bisher dagewesene. Ich finde ja, er sollte komplett umsatteln. Quatsch Comedy Club statt Kabinett im Kanzleramt und Thomas Hermanns statt Guido Westerwelle vor der Nase (Haha).
Eben auf Spiegel Online entdeckt. Ein Interview mit dem Sozialwissenschaftler Oskar Negt über den, sagen wir einmal, politischen Zustand unserer Gesellschaft. Das muss man dringendst gelesen haben. Hier ein Auszug, Hervorhebung von mir.
SPIEGEL: Aber passiert nicht genau das in unseren hochentwickelten, komplexen Gesellschaften? Die Menschen wenden sich doch nicht zuletzt von der Politik ab, weil sie das Gefühl haben, die politischen Akteure handeln in einem Feld, das außerhalb ihrer Lebenswelt liegt, und operieren an Krisenherden herum, angesichts derer sie ziemlich ohnmächtig wirken.
Negt: Eben dann ist Gefahr im Verzug . Der Rückzug ins Private – die alten Griechen nannten das übrigens Idiotie, im Doppelsinn von Privatheit und Torheit, der unpolitische Mensch war der Idiot – verstellt den Blick auf Verschiebungen im Herrschafts- und Gesellschaftsgefüge. Die Bürger stumpfen ab, die Kräfte des Widerstands erlahmen, die Politik erodiert und entleert sich ihres Sinns.
(Quelle: Spiegel Online, “In dieser Gesellschaft brodelt es”)

(via @SaschaMuller, Link zum Original, Autor leider unbekannt)
Fussball. Weltmeisterschaft. Südafrika.
Muss ich mehr sagen? Seit gut zwei Wochen geht es nur darum, dass das Runde ins Eckige gehört. Deutschland steht mittlerweile im Achtelfinale, und der erste große Kracher dieser Weltmeisterschaft wird diesen Sonntag um 16 Uhr angepfiffen (Mal abgesehen von Brasilien gegen Portugal. Das war ziemlicher Mist.). Es geht um den Evergreen Deutschland gegen England. Eine Begegnung, die im internationalen Fussball den gleichen Stellenwert inne hat, wie das Revierderby zwischen meinem FC Schalke 04 und dieser Borussia aus Dortmund. Egal wie für beide Mannschaften die Gruppenphase verlaufen sein mag, dieses Spiel wird richtungsweisend. Sowohl für die Deutschen, als auch für die Engländer. Egal welche Mannschaft diese Partie für sich entscheiden wird, ich gehe davon aus, dass der Sieger seinen Weg bis ins Halbfinale gehen wird. Und ab diesem Punkt ist alles möglich. Deshalb wage ich auch keine Prognose. Man muss ja auch noch auf Argentinien gucken, was die so machen.
An dieser Stelle will ich nur an an die letzten – für mich – wichtigen Spiele erinnern. Zum einen das Halbfinale der Europameisterschaft 1996 ( Das Video lässt sich hier leider nicht einbetten. Deshalb bitte den Link anklicken.). Und zum anderen, das Eröffnungsspiel des neuen Wembley Stadions anno 2007. Zwei Schalker, zwei Tore. Ein Abstauber von Kuranyi, und ein Tor von Christian Pander, das schöner nicht hätte sein können. (Auch hier gilt: Link klicken, weil irgendwer nicht will, dass dieses Video in irgendwelchen Blogs weiterverbreitet wird.)
Die Engländer. Die hauen wir weg. Und selbst für den Fall, dass es zum Elfmeterschießen kommt. Ich habe keine Angst. Wir haben bei dieser WM den besten aller deutschen Torhüter zwischen den Pfosten: Manuel Neuer. Und ihr, liebe Engländer, schaut euch besser vorher dieses Empfehlungsschreiben, in Form eines Videos, unseres Torhüters an und geht gleich nach Hause:
Ihr habt keine Chance.
Sofern alles anders kommen sollte revidiere ich meine Aussagen trotzdem nicht. Falls diese Gurkentruppe von der Insel ins Viertelfinale einziehen sollte, dann entbehrt das jeder Grundlage, und wird als der größte Betrug seit Wembley ’66 in die Geschichtsbücher des Fußballs eingehen. Punkt.
Das is doch alles verkehrte Welt im Bundestag. CDU, CSU und FDP beschimpfen sich gegenseitig aufs kurioseste, beschließen größtenteils unsinniges Zeug und zerfetzen sich selbst. Die Opposition hält sich schön raus und guckt dem Biene Maja Haufen bei der Selbstzerfleischung zu.
Jetzt mal ehrlich, das ist doch bescheuert. Opposition hab ich mir dann doch anders vorgestellt.
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