In Baden Württemberg finden am 7.6. parallel zur Europawahl auch Kommunalwahlen statt. Nun hat die Stuttgarter SPD heute offiziell ihren Wahlkampf gestartet. Alles unter dem Claim “Wir sind besser.”. Um 11 Uhr fand heute morgen eine Pressekonferenz im Rathaus statt, wo die Kampagne das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zeitgleich ist die dazugehörige Kampagnenseite unter dem gleichen Titel online gegangen: www.wir-sind-besser.de. Die Farbgebung orientiert sich stark an dem neuen Bundeslayout, dass spd.de schon vorgibt. Himmelblau mit rotem Würfel.
Bisher ja alles ganz nett. Aber die eigentlichen Stärken der Seite erkennt man erst auf den zweiten Blick. Es gibt eine eigene Gruppe auf flickr die in die Seite mit einbezogen wird, es wird getwittert, und man hat die Möglichkeit auf einer Unterstützerseite sein persönliches Bekenntnis zur Sozialdemokratie in Stuttgart abzugeben. Zu den Bildern auf flickr sei noch angemerkt, dass diese unter einer Creative Commons Lizenz hochgeladen wurden. Das ist, soweit ich das beurteilen kann, ein Novum. Die Artikel lassen sich bequem per RSS abonnieren und, aufgemerkt, auch kommentieren! Ich habe mich jetzt zwar nur ein wenig oberflächlich mit der Seite beschäftigt, aber der erste Eindruck ist wirklich mehr als gut. Für den Kommunalwahlkampf im Internet ist das wirklich ein sehr ordentlicher Start. Man darf gespannt sein, was sich die anderen Parteien für das Internet einfallen lassen.
Der Fall einer Berliner Kassiererin, die wegen Unterschlagung von 1,30€ gekündigt wurde, ging ja in den letzten Tagen ziemlich stark durch die Medien. Auch bei Johannes B. Kerner konnte man die Betroffene schon im Fernsehen sehen.
Bei Christian Soeder bin ich nun heute auf folgendes Video von Wolfgang Thierse gestoßen, der diesen Sachverhalt kommentiert. Inhaltlich muss ich mich der Meinung Thierses voll und ganz anschließen. Auch wenn die Kündigung gerichtlich bestätigt wurde grenzt das für mich an einen Skandal. Nein, es ist einer.
Natürlich ist das ein Vertrauensbruch dem Arbeitgeber gegenüber der von der 50-jährigen begangen wurde. Allerdings erscheint mir anhand der Höhe des Betrages die daraus resultierende Kündigung mehr als maßlos und moralisch höchst verwerflich.
Am gestrigen Mittwoch fand in Ludwigsburg der politische Aschermittwoch der SPD Baden Württemberg statt. Als Hauptredner war Franz Müntefering, Bundesvorsitzender der SPD, geladen. Während ich nun also nach einem Video von seiner Rede suche, hier schon einmal ein paar Bilder der heutigen Veranstaltung:
Bei focus online erschien heute ein Artikel über die, nun offizielle, Kandidatur Gesine Schwans für das Amt der Bundespräsidentin (via Twitter). Darin heißt es, dass die Mehrheit der Deutschen die Kandidatur unterstützt, bzw. befürwortet. So schön sich das für mich auch liest, so sehr wage ich auch diese Aussage zu bezweifeln. Es steht außer Frage, dass sie für das Amt geeignet ist. Mehr sogar noch als manch anderer. Selbst die Freien Wähler um Madame Pauli im bajuvarischen Freistaat sind von ihrer bisherigen Meinung abgewichen, und können sich mittlerweile vorstellen nicht für Horst Köhler zu votieren.
Aber ist das denn schon wirklich so stark in der Bevölkerung angekommen? Und selbst wenn. Aufgrund der momentanen Mehrheitsverhältnisse der Bundesversammlung scheint dieses Unterfangen schier unmöglich.
Angeblich. Es ist mittlerweile eine offizielle Stellungnahme zu der studiVZ Sache eingetrudelt. Es war wohl alles nur ein Versehen und man bedauert den ganzen Vorfall. Dass ein schaler Nachgeschmack bleibt wird sich dadurch aber nicht aus der Welt schaffen lassen. In der Gruppe selbst hat sich Malte Cherdron, COO von studiVZ, zu Wort gemeldet um die Geschichte klarzustellen (via basicthinking).
Nils,
die Löschung der Gruppe war unser Fehler. Wir können da nur vielmals um Entschuldigung bitten. Wie das genau geschehen konnte, klären wir gerade noch. Wir tun alles dafür, dass sich so etwas nicht wiederholt.
In einigen Blogs ist der Verdacht geäußert worden, wir hätten etwas gegen die SPD. Das ist natürlich Unsinn. Politische Diskussionen gehören gerade in einem Wahljahr selbstverständlich zu einem sozialen Netzwerk dazu, und wir heißen euch und alle anderen demokratischen Parteien dabei herzlich willkommen.
Das alles hilft dir jetzt natürlich nur bedingt, weil die Gruppe nun mal gelöscht wurde. Ich würde mich freuen, wenn wir dazu kurz telefonieren könnten. Du erreichst mich unter xxxxxxx oder xxxxxxxxx.
Noch einmal: Diese Panne tut uns sehr leid, und wir entschuldigen uns ganz ausdrücklich dafür.
Viele Grüße
Malte–
Malte Cherdron
COO
studiVZ Ltd.
Ein weiteres Statement hat Christian Soeder per E-Mail erhalten und im SPD BaWü Blog ins Netz gestellt.
Gestern Abend nach dem Einkaufen habe ich vor dem Cannstatter Carré ein Werbeplakat für den politischen Aschermittwoch vom hiesigen CDU Ortsverein entdeckt. Und das wurde von einem Unbekannten sagen wir einmal “korrigiert”. Hatte ich kurz danach auch schon getwittert, hier im Blog darf das aber unter keinen Umständen fehlen. Bitteschön:

Spread the word!
Unter dem Titel “Weshalb meine Schuhgröße im Netz steht”, hat Sascha Lobo im Tagesspiegel einen wirklich sehr guten Artikel veröffentlicht. Es geht um das Verhalten der Nutzer in der schönen neuen Netzwelt. Warum sich Menschen in sozialen Netzwerken anmelden, Blogs schreiben, twittern, das Internet als Kommunikationskanal nutzen und warum man so viele detaillierte persönliche Profile findet. Ein kurzer Ausriss:
Inzwischen hat sich die Internetgesellschaft, die Webciety, so weit entwickelt, dass man mehr braucht als ein abgenutztes Ironiesymbol, um seine Absichten, seine Meinung, seine Gedanken und damit seine Persönlichkeit auszudrücken. Zumal die Persönlichkeit auch eine tages- und minutenaktuelle Seite in sich trägt, etwa die momentane Stimmung oder die allgemeine emotionale Verfassung. Der stetige Strom der verschiedensten Inhalte, die ins Netz gestellt werden, erfüllt diese Funktion. Sie zeigen der Außenwelt, in welchen Kontext man den Verfasser stellen muss. Das Design des eigenen Weblogs oder der Profilseite entspricht der Kleidung, mit der man vergleichbare soziale Signale sendet. Ein Microblog wie Twitter (eine Art Internet-SMS an alle) oder die Statusmeldung im Social Network entspricht der Mimik und Gestik. Das Profilbildchen entspricht der Frisur (und wird interessanterweise häufig mit ähnlicher Frequenz verändert).
(Quelle: Tagesspiegel.de)
Der Beitrag den ich nun anpreise ist nun schon etwas länger bei der Frankfurter Rundschau zu lesen, macht ihn aber deshalb nicht weniger interessant. Franz Müntefering hat für das Buch “Was ist heute Links“, herausgegeben von Franziska Drohsel, eben diese Frage erörtert. Die Kurzfassung dieses Beitrags findet man hier bei der FR-Online.
Links ist Freiheit! Willy Brandts Wort bleibt: “Wenn ich sagen soll, was mir neben dem Frieden wichtiger sei als alles andere, dann lautet meine Antwort ohne Wenn und Aber: Freiheit. Die Freiheit für viele, nicht nur für die wenigen. Freiheit des Gewissens und der Meinung. Auch Freiheit von Not und von Furcht.” Ein anspruchsvolles linkes Vermächtnis.
Natürlich: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Diese Grundwerte sind linker Konsens. Aber gerade weil sie so selbstverständlich sind, haken Linke diese Wahrheiten zu schnell zustimmend ab und wenden sich der Gesellschaft zu. Denn – richtig – Politik fängt bei der Gesellschaft an.
(Quelle: FR-online.de)
Im studiVZ gab es für längere Zeit eine ziemlich große und auch sehr aktive SPD-Gruppe. Diese wurde zu Anfang dieses Monats gelöscht (Mehr dazu im SPD2.0 Blog). Von wem die Löschung veranlasst wurde ist bis heute nicht bekannt. Kurz nachdem also die erste Gruppe verschwunden ist, wurde natürlich eine neue eingerichtet. Zur Verwunderung vieler ist auch diese Gruppe nun nicht mehr existent. Im Prinzip gibt es nur drei Möglichkeiten eine Gruppe zu löschen. Entweder der Gruppenbesitzer tut dies von sich aus, oder eben von den Betreibern. Die dritte Möglichkeit ist die, dass der Account des Erstellers gehackt wurde.
Bei beiden Löschungen ist dies aber nicht vom Gründer der Gruppe ausgegangen. Also bleibt nur eine Möglichkeit übrig: die Gruppe wurde von den studiVZ Betreibern entfernt. Aus welchen Gründen allerdings wissen wohl nur die Admins selbst. Eine offizielle Stellungnahme zu der Sache ist bis dato noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Das sollten sie allerdings schleunigst tun, andernfalls muss sich Holtzbrinck den Vorwurf der aktiven Zensur gefallen lassen. Seltsam auch, wie Jens Vogel im vorwärts Blog anmerkt, dass andere politische Gruppen bisher unangetastet blieben. Gut auch, dass sich Jörg Tauss in dieser Sache zu Wort gemeldet hat und sich um die Geschichte kümmert.
Seit gestern ist Kajo Wasserhövel, Bundesgeschäftsführer der SPD, auch auf Twitter vertreten. Kurz nachdem das bekannt wurde, ließen die ersten Unkenrufe nicht lange auf sich warten, und auf Homo Politicus erschien auch schon bald ein Artikel, der sich sehr kritisch mit Wasserhövels Account auseinandergesetzt hat. Es wurde bemängelt, dass nicht sofort zurück-gefollowed wurde und dass man es doch eigentlich erwarten könne Twitter kurz nach der ersten Anmeldung gleich zu verstehen. Da bin ich anderer Meinung. Anhand der wenigen Tweets die Kajo geschrieben hat lässt sich jetzt noch nicht die Qualität abschätzen die der Account einmal mit sich bringen wird.
Ich freue mich auf jeden Fall darüber, dass ein weiterer SPD-Politiker angefangen hat zu twittern. Das ist eine gute Sache.
Kajo, herzlich Willkommen bei Twitter!
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