Jetzt ist fertig. Die letzte Podiumsdiskussion läuft gerade noch, und der halbe Saal scheint sich noch mit dem Restalkohol von letzter Nacht zu plagen. Für vorwaerts.de habe ich eben den Abschlussartikel verfasst. Da geht es hier weiter.
Um 12.30 darf die Franzi dann nochmal ran, und uns Jusos offiziell verabschieden. Danach direkt in den Bus Richtung Stuttgart. Nach Hause.
Schön wars, hier in Berlin. Ich hab noch so viel im Kopf was ich eigentlich noch loswerden will, aber dazu brauche ich eine ruhige Minute und schreibe dazu ein wenig ausführlicher.
Im Internet ist es ja meist so, dass einem niemand so wirklich glaubt, wenn man was erzählt. Schnell werden Forderungen nach “Pics!!1″ laut, und Videos bekommt man zu den aberwitzigen Geschichten nur selten zu sehen. Ich kann das aber besser, und mache das von vorn herein gleich richtig, und liefere das Video gleich mit. Im Prinzip nichts wirklich spannendes, aber doch sehr toll, für ein paar einfache Jusos von der Basis.
Wir sitzen hier als gemütlich auf der Bühne im Audimax herum, wursteln uns durch das Internet, laden Fotos hoch und tippen uns die Finger blutig, da kommt die Franzi Drohsel vorbei. Unsere Bundesvorsitzende. Und weil unsere Bundesvorsitzende wirklich ein ganz nettes, sympathisches, und spontanes Mädel ist haben wir mit ihr ein kleines Video aufgenommen. Nichts wirklich besonderes, war aber ziemlich witzig. Outtakes gibt es auch. Hier ist sie also. Unsere Franzi vor meiner Kamera:
Mittlerweile ist mein zweiter Artikel auf vorwaerts.de erschienen. Ein kurzer Bericht über den Workshop “Schäuble bei mir zu Hause? Is’ nicht!”.
Die Podiumsdiskussion war außerordentlich interessant, und in meinem Notizblock sind ganze vier Seiten für Notizen draufgegangen über die ich in mindestens 10 einzelne Artikeln bloggen könnte. Sehr ausufernd das alles. Fotos werden noch nachgereicht. Ist gerade ziemlich viel los, und wir wollen noch einiges an Inhalten produzieren. Aber immerhin darf ich Euch schon das erste Video von der Linkswende09 präsentieren.
Der ehemalige Sprecher der Jusos Stuttgart, Igor Gilitschenski, will bei der Fragerunde im Schäuble-Workshop wissen ob das Bankengeheimnis in Deutschland die Aufklärung von Kriminalität behindert.
Anlässlich des zur Zeit in Berlin stattfindenden Kongresses “Linkswende09″ ist ein Interview mit der Bundesvorsitzenden der Jusos, Franziska Drohsel, geführt worden:
vorwärts.de: Franziska, sicher bist Du ziemlich gut gelaunt ins neue Jahr gestartet, oder?
Franziska Drohsel: Ja, das Jahr wird spannend und ich bin sicher, dass es für die Sozialdemokratie gut laufen wird.Zumal sogar die CDU noch zum Jahresende Verstaatlichungen gefordert hat und sie bei der Commerzbank sogar zum Teil schon Umgesetzt wurde.
Die politischen Parameter haben sich durch die Wirtschaftskrise verschoben. Vor ein paar Monaten wäre es undenkbar gewesen, dass eine Bank teilverstaatlicht wird. Was die Jusos in den 70er Jahren gefordert haben, wird jetzt Realität. Die Möglichkeit, linke Politik durchzusetzen, hat sich verbessert. Das müssen wir nutzen.
Das komplette Interview findet man bei vorwaerts.de.
Hier einige Eindrücke der gestrigen Podiumsdiskussion zum Auftakt der Linkswende09 in Berlin. Auf vorwaerts.de findet man im Übrigen schon den ersten Blogeintrag von Jens Vogel, der ebenfalls fleißig twittert.
Nach knappen acht Stunden Busfahrt ist die Stuttgarter Juso Delegation bei der Linkswende09 angekommen. Munter und wohlauf. Nun sitzen hier im Audimax der Humboldt Universität zirka 800 junge Menschen die sich für eine linke Politik der Zukunft stark machen wollen. Franziska Drohsel ist soeben mit ihrer Begrüßungsrede fertig geworden, und gerade beginnt die Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Peter Bofinger, Dr. Gero Neugebauer und eben jener Juso Bundesvorsitzenden. Das Thema lautet “Die gespaltene Gesellschaft”.
Soziale Ungleichheit hat vielfältige Facetten. Dabei geht es um die Frage, wie die Armuts- und Reichtumsentwicklung in Deutschland aussieht. Wie lebt es sich in Armut? Welche Ausgrenzungserscheinungen und -mechanismen sind zu beobachten und wie geht die Gesellschaft damit um?
Diskutieren wollen wir natürlich auch, wie man politisch gegen die wachsende soziale Polarisierung vorgehen kann und wie ein gutes Leben für alle aussieht.
Genau das schau ich mir jetzt an und mach den Laptop aus. Der Akku schwächelt. Bilder und noch mehr Berichte werden wohl im Laufe des morgigen Tages kommen.
Glück Auf!
Mit einigen anderen Jusos aus Stuttgart und Umgebung mache ich mich morgen auf den Weg nach Berlin. Zur Linkswende09. Von dort aus berichte ich hier im Blog, und auf vorwärts.de. Was genau weiß ich jetzt noch nicht. Es werden sicher eine Menge Fotos kommen, und vielleicht auch das ein oder andere Interview. Ich bin ziemlich gespannt auf die Diskussionen und Themen die dieses Wochenende auf mich zukommen werden. Getwittert wird natürlich auch. Kann man dann entweder hier mitlesen, oder in die Box in der Sidebar schauen.
Bis morgen! In Berlin!
Dieses Wochenende findet in Berlin die “Linkswende09” statt. Ein Kongress des Juso Bundesverbandes. Es wird Vorträge, Workshops, und vieles mehr geben. Wer von dort bloggen möchte, darf sich gerne mit den Kollegen von vorwärts.de kurzschließen. Es werden wohl immer noch Blogger gesucht, die vom Kongress berichten wollen.
Ich kann mich noch gut an eine Unterhaltung mit einer Bekannten aus dem Jahr 2005 erinnern in der es darum ging, wer der neue Papst würde. Joseph Ratzinger war da natürlich auch ein Thema. Und irgendwann fiel von ihr der Satz, sinngemäß, “Wenn der der neue Papst wird, dann wird das keine guten Folgen für die katholische Kirche haben. Der schleudert uns zurück ins Mittelalter.” An diese Unterhaltung musste ich in den letzten Tagen wieder denken. Man muss wissen, ich bin katholisch getauft und hatte demnach immer mal wieder in meinem Leben mit der katholischen Kirche zu tun. Der erste Papst mit dem ich aufgewachsen bin war Johannes Paul II.. Ich habe den Papst weder live gesehen, noch aktiv seine Laufbahn verfolgt. Er war eben da. Und er schien eigentlich ein netter alter Mann zu sein. Auf die Details seiner Laufbahn brauche ich eigentlich nicht eingehen. Was Johannes Paul II. alles geleistet hat, liest man besser in dem Wikipedia Artikel nach.
Kurz nachdem ich besagte Unterhaltung hatte, wurde dann tatsächlich Joseph Ratzinger Papst. Ich war skeptisch. Auch ein wenig voreingenommen aufgrund seines Rufes als Erzkonservativer. Bis zu diesem Jahr wurde mir der Papst immer egaler, und eine Art innere Gelassenheit kehrte ein, weil ich von Anfang an den Eindruck hatte, dass Ratzinger als Papst gemäßigter auftritt. Nun trat das ein, was ich befürchtet hatte. Der Riesenfettnapf. Der “worst case”. Dieser eine Moment der selbst die eigenen Anhänger zutiefst zweifeln lässt. Der Papst hebt die Exkommunikation eines Holocaust-Leugners auf. Für mich unfassbar.

(Quelle: Wikipedia)
Sicherlich mag diese Aufruhr in den Medien, für Menschen die wenig bis garnichts mit dem Konstrukt Kirche zu tun haben, überzogen zu scheinen. Das sehe ich allerdings nicht so. Religion spielt in jedem Winkel der Welt eine Rolle. Egal ob bewusst oder unbewusst. Es ist ein Teil unseres Lebens. Und die katholische Kirche spielt in dieser unserer Welt keine geringe Rolle. Die Aufhebung der Exkommunikation von Williamson mag nicht jeden direkt betreffen. Es ist jedoch ein Zeichen an alle anderen Weltreligionen, insbesondere des Judentums, dass sich die katholische Kirche auf keinem modernem Weg befindet. Es ist ein Weg, der mir Sorgen bereitet. Die Abkehr von der Moderne.
Diese Tatsache sollte man sich vor Augen führen, wenn man nun sieht, dass das Oberhaupt dieser Kirche einen ausgewiesenen Antisemiten, wie es der Bischof Richard Williamson ist, wieder mit offenen Armen empfängt. Wenn man die Kirche, und deren Botschaft, als Leitfaden für das Leben und das menschliche Miteinander begreift, wie soll man dann das verstehen? Lässt sich mit dem Gleichnis vom verlohrenen Sohn denn alles erklären? Wer die Geschichte kennt, der weiß, dass der verlorene Sohn am Ende geläutert und voller Reue wieder von sich aus zurückkehrt. Im Fall Williamsons scheint das nicht der Fall zu sein. Hier wird nur von internen Kommunikationsschwierigkeiten im Vatikan geredet; Man habe ja nichts gewusst. Den Satz habe ich an anderer Stelle schon einmal gehört.
Es fiele mir nie leichter aus der Kirche auszutreten als in diesen Tagen.
In dieser Artikelserie versuche ich einmal die politischen Aktivitäten der Parteijugenden, die in Stuttgart aktiv sind, ein wenig zu durchleuchten. Wer ist im Netz voll dabei, wer hat die Trends verschlafen, und wo gibt es Nachholbedarf? Der Ausgangspunkt meiner Recherchen ist jeweils die offizielle Webseite der jeweiligen Organisation. Der zweite Ansatz findet sich in den sozialen Netzen. Facebook, studiVZ/meinVZ, etc.. Interessant wird auch sein, wer sich mit Twitter auseinandergesetzt hat, und wie dieser neue Kommunikationskanal verstanden und benutzt wird. Bewertet wird das Gesamterscheinungsbild, und wie stark sich die Kreisverbände nach außen hin mit den Ortsvereinen, bzw. Arbeitsgemeinschaften, vernetzt haben.
4. Die Linksjungend ['solid]
Natürlich findet man auch die Linksjugend Stuttgart auf Anhieb über Google. Die Webseite selbst sieht aufgeräumt, aber leer aus. In der mittleren Spalte findet man Nachrichten, und einige Berichte zu vergangenen Aktionen oder Demonstrationen. Informationen rund um die Organisation findet man kaum. Einzig ein Beitrittsformular und die Satzung lassen sich leicht finden. Aber wer steckt dahinter? Wer ist denn eigentlich die Linksjugend? Diese Fragen werden nicht beantwortet. Auch wenn man ein wenig weiterforscht, findet sich wenig bis nichts.
Die Aufmachung der Webseite selbst ist okay. Man stellt sich hier klar auf die Linie des Landesverbandes, dessen Seite ähnlich aussieht. Die Navigation funktioniert ordentlich. Das Hauptproblem ist allerdings, dass es nichts zu navigieren gibt. Außer der Startseite und seinen Artikeln, gibt es kaum Inhalt auf der Seite. Die Positionen der Linksjugend lassen sich nur aus den Berichten und Bildern, wenn auch ziemlich eindeutig, nur erahnen.
Die Webseite ist also schnell abgehakt. Aber wo tummeln sich denn die jungen Linken im Netz? In facebook scheint nur die Stadt Köln, neben einer gesamtheitlichen Gruppe, präsent zu sein. In studiVZ bietet sich ein ähnliches Bild. Auch hier gilt: Eine Gruppe für alle. Bis dato ist also die Stuttgarter Linksjugend die unpräsenteste im Netz, von allen bisher beobachteten.
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Im nächsten Teil: Die JuLis Stuttgart. Die Artikel dieser Reihe findet man mit dem Tag Netzschau-Stuttgart.
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